Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Angst ist ein schlechter Berater

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Wie ich immer betone lebt Sicherheit von praktischer Erfahrung. Daher ist auch mein Motto: aus der Praxis für die Praxis. So sind meine Trainings und Seminare immer sehr praxisorientiert. Natürlich setze ich mich dabei auch mit Theorie auseinander. Zum Beispiel dem Umgang mit Ängsten.

Und bevor sich jemand echauffiert..

Und bevor sich irgendjemand über die non-pc-Haftigkeit der Headline echauffiert: ich habe sie mit Absicht so plakativ gewählt. Denn die Angst vor dem anderen und Unbekannten, dem „Schwarzen Mann“ ist es ja, was in den Köpfen spukt. Das ist unabhängig von der Hautfarbe. Seit ich mein Reisesicherheits-Seminar in Marrakesch anbiete höre ich lauter irrationale Horrorgeschichten von etwaigen Gefahren dort. Das veranlasste mich zu diesem Artikel.

Kleine Anekdote

Der erste „Schwarzer Mann“, den ich bewusst wahrnahm, lebte in einem hessischen Dorf, in dem ich die Ferien im Haus meiner Großeltern verbrachte. Zur immer gleichen Zeit fuhr er mit dem Rad zur Arbeit. Er hatte nur einen Arm und ein sehr freundliches Lächeln. Komisch, was man sich als Kind so alles einprägt. Ich weiß noch, dass ich kaum über die Balkonbrüstung im ersten Stock reichte, mich aber immer so freute zu schauen, wenn er vorbeifuhr. Denn er winkte uns Kindern immer. Ich mochte freundliche Menschen schon immer. Der Blick über den Tellerrand – respektive die Balkonbrüstung – kann sehr hilfreich sein, um die Sicht auf die Welt zu prägen. Mir ist es von jeher wurscht wo Menschen herkommen, so lange sie freundlich sind.

Farbenfrohe Panik

Neulich unterhielt ich mich mit einer Kommunikations-Trainerin über mein Reisesicherheits-Seminar in Marrakesch. Sie sagte: die Frauen haben Angst dorthin zu fahren. Die finden es dort gefährlich.
Ich schaute sie ziemlich entgeistert an. Wie, Marrakesch gefährlich? Ich war dort so oft, dass es mir fast wie mein Wohnzimmer vorkommt. Aber ich bin ja auch nicht mein Kunde.

Denn genau um Ängste vor Reisen zu nehmen, mache ich das Seminar ja ausgerechnet in Nordafrika. Was man kennt ist nicht mehr fremd. So einfach. Man kann dort Reisesicherheits-Themen in anderer Kultur und fremder Umgebung üben, ohne sich wirklich in Gefahr zu begeben. Dann würde ich nach Sao Paolo gehen und durch die Favelas laufen.

Angst ist ein schlechter Berater

Angst ist ein schlechter Berater. Also Angst, geschürt durch Horrorgeschichten von Nichtwissenden, die noch nie irgendwo waren außer seit 20 Jahren auf dem immer gleichen Campingplatz in Italien. Gewürzt mit ein bisschen Kölner Domplatte. Was die Geschehnisse dort nicht verharmlosen soll. Aber lassen wir die Kirche doch mal im Dorf.

Ich würde meine Kunden – und mich selbst – nie in Gefahr bringen. Es geht darum GUT INFORMIERT aber OHNE ANGST in die Welt zu reisen. Wenn man das will, natürlich nur.

Kalkulierbare Risiken einschätzen lernen

Angst wird dadurch genommen, dass man lernt, die kalkulierbaren Risiken einzuschätzen. Nicht nur einschätzen, sondern dementsprechend zu handeln.

Was bedeutet das in der Praxis

Das bedeutet, sich entsprechend zu informieren. Zum Beispiel die Seite des Auswärtigen Amtes zu konsultieren. Als erste Anlaufstelle. Gibt es dort eine Reisewarnung, sollte man sich ein anderes Zielland aussuchen. Es sei denn, der Trip ist aus Unternehmens-internen Gründen nicht vermeidbar. Kommt ja vor.

Auch möchte ich im Marrakesch Seminar keine Teilnehmerin im sexy Trägertop durch die Stadt laufen sehen. Auch wenn sie dafür vermutlich keine Konsequenzen befürchten muss, finde ich, dass das etwas ist, das man in einem muslimisch geprägten Land, egal wie modern der aktuelle König auch sein mag, nicht tun sollte. Aus Respekt vor der Kultur und auch, um niemanden zu provozieren.

Natürlich gibt es Länder oder Städte, die man meiden sollte. Oder Plätze. Der Alexander Platz gilt ja mittlerweile als der gefährlichste Ort Deutschlands. Nigeria, Syrien und Afghanistan – um nur ein paar zu nennen – würde ich zurzeit auch nicht bereisen.

Augen und Ohren aufmachen

Ansonsten AUGEN UND OHREN AUFMACHEN. Ständig. Auch hier. Dann bekommt man mit, was um einen herum vor sich geht. Und sei es nur um zu vermeiden, dass man aufs Handy schauend gegen einen Laternenmast oder vor ein Auto läuft.

Mit Musik im Ohr im dunklen Park Joggen zu gehen war übrigens schon immer gefährlich.

UND KLAR

Klar, 100% ige Sicherheit gibt es nie und wird es auch nie geben. Nicht mal zu Hause. Sie können auf dem Badvorleger ausrutschen und sich den Hals brechen.

Aber nur, wenn man weiß worauf man achten muss, kann man es sehen. Wer das nicht glaubt schaue sich „The Gorilla Illusion“ auf Youtube an. Das Video beschreibt dieses Phänomen sehr gut.

Hier ein paar einfache Sicherheitstipps

– Befassen Sie sich vor jeder Reise mit der Kultur des Landes
– Schauen Sie auf den entsprechende Lände- Seite des Auswärtigen Amtes
– Haben Sie ein Erste Hilfe Kit dabei
– Halten Sie sich körperlich fit und schlafen ausreichen um stets wach und konzentriert zu sein
– In der Öffentlichkeit Finger weg vom Handy

 

Das Reisesicherheits-Seminar in Marrakesch findet vom 17. bis 21. September statt. Mehr Info hier

 

 

See you in Marrakesch 😊

Deine Ute

Was ich schon immer mal zu METOO, Reisen und dem Verlassen der Komfortzone sagen wollte

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Kennst Du sie auch, diese #METOO Kampagne und fühlst aber etwas anderes? Schon Verständnis für alle Frauen, denen ein Übergriff passiert ist, willst Dich aber dennoch nicht einschränken lassen? Hast die Nase voll von Warnschildern und all den Dingen, die Du „lieber nicht tun sollst“ – weil sie zu gefährlich sind? Die Reise nach Afrika oder der Umzug nach London?

Wir Frauen werden dann die Welt verändern, wenn wir sie mit anderen Augen sehen. Wenn wir uns nicht mehr ducken und klein beigeben, sondern mutig in die Welt ziehen, die Chefetagen erobern und nicht nur lieb zu Hause sitzen.

 

Mein Mindflow – heute mal ungefiltert

Wäre es nicht viel zu schade, wenn Du als Frau so viel nicht erlebst, weil es angeblich zu gefährlich ist? Was ist mit all den Orten, Plätzen, Stränden, die Du gern sehen möchtest. All die Reisen, die Du machen willst. All die Erinnerungen die Du erschaffen willst. Geht das wirklich immer nur mit einem Partner, mit einem „starken“ Mann an Deiner Seite? Ich sage NEIN!

Frauen lassen sich in eine schwache Ecke drängen und prangern dann hinterher das Verhalten der Männer an. Das muss aufhören! Beides: sowohl die Übergriffe der Männer gegenüber Frauen, als auch das Nichtreagieren der Frauen aus Angst vor Konsequenzen. Ich hatte neulich ein Gespräch mit einem sehr herablassenden Consultant. Ich war etwas aufgebracht. Er nannte mich „kriegerisch“. Einem Mann würde man so etwas nicht sagen. Bei einem Mann würde man auch die Kompetenz nicht so in Frage stellen, wie er das tat. Aber das nur am Rande.

Sofortiges Handeln erwünscht

Wir Frauen müssen uns sofort in dem Moment wehren, in dem uns etwas Blödes widerfährt und nicht erst schweigen und dann nach Jahren rumheulen. Es geht um „Empowerment“. Darum, unser Leben in die Hand zu nehmen. Mit allen Konsequenzen. Und laut STOPP!!! zu rufen. Verbal, körperlich und auch mental. Schluss mit Selbstverteidigungs-Bullshit „ich klemme mir einen Schlüssel zwischen die Finger“. Macht das ordentlich und mit Verstand! Es braucht nicht viel um sich sicher in der Welt zu bewegen.

Hinterher zu jammern, was man alles im Leben gewollt hätte aber „nicht durfte“ ist dröge und belastet nur andere. Mach es, oder lass es, aber sabbel nicht nur. Ich kann das „ich würde ja so gerne aber ich bin nicht so mutig/ habe kein Geld/ keine Zeit etc.“ nicht mehr hören. Raus aus der Komfortzone! Whatever it takes. Mit allen Konsequenzen. Tu es, verdammt nochmal! Es wird nicht leichter, wenn Du nur drüber redest.

Wenn Du Unterstützung brauchst, such Dir Hilfe

Als ich nach dem Abitur für eine Stiftung in England arbeitete – wir reden von 1993 – war da der Wunsch, in die Welt zu gehen und eine Weile dort zu bleiben. Also schnappte ich mir das Buch „Jobben weltweit“ – es gab noch kein Internet – und schrieb Bewerbungen, denen mein Englischlehrer den letzten Schliff gab.

Dann kaufte ich internationale Rückscheine bei der Post – gibt’s sowas heute noch? – und schickte die Bewerbungen los. Ein paar der Adressen rief ich auch an. Zum Beispiel einen englischen Erdbeerfarmer, der es total lustig fand, dass ich anrief. Er meinte nur, dass ich einfach vorbeikommen soll.

Am Schluss fand ich dann eine superpassende Volunteerstelle in der Nähe von London, wo ich mit körperlich Behinderten arbeitete. Die Leute dort waren sehr gut drauf und ich habe mich von Anfang an sehr wohlgefühlt. Durch regelmäßiges Scrabble-Spielen konnte ich mein Englisch ziemlich schnell verbessern.

Hatte ich Angst und Respekt davor?

You bet! Aber ich habe es gemacht. Und danach immer wieder. Getreu dem Motto: Feel the fear and do it anyway.

Gab es Situationen, die schwierig waren oder in denen ich Angst hatte? Auch die gab es. Aber die gab es auch im Businessumfeld, wo sich jemand im Ton oder in der körperlichen Distanz vergriff. Es wird Zeit, dass wir Frauen die Welt erobern und uns nicht mehr kleinmachen lassen. Wir müssen ganz laut Stellung beziehen und uns vor allen Dingen gegenseitig dabei unterstützen. Zurzeit arbeiten Frauen noch nicht zusammen, sondern sind im Konkurrenzkampf zueinander. Das finde ich sehr bedauerlich.

Umgang mit männlichen Übergriffen

Keine Frau ist alleine. Auch wenn das jede denkt und sich manchmal sogar für ihre Erlebnisse schämt. Und glaube mir, es gibt vermutlich keine Frau, die nicht mal in irgendeiner ausgesprochen unangenehmen Situation war.

Stellung für Dich selbst zu beziehen ist wie tägliches Muskeltraining: Es wird mit zunehmender Übung immer leichter. Und auch Kampfsport lebt nicht von ausgefeilten Bruce-Lee Techniken, sondern vom wiederholten Üben der Basics, von schnellen Reaktionen und guten Reflexen. Damit löst Du schon 80% aller Probleme. Noch ein bisschen energetisches Feingefühl – es gibt sehr effektive Techniken – und verbale Schlagfertigkeit und die Welt steht Dir offen. Das tut sie sowieso, aber sie steht Dir noch leichter offen.

Let’s make #METOO history

Abfällige frauenfeindliche Bemerkungen, Männer die die Distanz nicht wahren können, einem in die Bluse oder in den Schritt fassen – die Geschichten wiederholen sich – müssen endlich der Geschichte angehören. Ich sage: NOT YOU – Let’s make #METOO history! Ich höre in diesem Zusammenhang oft „Du bist halt so tough“ und kann das als faule Ausrede nicht mehr hören. Denn die verschiedenen Techniken kann jeder lernen und leicht anwenden. Man muss es nur wollen. Denn auch ich bin von Natur aus eher ein zurückhaltender und sensibler Mensch.

Das Verlassen der Komfortzone

Mit „Alleine reisen“ assoziieren viele Einsamkeit. Aber das Gegenteil ist der Fall: Alleine Reisen bietet eine tolle Möglichkeit, mit sich selbst in Kontakt zu kommen und auch auf andere Menschen zuzugehen. Das ist im Grunde ganz einfach und bedarf nur ein bisschen Interesse an anderen (siehe mein letzter Instagram Post).

Wir alle haben Bereiche, die an unserer Komfortzone rütteln. Der eine kann niemanden ansprechen oder auf einem AB eine Nachricht hinterlassen, der nächste kann nicht alleine sein oder in die Welt fliegen, wieder jemand traut sich nicht aus seinem Heimatort weg, aus Angst die Freunde zu sehr zu vermissen. Mich selbst kostet es große Überwindung mit Videos rauszugehen. Aber beim ganzen Rest kann ich Dich dafür super unterstützen.

Das habe ich schon mehrfach getan. Mein Mitbewohner in Spanien, nachdem er nach Zürich gezogen war, schrieb: Du bist das Beste, was mir in meinem Leben passiert ist. Ihm hatte ich Mut für diesen großen Schritt gegeben und geholfen, das ganze vorzubereiten. Mit einer Freundin habe ich im dicksten Schneesturm ihren Umzug nach St Gallen gemeistert. Sie war nervlich nicht in der Lage den Sprinter zu fahren, ich habe das dann gemacht. Sie bekam Bachblüten eingeflößt und musste die Lieder im Radio mitsingen, damit sie nicht über ihre Angst nachdenken konnte. Und singen ist jetzt nicht ihre Stärke… Manchmal muss man hart gegen sich selbst sein.

Du kannst doch nicht …

Ein Freund in Bristol sagte, als ich ihm von meinen Umzugsplänen erzählte „Du kannst doch nicht jedes Mal das Land wechseln, wenn Du den Job wechselst“ als ich einfach so von Bristol nach Barcelona umzog. Ja, warum denn nicht? Er selbst zog dann übrigens wegen einer Frau nach Südafrika.

Einem Bekannten sagte ich mal, dass ich eines Tages CEO einer Company sein werde. Er fand die Idee total absurd. Ich brach den Kontakt zu ihm ab. Wieder jemand belächelte mich, dass ich „mit meinem Studium“ internationales Projektmanagement machen wolle. Irgendwann, als ich gerade für große Solarprojekte um die halbe Welt flog, fand ich den Zettel mit dem Wort „Internationales Projekt Management“ in einem Buch. Den hatte ich schon total vergessen gehabt.

Schluss mit kleinklein!

Es muss Schluss damit sein, uns von aburteilenden Männern – es gibt zum Glück auch viele großartige Männer – kleinhalten zu lassen. Oder von neidischen Frauen, die einem den Erfolg nicht gönnen. Auch wenn sie ganz laut „oh wie toll“ bekunden. Schluss damit!

Was ich noch mitgeben will: es gibt fast keine Herausforderung, die man nicht meistern kann. Irgendwas geht immer und man findet kreative Lösungen in misslichen Lagen. Oder jemanden, der einem die Hand reicht. Dafür muss man nur offen sein. Insofern wird alles gut. Oder, wie ein Kletterpartner zu sagen pflegte: „What’s the worst that can happen? A slow and painful death“.

Die Sache mit dem Sicherheitstraining

99% der Leute, die sagten: wozu braucht man ein Sicherheitstraining? Was soll denn im Ausland passieren? Haben mir im nächsten Satz mindestens ein Beispiel gegeben, wo ihnen oder jemand anderem etwas im Ausland passiert ist. „In Südafrika wurden wir am ersten Tag vor dem Hotel ausgeraubt. Die Reise war gelaufen und meine Frau will da nie mehr hin“/ „Es wurde in mein Hotelzimmer eingebrochen“ – Ich: Sie waren vermutlich im ersten Stock. „Woher wissen Sie das“ / „Der afrikanische Lieferant hat doch Zertifikate geschickt, das ging nicht gut aus“ Ich: die waren vermutlich selbst gedruckt. Haben Sie einen Backgroundcheck gemacht? „Äh nee. Wir wussten nicht, dass es so etwas gibt“ und viele weitere Beispiele.

Hätte Ihnen mein Training geholfen? „Ähh, jaa, jetzt wo Sie das sagen……“.

Meine Mission in diesem Leben

Ja, ich habe eine Mission.

Diese ist, begreiflich zu machen, dass gute Vorbereitung weder schwer noch panikauslösend ist. Diesen Bullshit höre ich auch manchmal. Das ist völliger Quatsch. Sondern sie führt dazu, dass Du mit Sinn und Verstand und ganz wach in die Welt gehst. Ich weiß wovon ich rede und dass der Preis, den man ohne solch ein Training zahlt, noch viel höher ist. Beispiele von Personen, bei denen ohne Vorbereitung und genug Erfahrung einiges schiefgelaufen ist, kenne ich genug. Erst heute war in der Zeitung die Meldung eines Todesfalles durch Gelbfieber. Bedauerlich.

 

Un‘ nu?

Wenn Du jetzt auf den Geschmack gekommen bist, Dein Leben endlich in die Hand zu nehmen und aus Deiner Reiselust tolle reale Erlebnisse zu generieren – die Welt ist ein spannender Ort! – dann sei dabei vom 17.09. – 21.09.2018 in Marrakesch zum Seminar „Jetzt entdecke ich die Welt“ Reisesicherheit für Frauen. Es wird eine kleine feine Gruppe mit 5 handverlesenen Frauen, viel Spaß und ganz viel Info und Praxis.

In diesem Sinne, allzeit eine gute und sichere Zeit.

Wir sehen uns in Marrakesch

Deine Ute