Wie Du im Ausland garantiert eine miese Zeit hast

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Ich verfolge immer mal wieder einschlägige Reiseforen und beobachte das Verhalten anderer Menschen im Ausland. Viele erzählen voller Inbrunst, welch miese Zeit sie im Ausland hatten. Das möchten Sie auch? Dann ist die Essenz daraus etwas für Sie:

Tipp eins: Bereite Dich auf keinen Fall auf die Reise vor

Die Welt ist ein globaler Ort, an dem es mittlerweile fast überall die gleichen Laden- und Restaurantketten gibt. Warum also Geld für Reiseführer ausgeben? Die kleinen lokalen Differenzen und örtlichen Besonderheiten fallen nicht ins Gewicht. Die kann man ganz leicht außer acht lassen. Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes? Ach, lass die doch reden. No risk, no fun. Erfahrungen anderer Traveler über Verhaftungen aus Unwissenheit? Alles Memmen! An deren Aussagen solltest Du Dich keinesfalls orientieren. Dir passiert sowas nicht. Zeige der örtlichen Polizei einfach, wer hier wirklich das Sagen hat. Im Staub vor Dir kriechen werden sie. So!

Tipp zwei: Ignoriere auf jeden Fall die lokalen Dos and Don’ts

Was in Deutschland gut und richtig ist, ist das sicher auch woanders. Warum also auf die andere Kultur und deren Werte vorbereiten? Wen juckts, ob sich die Menschen in dem Land aus religiösen Gründen eher bedeckt halten. Du hast hart für Deinen Body gearbeitet und es ist warm. Kleide Dich also möglichst knapp und zeige endlich allen was Du hast.

Tipp drei: Gib mit Deinem Reichtum an

Im Ausland, wo Dich keiner kennt, hast Du mal so richtig die Chance zu zeigen, wie toll Du bist. Am einfachsten geht das, wenn Du in Schwellenländern mit großen Geldbündeln rumwedelst. Alternativ kannst Du auch ein dickes Portemonnaie in die Gesäßtasche Deiner Hose stecken. Auch ein Foto, das Dich vor einem Porsche zeigt, der Dir zwar nicht gehört, aber egal, solltest Du ganz oft herumzeigen. Auch eine Kamera solltest Du Dir mit einem Gurt um den Hals hängen. Am besten eignen sich hier Spiegelreflexkameras mit dickem Objektiv. So kannst Du die vielen bewundernden Blicke der Locals auch gleich festhalten und auf Social Media damit vor deinen Freunden und der Welt angeben.

Tipp 4: Beleidige möglichst viele Menschen, dann bleibst Du in Erinnerung

Ignoriere kulturelle Besonderheiten. Wenn sich jemand im Ausland auf den Schlips getreten fühlt, ist der halt nicht cool genug. So cool wie Du. Face Saving in Asien? So ein Quatsch! Du bist schließlich ein durchsetzungsfähiger Typ. Jetzt zeigst Du mal allen so richtig „wo der Hammer hängt“. So bleibst Du im Gegensatz zu den ewig Angepassten auf jeden Fall in Erinnerung.

Tipp 5: Impfe Dich auf keinen Fall, das ist was für Weicheier

Impfungen sind etwas für Weicheier. Auch im Ausland. Dein Körper ist hart und hat bisher jede Kinderkrankheit unbeschadet überstanden. Warum sich also damit befassen oder gar unnötig Geld ausgeben? Tropeninstitut? Nie gehört. Sind doch eh alles nur verkopfte Wissenschaftler, denen man kein Gehör schenken sollte. Über ein Erstehilfe Kit solltest Du sowieso erst gar nicht nachdenken. Kleinere Verletzungen beträufelst Du einfach mit Schnaps. Oder wendest ihn gleich innerlich an. Bist halt ein harter Hund.

Ich hoffe, diese „Tipps“ – das Augenzwinkern wird Ihnen hoffentlich nicht entgangen sein – helfen Ihnen weiter. Sollten Sie noch mehr eigene Empfehlungen haben, freue ich mich diese zu lesen.

Allzeit eine gute und sichere Zeit,

Ihre Ute Schneider