In tropischen Ländern können sich auch kleinste Verletzungen zu ärztlich behandlungsbedürftigen Entzündungen entwickeln. Daher ist es wichtig, ihnen früh genug Beachtung zu schenken und sie nicht auf die leichte Schulter nehmen.

 

Achtung! Dies ist keine medizinische Beratung. Mir liegt das Thema Gesundheit nur sehr am Herzen und ich schreibe diesen Artikel, da ich auf meinem letzten Aufenthalt in Kambodscha gleich zwei Personen getroffen habe, die sich durch unsachgemäße Behandlung von Verletzungen schwere Entzündungen zugezogen hatten und ärztlicher Behandlung bedurften.

 

Vom Hörensagen weiß ich, dass man die Erfahrung einer kambodschanischen Klinik jetzt nicht unbedingt braucht. Zur Not einen Flieger nehmen und in ein Nachbarland fliegen, in dem die medizinische Versorgung besser ist.

Kleine Verletzungen mit großer Wirkung

Normalerweise ist ein kleiner Schnitt vom Rasieren oder ein aufgekratzter Pickel oder Mückenstich nichts, dem wir größere Beachtung schenken. Zumindest nicht in mitteleuropäischen Klimaverhältnissen. Die Verletzung ist nach ein paar Tagen wieder verheilt. Wenn man sehr eitel ist, schmiert man vielleicht sogar ein bisschen Abdeckstift drauf.

In tropischen Gefilden sollte man das nicht tun. Denn in feuchtwarmen Ländern herrschen andere Umweltbedingungen, die ein ideales Klima für die Vermehrung von Bakterien schaffen. Dadurch verläuft die Heilung manchmal nicht wie gewohnt und es kann zu Entzündungen kommen.

Woran erkenne ich eine entzündete Wunde?

Nach dem griechischen Arzt Galenus von Pergamon (ca. 200 nChr.) gibt es 5 Entzündungszeichen:

• Rötung („rubor“)

• Schwellung („tumor“)

• Schmerz („dolor“)

• Wärme („calor“)

• Eingeschränkte Funktion („functio laesa“)

Je nach Fortschritt wird man auch ohne diese zu kennen wissen, was Sache ist.

Wunden frühzeitig behandeln

Kleinere Entzündungen sind auch noch kein Beinbruch, nur sollte man sie sofort gut versorgen. Bei der Frau, die ich kürzlich traf, hatte sich eine kleine Rasier-Verletzung in der Achselhöhle stark entzündet und war zum Zeitpunkt unserer Begegnung für sie unerträglich schmerzhaft, dick geschwollen, gerötet und heiß. Jede Bewegung des Arms tat weh.

Auf keinen Fall selbst an so etwas herumdoktern und unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch kleinste Wunden sollten ausreichend desinfiziert und am Besten mit Pflaster oder einer sterilen Wundauflage abgedeckt werden. Regelmäßig erneuern. Das ist nicht übertrieben, denn better safe than sorry!

Eine geeignete Reiseapotheke ist unverzichtbar

Die zweite Person die ich traf hatte nach einem Rollerunfall nur ein bisschen Händedesinfektion auf die Abschürfung am Bein gekippt und es damit auf sich beruhen lassen. Nicht ganz die korrekte Methode, auch wenn man nichts anderes dabei hat. Ende vom Lied war eine schwere Entzündung am Bein, die mit Antibiotika behandelt werden musste und der Reiselust zumindest für ein paar Tage einen ziemlichen Abbruch tat.

Wunden müssen mit einem geeigneten Desinfektionsmittel gut gereinigt und abgedeckt werden. Bleiben sie offen, kommen neue Bakterien hinein.

Die Reiseapotheke

Die Reiseapotheke sollte im Besten Fall auf alles Mögliche vorbereiten. Das kann mehr oder weniger umfangreich werden. Wenn man keine Lust hat selbst etwas zusammenzustellen, gibt es fertige Reiseapotheken zu kaufen. In einfacher Ausführung oder umfangreicher mit Standardmedikamenten gegen Fieber, Durchfall, Elektrolyterlust, Halsschmerzen etc.

Hinweis für Minimalisten!

Wenn Sie ein minimalistisch Reisender sind, der sagt „ach brauch ich alles nicht“, trotzdem bitte  zumindest ein kleines Erste Hilfe Set mit sterilen Kompressen, Pflastern, Wund-Desinfektionsspray und –creme mitnehmen. Das braucht nicht viel Platz. Nicht überall gibt es Apotheken bzw. sind diese gut ausgerüstet.

Allzeit gute Reise

Ute Schneider