Nochmal ein paar Gedanken zu Diversity Management. Das ist ja gerade in aller Munde und auch im Sicherheitsbereich angekommen.

Ja, niemand soll wegen seines Geschlechts, seiner/ ihrer sexuellen Orientierung oder Religion etc. beleidigt werden. Das bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass wir unsere Umwelt nicht mehr scannen dürfen! Das wird in meinen Augen nämlich oft suggeriert mit Sätzen wie „Steck doch nicht jeden gleich in eine Schublade“. Oder von den ganz besonders „Toleranten“, die Sätze von sich geben wie „Also ich bewerte ja niemanden“. Was übrigens Bullshit ist. Denn ohne dass wir das tun, würde Tinder nicht funktionieren. Oder in Partnerbörse würde sich jeder mit einfach jedem treffen. Tun die Suchenden aber nicht. Weil man schaut was jemand ausstrahlt: ist mir bekömmlich/ ist mir nicht bekömmlich. Will ich in meiner Nähe/ will ich nicht in meiner Nähe.

Denn um diese Art von Awareness geht es ja in der Sicherheit. Aufmerksam sein, wer sich um uns herum bewegt und ob wir denjenigen in unserer Nähe haben wollen. Aus welchen Gründen auch immer. Manchmal ist es ja nur so ein unangenehmes Gefühl das sich breit macht und das man erst mal nicht näher benennen kann. Muss man auch nicht. Es reicht, dass das Gefühl da ist und darauf sollte man hören. Nicht umsonst geben manche Sales Trainer den Tipp, im Verkaufsgespräch zu denken „Ichmagdichichmagdichichmagdich!“: Solche Vibes nimmt das Gegenüber unbewusst wahr. Und wenn wir uns mit jemandem nicht gut fühlen, ist die Frage, welche Platte gerade in dessen/ deren Kopf abgespielt wird. Verstehst Du was ich meine? Falls nein, buche eines meiner Trainings, da gibt es Übungen zu diesem Phänomen.

Wenn etwas aussieht wie eine Ente, sich bewegt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, dann ist es vermutlich auch eine Ente!

Und wenn mein Gegenüber aussieht wie ein „notgeiler, versoffener Drecksack der sich schonmal an Frauen vergreift“ dann sollte ich auf das Gefühl hören.

Was tun die meisten Frauen? Sie schelten sich innerlich, dass das ja nicht politisch korrekt und sie „intolerant, wertend und böse“ seien. Nach dem Übergriff zu erkennen, dass man mit dem ersten Eindruck Recht hatte, nutzt einem dann wenig. Wir haben alle mittlerweile so viel Angst davor, nicht „politisch korrekt genug“ zu sein und dann von anderen angefeindet zu werden, dass wir unsere Intuition verleugnen.

Klassische Liebmädchenfalle, in die meist Frauen tappen.

Und nochmal: ich rede hier von einem intuitiven Gefühl einem Individuum gegenüber. Das ist meilenweit entfernt von „alle X sind Y“!!!

Gavin de Becker nennt diesbezüglich ein sehr plakatives Beispiel: Wenn Du das Gefühl hast, dass mit der Nanny Deines Kindes etwas nicht stimmt, wieso willst Du dann eine Nanny Cam aufhängen statt ihr direkt zu kündigen? Dein Kind wird es Dir nicht danken, wenn Du ihm den Missbrauch später auf Video zeigen kannst, weil Du nicht auf Dein Gefühl gehört hast.

Stay safe & courageous!