Warum Frauen ein spezielles Reisesicherheitstraining brauchen

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„Warum brauchen Frauen ein spezielles Reisesicherheitstraining?“ werde ich ab und zu gefragt.“Sind die Gefahren denn nicht für alle Menschen gleich?“.

Ja und nein.Warum Frauen ein spezielles Reisesicherheitstraining brauchen, erläutere ich im folgenden Artikel.

 

Es gibt ganz geschlechtsunabhängige Gefahren auf Reisen

 

• Gesundheitsrisiken

• Terroranschläge

• Kriminalität

• Politische Risiken

• Typische Länderrisiken

• Naturkatastrophen

und viele mehr

Auf diese sollte und muss sich jeder Reisende vorbereiten. Bakterien und Viren machen weder vor Frauen noch Männern halt und auch der von Terroristen gezündeten Bombe ist es egal, ob man mehr X oder Y-Chromosomen hat. Daher müssen diese essentiellen Informationen natürlich auch unbedingt in einem Reisesicherheitstraining für Frauen vorkommen!

 

DOCH DA IST NOCH MEHR

Frauen sind jedoch noch zusätzlichen geschlechtsspezifischen Risiken ausgesetzt. Ungeachtet des Landes.
So traurig die Hintergründe für die #METOO Kampagne sind, so sehr haben sie das Thema sexuelle Belästigung in den Fokus der Gesellschaft gerückt.

Leider hat fast jede Frau mit irgendeiner Form von Übergriff schon Erfahrung gemacht. Daher ist der Umgang mit Belästigung ein wichtiger Bestandteil des Trainings. Dabei geht es primär darum, Situationen schon im Vorfeld zu erkennen und dadurch zu vermeiden. Denn die meisten Übergriffe kündigen sich in irgendeiner Form an. Dass ein Mann hinter einem Baum hervorspringt und eine Frau von hinten überfällt ist nur ein ganz kleiner Teil auf der Skala möglicher Gefahren für Frauen.

 

MÄNNLCIHE SICHERHEITSTRAINER

In Gesprächen mit meist militärisch ausgebildeten Sicherheitsberatern höre ich oft die gleichen Dinge: „Ich verstehe die Probleme der Frauen nicht“, „Da waren schon wieder Fragen, auf die ich keine Antwort hatte. Schreib da doch du mal was hin. Du kennst dich doch aus mit solchen Dingen“, und der absurde Kommentar eines amerikanischen Militärs auf die Probleme allein reisender Geschäftsfrauen in Kongresshotels: „Was bewegt ihr Frauen euch auch in unserem Terrain“. Äh, wie jetzt?

 

DIE SACHE IST AUCH DIE

Die Sache ist ja auch die: Es ist super, sich zu den Erfahrungen wirklicher Spezialisten auszutauschen. Spezialisten, die schwierige militärische Situationen in aller Welt handhaben können. Das Problem ist nur, dass sie dieses jahrelang erworbene Wissen nicht per USB Stick an ihre Kursteilnehmer transferieren können. Frauen geht es ja auch nicht um typisch militärische Szenarien.

Typische Militärs verfügen zudem über keine Techniken für Frauen, die sich durch starrende Männer oder den „Man Spread“ belästigt fühlen. Wie auch? Gehört der „Man Spread“ ja zu deren Alltag und Belästigung ist auch kein Thema, mit dem sie sich in ihrem Job auseinandersetzen. Und es kommt für Frauen noch schlimmer!

 

DIE LIEBMÄDCHENFALLE

Und dann ist da noch ein wichtiger Faktor. Ich bezeichne ihn als die Liebmädchenfalle. Frauen wollen gefallen und sollen so rein gesellschaftlich immer lieb und nett sein. Da fühlt man sich als Frau schnell unhöflich, wenn man in einen Fahrstuhl nicht einsteigt, in dem eine komische Gestalt steht. „Was soll der denn von mir denken?“ geht dann vielen durch den Kopf. Viel wichtiger wäre jedoch der Gedanke „Was könnte der möglicherweise mit mir machen, wenn wir gemeinsam in dieser abgeschlossenen Fahrstuhl-Box stehen? Ich nehme wohl doch lieber die Treppe“.

Hierbei ist mein Ansatz ein ganz praktischer: Wieder lernen „unhöflich“ zu sein und keine faulen Kompromisse einzugehen. Dazu setze ich Rollenspiele ein. Und obwohl es nur Rollenspiele sind, höre ich oft „Das kann ich doch jetzt nicht machen. Das wäre doch unhöflich“. Doch! Du kannst und du musst. Es geht um deinen Hals. Männer würden sich in der jeweiligen Situation diese Fragen gar nicht erst stellen.

Das Tollste sind für mich die Berichte glücklicher Teilnehmerinnen, die sich dank des Seminars in komischen Situationen „erlauben“ konnten, etwas entgegen ihrer Erziehung nicht zu tun und wie einfach das plötzlich war. YES! Mission erfüllt.

 

WARNSIGNALE ERKENNEN

Wie bereits anfangs erwähnt, die meisten Übergriffe kündigen sich an. Da gibt es ganz klare Signale. Wenn man diese „Pre-Incident Indicators“ kennt, macht das schon sehr viel aus. Denn das darf man nie vergessen: Sicherheit beginnt im Kopf – bei der Vorbereitung und Prävention. Ich würde so weit gehen zu sagen, dass Prävention bis zu 80 % ausmacht.
Unsere Aufmerksamkeit ist begrenzt. Zu wissen, auf welche Signale man in seiner Umgebung achten muss, ist daher unbezahlbar. Der Fokus ist dadurch ganz anders gerichtet.

Diese Signale sind jetzt noch nicht mal besonderes Geheimwissen. In Meinen Seminaren sind die Teilnehmer dennoch immer wieder überrascht, wenn ihnen ein Licht aufgeht. „Krass, genau so hat sich die Situation abgespielt, die ich erlebt habe“. Übrigens egal wie unterschiedlich die von den Teilnehmerinnen geschilderten Situationen sind!

 

DIE WEIBLICHE INTUTION

Und noch eine Sache ist ganz wichtig; Die Schulung der Intuition. Und das hat jetzt nichts mit Esoterik zu tun.
Alle Menschen verfügen über Intuition, aber ich glaube, die weibliche Intuition ist schon noch etwas Besonderes. Warum nutzen wir dieses tolle Instrument also nicht? Oft, weil wir zu oft von Männern gehört haben „was du schon wieder hast. Du hörst die Flöhe husten“. Dadurch nehmen wir unsere eigenen Warnsysteme nicht mehr ernst. Das ist schade. Denn intuitive Signale vermitteln in Sekundenbruchteilen wichtige Informationen aus der Umwelt.

Das hat der Menschheit über Jahrmillionen das Überleben gesichert. Wo diese Informationen in dem Moment herkommen ist sekundär. Sie speisen sich aus Millionen von Erfahrungen, die wir in der gleichen Zeit nicht rational analysieren könnten.
Auch du kannst deine Intuition reaktivieren, falls sie vor lauter Nachdenken etwas verschüttet wurde.

 

KOMMEN DIR DIESE ZEILEN BEKANNT VOR?

Kommen dir diese Zeilen bekannt vor? Kennst du solche Momente? Bist du manchmal auch in Situationen etwas gehemmt und ärgerst dich hinterher, nicht anders gehandelt zu haben? Hat dich schonmal jemand belästigt und du warst wie erstarrt? Wusstest gar nicht so richtig, wie du dich richtig verhalten solltest? Hattest Angst, über die Stränge zu schlagen und hast dann lieber nichts gemacht? Damit bist du nicht alleine!

Vielleicht kennst du diese Stories auch von Freundinnen oder aus deinem beruflichen Umfeld? Dann teile diesen Artikel bitte mit allen Frauen, die du kennst.

 

Es ist kein Hexenwerk sich gut vorzubereiten und zu schützen. Ein paar mentale Kniffe und Tricks um Herrin der Lage zu sein und die Sinne für mögliche Gefahren zu schärfen. Wie du das genau tun kannst, zeige ich Dir in meinen Inhouse-Schulungen und Seminaren.

 

Allzeit eine gute und sichere Zeit,

Deine Ute