Sicherheitsmythos – „Mir passiert nichts, ich fliege unter dem Radar“

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Kriminelle, die es auf die High Net Worths dieser Welt oder Mitarbeiter großer Konzerne abgesehen haben, machen sich das Internet natürlich auch zunutze. Über fast jeden Menschen findet man hier irgendwelche Informationen. 

Die meisten Opfer schweigen 

Ich schreibe darüber, da die meisten Opfer die Vorfälle im Stillen regeln und nichts davon nach außen dringt. Meist aus Scham und natürlich auch, um keine Nachahmer auf den Plan zu rufen.

Gleiches gilt für Entführungen der Mitarbeiter großer Unternehmen im Ausland. Das ist mittlerweile ein eigener Wirtschaftszweig, auch wenn die Vorfälle aus verständlichen Gründen nicht an die große Glocke gehängt werden. Zu glauben, dass man unter dem Radar fliegt, ist also ein Sicherheitsmythos. 

So erscheint es in der öffentlichen Wahrnehmung, als seien das Einzelfälle. Ich möchte zur Sensibilisierung beitragen. 

Trickreiche Infobeschaffung

Auch wenn Sie selbst nichts posten, wird sich irgendwas im Netz über Sie finden lassen: Die Teilnahme an einer hochrangigen Veranstaltung, eine Spende an den lokalen Golfclub,  eine Preisverleihung Ihres Unternehmens oder der Name eigenstickt am Hemdkragen. Et voilà, die Kriminellen haben eine erste Spur.
Die weitere Infobeschaffung kann dann sogar über den engsten Familienkreis laufen. 

Wenn Sie zum Beispiel Kinder im Teenageralter haben, sollten Sie mit ihnen ein Gespräch über Sicherheit im Internet führen.
Die meisten Teenager sind ziemlich arglos im Netz. Jeder wird zum Freund erkoren und mit einem gefälschten Profil kann man sich ganz leicht selbst als Teenager ausgeben.

Wenn man dann über die „eigenen Eltern“ ein bisschen meckert, erfährt man von den Kindern vermutlich ziemlich viel. Ist dann eine Beziehung aufgebaut – wir mögen Menschen, die so sind wie wir  – ist der Schritt zum Vertrauen nicht weit. Die Tür ist weit offen. Ein paar geschickt getarnte „harmlose“ Fragen und derjenige hat alles, was er braucht. 

Alles ist Information

Alles ist Information. Wo Sie wohnen, wohin Sie reisen, wo Sie einkaufen, die neuste Anschaffung einer Kelly Bag etc. Das hat mehr Aussagekraft, als Sie ahnen.

Geschulte Täter wissen Informationen genau zu analysieren. Um bei dem Beispiel mit der Golfclub Spende zu bleiben: in dem Fall muss man nur den Jahresbeitrag googeln um zu wissen, ob Sie ein lohnenswertes Opfer darstellen oder nicht. So einfach. 

Was ist zu tun? 

Wie immer im Leben gibt es keine Standardlösung. Wie und für welche zwecke Kriminelle Informationen nutzen, wissen Sie im Vorfeld nicht. Geplante Entführung oder Erpressung – berühmtestes Beispiel wohl Susanne Klatten, die auch unter dem Radar flog – der Phantasie sind keine Grenzen  gesetzt.

Ein paar grundsätzliche Dinge sollten Sie beachten: 

1. Keine privaten Details aus Ihrem direkten Umfeld posten. Schon gar keine Fotos Ihrer Kinder.

2. Mit Ihren Kindern über mögliche Gefahren sprechen. Niemand muss wissen, in welchem Reitstall das Pferd Ihrer Tochter steht und welches die bevorzugte Ausreitstrecke ist.

3. Backgroundcheck von Mitarbeitern und Menschen im näheren Umfeld. Regelmäßig – Lebensumstände ändern sich.

4. Innerhalb der Familie stets Aufenthaltsorte und Zeiten kommunizieren. Auch wenn pubertierende Kinder das vermutlich „ziemlich ätzend“ finden werden.

5. Terminänderungen stets sofort kommunizieren und Handy Akku immer aufladen.

Keine Paranoia! 

Natürlich bringt Paranoia niemanden weiter. Nicht hinter jeder Ecke lauert ein Krimineller. Allerdings reicht schon ein einziger, um Ihnen zumindest den Tag zu versauen. Oft bleibt eine lebenslange Traumatisierung. Manchmal überleben die Opfer den Vorfall auch nicht. Das sollten Sie niemals vergessen.

Wie immer gilt: achten Sie auf Ihr Gefühl. Wenn Ihnen irgendjemand komisch vorkommt, nehmen Sie Abstand oder prüfen Sie die Angaben. Googeln Sie sich mal unter dem Sicherheitsaspekt selbst. Was finden Sie über sich heraus? Wie und wofür könnten Sie die Daten nutzen?

Wenn Sie weitere Info wünschen, tragen Sie sich hier in meinen Verteiler ein und erhalten gratis eine Checkliste zur Vorbereitung auf internationale Geschäftsreisen. 

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, freue ich mich, wenn Sie ihn teilen. Ich wünsche Ihnen allzeit eine gute und sichere Zeit,

Ihre Ute Schneider 

Be aware – mein Sicherheitstipp Nummer eins

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Be aware! Neulich wurde ich gefragt, was so mein Nummer eins Sicherheitstipp ist. Darauf gibt es eine klare Antwort: be aware!– sei aufmerksam! Achte darauf, was sich um Dich herum abspielt. 

Neulich wurde ich gefragt, was so mein Nummer eins Sicherheitstipp ist. Darauf gibt es eine klare Antwort: be aware – sei aufmerksam!

Be aware

Es gibt Studien unter Gefängnisinsassen, denen man Fotos von Passanten zeigte. Welche würden sie als mögliches Opfer auswählen? Die Antworten waren so klar wie einheitlich: die Unaufmerksamen. Denn Täter sind faul. Sie wollen keine unnötige Arbeit mit den Opfern. Das Phänomen kann man sehr gut auf den Videos zur Sicherheitslage in Brasilien beobachten.

Die Medien hatten ja zur WM ausgiebig die Sicherheitslage vor Ort porträtiert. Überfallen wurden vor allem - aber nicht nur - diejenigen, die gerade mit dem Handy telefonierten, durch ein Gespräch oder sonstiges abgelenkt waren. Bis sie wussten was passiert, war der Angreifer schon auf und davon. 

Es gibt Studien unter Gefängnisinsassen, denen man Fotos von Passanten zeigte. Welche würden sie als mögliches Opfer auswählen? Die Antworten waren so klar wie einheitlich: die Unaufmerksamen. Denn Täter sind faul. Sie wollen keine unnötige Arbeit mit den Opfern. Das Phänomen kann man sehr gut auf den Videos zur Sicherheitslage in Brasilien beobachten. Die Medien hatten ja zur WM ausgiebig die Sicherheitslage vor Ort porträtiert. Überfallen wurden vor allem diejenigen, die gerade mit dem Handy telefonierten, durch ein Gespräch oder sonstiges abgelenkt waren.

Die menschliche Aufmerksamkeitsspanne ist begrenzt


Die menschliche Aufmerksamkeitsspanne ist begrenzt

Die menschliche Aufmerksamkeitsspanne ist per se ja schon sehr begrenzt. Wir nehmen nur einen Bruchteil der Dinge wahr, die um uns herum passieren. Ein schönes Experiment dazu ist  The Monkey Business Illusion. Sie werden überrascht sein. 

Vor allen Dingen nehmen wir das wahr, auf das wir unsere Wahrnehmung lenken. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Durch Musikhören oder telefonieren wird die Aufmerksamkeit zusätzlich aus dem Außen in die innere Erlebniswelt gelenkt. Die Konzentration ist dann verstärkt auf eine Sache gerichtet. Den Rest blenden wir aus. Alles andere würde zu Input-Overflow führen. 

Die menschliche Aufmerksamkeitsspanne ist per se ja schon sehr begrenzt. Wir nehmen nur einen Bruchteil der Dinge wahr, die um uns herum passieren. Ein schönes Experiment dazu ist The Monkey Illusion. Wir nehmen nur einen Bruchteil der Dinge wahr, die um uns herum passieren.Vor allen Dingen  das, auf das wir unsere Wahrnehmung lenken. Durch Musikhören oder telefonieren wird die Aufmerksamkeit zusätzlich aus dem Außen in die innere Erlebniswelt gelenkt. Die Konzentration ist dann verstärkt auf eine Sache gerichtet. Der Rest wird ausgeblendet.

So sind schnelle Reaktionen nicht möglich

So sind schnelle Reaktionen nicht möglich

Wenn ich mit der Aufmerksamkeit irgendwo anders bin, sehe ich nicht, was um mich herum vorgeht. Hören sowieso nicht. So angenehm zum Beispiel Musik hören ist, man blendet dadurch alle warnenden Geräusche aus. Beim Radfahren finde ich es immer belustigend, wenn die Jogger zusammenzucken sobald ich im Feld an ihnen vorbeifahre.

Nachts mit Musik Joggen ist eine sehr unkluge Idee, denn ein möglicher Angreifer hat dadurch leichtes Spiel. Warum ich das erwähne? Weil es leider immer wieder zu solchen Vorfällen kommt. 

Denn ich sehe dann nicht, was um mich herum vorgeht. Hören sowieso nicht. So  angenehm zum Beispiel Musik hören ist, man blendet dadurch alle warnenden Geräusche aus. Beim Radfahren finde ich es immer belustigend, wenn die Jogger zusammenzucken sobald ich im Feld an ihnen vorbeifahre. Nachts mit Musik Joggen ist eine sehr unkluge Idee, denn ein möglicher Angreifer hat dadurch leichtes Spiel.

Die Reaktionszeit

Die Reaktionszeit

Die Reaktionszeit wird beschrieben im sogenannten „OODA Loop“ (John Boyd), der sich zusammensetzt aus Observe, Orient, Decide, Act. Ein Ereignis wird wahrgenommen, kognitiv verarbeitet, dann im Kopf eine Entscheidung zur möglichen Handlung getroffen und erst dann erfolgt die Reaktion. Das ist ein komplexer Prozess, der durch viele Faktoren beeinflusst wird.

Wird schon der erste Reiz (Angriff)  durch einen anderen Reiz überdeckt (z.B. Musikhören) ist der Loop bereits im ersten Punkt gestört und die mögliche Handlung zeitverzögert. Daher: be aware!

Die Reaktionszeit wird beschrieben im sogenannten „OODA Loop“ (John Boyd), der sich zusammensetzt aus Observe, Orient, Decide, Act. Ein Ereignis wird wahrgenommen, kognitiv verarbeitet, dann im Kopf eine Entscheidung zur möglichen Handlung getroffen und erst dann erfolgt die Reaktion. Das ist ein komplexer Prozess, der durch viele Faktoren beeinflusst wird. Wird schon der erste Reiz (Angriff)  durch einen anderen Reiz überdeckt (z.B. Musikhören) ist der Loop bereits im ersten Punkt gestört und die mögliche Handlung zeitverzögert. Daher: be aware!

Pre-Incident Indicators

Pre-Incident Indicators

Angriffe kommen nicht völlig aus dem Nichts. Sie kündigen sich in aller Regel in irgendeiner Art und Wiese durch sogenannte 'Pre Incident Indicators' an. Täter suchen ihre Opfer gezielt aus und nähern sich ihnen. Wenn Ihnen auffällt, dass jemand Sie mit erhöhtem Interesse beäugt oder gar im Gleichschritt neben ihnen läuft – das tun im Normalfall nur gute Freunde – nehmen Sie Kontakt auf. Fragen Sie zum Beispiel ganz unverfänglich nach der Uhrzeit. Das nehmen Sie dem Täter das Überraschungsmoment und Sie werden als Opfer unattraktiver.

Es gibt nicht DAS EINE Anzeichen. Genauso wenig wie bei Lügen. Achten Sie auf Dinge, die Ihnen irgendwie komisch vorkommen und die von der Norm abweichen. Selbst wenn Sie sich als nicht besonders intuitiv bezeichnen – die Warnsignale sind da. Schenken Sie ihnen Gehör. Mehr dazu in meinem Blogartikel über Intuition.

Angriffe kommen nicht völlig aus dem Nichts. Sie kündigen sich in irgendeiner Art und Wiese durch sogenannte 'Pre Incident Indicators' an. Täter suchen ihre Opfer gezielt aus und nähern sich ihnen. Wenn Ihnen auffällt, dass jemand Sie mit erhöhtem Interesse beäugt oder gar im Gleichschritt neben ihnen läuft – das tun im Normalfall nur gute Freunde – nehmen Sie Kontakt auf. Fragen Sie zum Beispiel ganz unverfänglich nach der Uhrzeit. Das nimmt das Überraschungsmoment und Sie werden als Opfer unattraktiver.
Es gibt nicht DAS EINE Anzeichen. Genauso wenig wie bei Lügen. Achten Sie auf Dinge, die Ihnen irgendwie komisch vorkommen und die von der Norm abweichen. Selbst wenn Sie sich als nicht besonders intuitiv bezeichnen – die Warnsignale sind da. Schenken Sie ihnen Gehör.

Sicherheit und Kultur – auf den Kontext kommt es an

Sicherheit und Kultur – auf den Kontext kommt es an

Sicherheit in fremden Ländern bedingt die Auseinandersetzung mit der Landeskultur. In asiatischen Ländern beispielsweise ist es nicht ungewöhnlich, dass sich jemand zu einem an den Tisch setzt und ein Gespräch beginnt. Man bekundet damit Interesse an dem Menschen und seiner Kultur. In Deutschland wäre das gleiche Verhalten schon sehr befremdlich. Oder nicht? 

Sicherheit in fremden Ländern bedingt die Auseinandersetzung mit der Landeskultur zu tun. In asiatischen Ländern beispielsweise ist es nicht ungewöhnlich, dass sich jemand zu einem an den Tisch setzt und ein Gespräch beginnt. Man bekundet damit Interesse an der anderen Kultur. In Deutschland wäre gleiches Verhalten sehr befremdlich.

Es ist ein weites Feld 

Sicherheit ist ein weites Feld. Es gibt viel zu beachten und potentielle Gefahren zu kennen, ist schon ein großer Beitrag zum persönlichen Schutz. Nichts ist selbstverständlich! Gerade "Weitgereiste" fallen in die Globetrotter-Routine-Falle, wie ich sie nenne. Wenn lange nichts passiert, wird man nachlässiger. Bis einem mal wieder jemand eine Geschichte aus der Praxis erzählt. Meist sind es keine spektakulären "Agenten Geschichten" sondern der ganz normale alltägliche Wahnsinn, der bei den meisten Hörern ein "sowas wäre mir nicht passiert" auslöst. Who knows - der Teufel steckt im Detail. 

Wenn Sie mehr zum Thema erfahren wollen, beispielsweise in einer Inhouse Sicherheits-Awareness-Schulung, ganz bequem in Ihrem unternehmen oder auch 1:1 per Skype:  Get in touch!

Allzeit eine gute und sichere Zeit!

Ihre Ute Schneider 

Was kostet Sie der vorzeitige Entsendungsabbruch Ihrer Mitarbeiter?

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Immer wieder höre ich den Satz: „wir erwarten, dass unsere Expats im Ausland  klarkommen“. Das ist ja prinzipiell auch alles gut und richtig, Business ist kein Ponyhof. Selbst Unternehmen mit Tischkicker und Gratis-Äpfelchen wollen am Ende des Tages schwarze Zahlen sehen. Nur, wenn es nicht so läuft wie gedacht, kommt es häufig zum vorzeitigen Entsendungsabbruch. Das ist nicht nur unschön - in der Folge verlassen die Mitarbeiter auch oft das Unternehmen.


Welche Kosten bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Ich habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht und die Punkte in einer Liste zusammengefasst. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist sicher  je nach Mitarbeiter und Land, in das entsendet wird,  unterschiedlich zu bewerten.

Kosten der Entsendung

  • Auswahlprozess potentieller Assignees
  • Look and See Trip(s) für Mitarbeiter und Familie 
  • Sprachtrainings  für Mitarbeiter und Familie
  • Interkulturelle Trainings für Mitarbeiter und Familie
  • Kosten Arbeitszeit die für Vorbereitung genutzt wird
  • Relocationkosten: Umzug, Möbel einlagern, Visa, Genehmigungen, Übersetzungen der Dokumente, Anmeldungen bei Behörden im Ausland,  Immobilienmakler, etc. 
  • Arbeitszeit, die für Organisatorisches vor Ort genutzt wird
  • Diverse Heimflüge
  • Boni
  • Auslandszulage
  • Zulage für Schulkosten der Kinder
  • Ausgleich Währungsschwankungen
  • Eventuelle Zusatzversicherungen
  • Verwaltungsaufwand durch HR
  • Wohnungszuschlag
  • Eventuell Fahrer
  • Steuerberater internationale Steuer
  • Fachanwalt für Auslandsrecht
  • Zeit, bis Mitarbeiter die Abläufe in der ausländischen Niederlassung kennt und volle Leistung erbringen kann
  • Arbeitszeit, bis Business vor Ort aufgebaut ist bei Neugründung
  • Dazu: Gründungskosten, Büromiete, Makler, Consultants, Juristen, Heimflüge zur Absprache mit HQ
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Was Abgrenzung mit guter zwischenmenschlicher Verbindung zu tun hat

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Ich bin ich und Du bist Du

Das erfahren Sie im folgenden Artikel. 

Als ich mein Seminar „Mut zur Abgrenzung“ das erste mal anbot, kam die Frage, wieso ich ein Seminar zum Thema Abgrenzung und nicht zum Thema Kontaktaufnahme machen würde. Das sei doch viel wichtiger. Ja, in der Lage zu sein guten Kontakt zu anderen Menschen herzustellen ist wirklich sehr wichtig und fällt vielen in Zeiten von Social Media, die die direkte Ansprache etwas verdrängen, immer schwerer.

Grenzen sind aber mindestens genauso wichtig. Wir sind nicht „alle eins“. Selbst wenn einem das in jedem zweiten Yogastudio entgegengesurrt wird. Ich möchte auch gar nicht mit allen "eins" sein. Ich bin ich - und Du bist Du. Jeder mit seinem persönlichen Territorium. Wir können uns ab und zu gerne in der Mitte treffen. Keine Frage. Das ist aber auch alles.

Warum Grenzen so wichtig sind

Grenzen sind wichtig, damit andere Menschen sich daran orientieren können. Schauen Sie sich das Verhalten kleiner Kinder an. Die testen Grenzen ganz vehement aus. Pferde tun das auch. Bietet man ihnen keine klaren Grenzen, dann verschiebt sich das Machtgefälle immer weiter – zu Gunsten des Pferdes. Wer das nicht glaubt, dem empfehle ich ein Manager-Pferde-Training. Im Zwischenmenschlichen sieht das genauso aus. Mein Gegenüber möchte wissen, woran er oder sie bei mir ist. Unklarheit und Wischiwaschitum verunsichert und diese Unsicherheit macht Menschen aggressiv. Oder, wie eine Zigarettenmarke es einst darstellte: Don't be a maybe!

Grenzen und Macht

Grenzen haben sehr viel mit Macht zu tun. Wer hat das größere Büro? Wer hat den Parkplatz am nähesten an der Firma? Niemand würde auf die Idee kommen, auf dem Parkplatz seines Chefs zu parken oder ungefragt die eigene Tasse auf dessen Schreibstich abzustellen. Es gibt da ganz klare Regeln. Werden die nicht eingehalten, gibt es empfindliche Repressalien. Wer auch das nicht glaubt, sollte beim nächsten Einkauf einem anderen Parkplatzsuchenden die anvisierte Parklücke vor der Nase wegschnappen. Bitte berichten, wie es gelaufen ist.

Das gekonnte nein sagen (no Rumgeeiere)

Ich stelle immer wieder fest, dass es viel zu viele Maybes gibt. Die sich mit einem „ich denk mal drüber nach“, „ich melde mich“, „Das muss ich mir erst noch überlegen“ aus der Affäre ziehen. Sozusagen ein Hintertürchen offen halten und sich dann sowieso nie mehr melden.

Oder, ein Klassiker, durch einfaches Nichtbeantworten und Ignorieren von Mails jegliche Verantwortung abgeben. Warum nicht gleich Butter bei die Fische? Denn man spürt es ja, wenn jemand nur rumeiert. Dann weiß doch jeder woran er ist – und man selbst hat auch seinen Seelenfrieden, da nichts Ungeklärtes in der Luft hängt.

Mehr Mut zur klaren Kante!

Rumgeeiere scheint so eine Art Volkskrankheit geworden zu sein. Wir treffen doch Entscheidungen innerhalb von Sekunden. Oder etwa nicht? Ob das der Blick auf den CV des Bewerbers oder die Frage „Date - ja oder nein?“ ist. In den allermeisten Fällen müssen wir nicht lange überlegen. Und das Beste: wir haben ein Recht nein zu sagen!

Ich muss nicht alles annehmen oder gut finden, was mir jemand unter die Nase hält. So einfach. Ob der andere das dann gut oder schlecht aufnimmt, ist dann sein Problem. Im Internet kriegen wir das alle ziemlich toll hin. Freundschaftsanfrage unerwünscht? Einfach weggeklickt. Foto auf Tinder hässlich? Weggewischt. Zack und weg. No Rumgeeiere. Also, geht doch!

Über das vorschnelle und ungefragte Du

Verhaltensregeln geben Orientierung, innerhalb welcher Grenzen ich mich bewegen kann. Dazu gehören Umgangsformen. Hat ja nicht jeder gleich viel mitbekommen. Ich dachte immer, es gäbe ein paar feste Regeln wer wem wann wie das Du anbietet. Die scheinen neuerdings außer Kraft gesetzt worden zu sein. Ein höfliches, respektvolles Sie kann doch viel mehr Nähe schaffen, als ein plump aufgedrücktes Du es je vermag.

Das plumpe Du fühlt sich für mich so an wie ein kleiner distanzloser Welpe, der auf einen zurennt, einen von oben bis unten abschleckt und einem hinterher noch auf die Schuhe pinkelt. Ein bisschen respektvoller Abstand ist da manchmal gar nicht verkehrt. Ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, aber ich möchte nicht einfach von jedem Hinz und Kunz sofort geduzt werden. Das kann man Arroganz nennen. Das kann man aber auch klare Grenzziehung nennen. Um zu verhindern, dass einem besagter Welpe später in plumper Vertraulichkeit auf die Schuhe pinkelt.

Wo ist der gute alte Handshake?

Gleiches gilt für das Begrüßungsdrücken. Der amerikanische Ethnologe und Anthropologe Edward T. Hall hat mal unter dem Begriff der Proxemik die Distanzzonen im zwischenmenschlichen Miteinander definiert. Dies sehen folgendermaßen aus:

  • Intimdistanz: bis 45 cm
  • Persönliche Distanz: 45 bis 120 cm
  • Soziale Distanz: 120 bis 360 cm
  • Öffentliche Distanz: ab 360 cm

Jeder, der versucht einen anderen ungefragt zu umarmen, dringt eindeutig in dessen Intim-Distanzzone ein. Ein Bereich, der eigentlich nur ganz wenigen Menschen vorbehalten ist. Überhaupt: was ist so schlecht am guten alten Handschlag? Damit kann man eine sehr gute Verbindung schaffen. Vor allem schaut man sich dabei in die Augen, was beim schnell hingehuddelten pseudo-kumpelhaften-Gedrücke nicht der Fall ist.

Beim Handschlag begrüßt man sich also in gebührendem Abstand, auf Augenhöhe. Ohne, dass der Welpe einem übers Gesicht leckt (um bei der Metapher zu bleiben).

Warum ist Grenzen setzen so schwer?

Das kann ich nur erahnen. Vielleicht ist es diese Kultur des: wir müssen uns alle lieb haben und dürfen bloß niemanden vor den Kopf stoßen. Jüngstes Beispiel an sehr deutlicher Grenzziehung ist die Aktion Melania Trumps, die die Hand ihres Gatten unwirsch wegschnickte. Vermutlich hatte sie ihre Gründe. Gut, das in diesem sehr öffentlichen Fall, vor den Augen der Weltpresse zu tun, da wäre etwas mehr Diplomatie angezeigt gewesen.

Vielleicht ist es auch die Tendenz, sich ein Hintertürchen offenhalten zu wollen, um bloß nicht angreifbar zu sein. Dabei gibt es doch so viele angebliche „Querdenker“. Oder ist es die Unlust, mit den negativen Gefühlen des Abgewiesenen umzugehen? Für die eigenen Gefühle ist man doch immer noch selbst verantwortlich.

Mentale Abgrenzung

Mentale Abgrenzung ist mittlerweile die Wichtigste für mich geworden. Warum? Weil ich die Energien anderer Menschen wahrnehme und das nicht immer angenehm ist. Am Liebsten ist mir natürlich die „Zwei-Füße-Technik“: Füße bewegen und Situation verlassen. Geht nicht immer. Dann heißt es aushalten und das beste draus machen. Das gelingt mir mit ein paar mentalen Techniken, die ich mir im Laufe der Zeit angeeignet und für mich passend gemacht habe. So dringt die Energie gar nicht zu mir durch und ich bleibe in meiner Mitte. Denn darum geht es: ein gutes inneres Gleichgewicht zu behalten. Hilft in überfüllten Zügen, auf Messen und im Kontakt mit weniger angenehmen Zeitgenossen.

All diese geschilderten Gründe bewogen mich dazu meinen Workshop anzubieten. Er ist für all diejenigen, die

  • mehr Mut zum Nein-Sagen entwickeln wollen
  • mehr klare Kante zeigen wollen
  • sich vor den Energien ihrer Mitmenschen besser schützen und ihr Territorium besser abgrenzen wollen
  • das Gedrücke und Geduze vielleicht genauso leid sind wie ich
  • mehr Mut zum ganz klaren Grenzen-ziehen aufbringen wollen

Aktuelle Termine finden Sie unter: Mut zur Abgrenzung.

Ein Nachsatz: In der Distanz des Internets ist es so chic geworden Hate-Mails zu schicken. Sie müssen nicht meiner Meinung sein. Sie dürfen sogar ganz entschieden anderer Meinung sein. Das macht die Welt bunt. Aber bitte sehen Sie davon ab, anonym im Netz rumzuhetzen. Das ist keine klare Kante. Das ist dumme Feigheit.

In diesem Sinne. Allzeit eine gute Zeit,

Ihre Ute Schneider ​

 

 

 

Als Expat in China – Herausforderungen und Empfehlungen

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Chinesische Flagge

China spielt als Markt eine große Rolle für die deutsche Wirtschaft und damit einhergehend die Entsendung von Expats. Im Laufe der letzten zwei Jahre habe ich mit einigen von ihnen über ihre besonderen Herausforderungen im Land gesprochen und die Erfahrungen ähneln sich. Die Essenz daraus erhalten Sie im folgenden Artikel.


1. Mangelhafte Vorbereitung


Die meisten nach China entsandten Exptas fühlten sich von ihren Unternehmen ungenügend vorbereitet. Das gilt nicht nur für China-Entsendungen. „Ich dachte, das wird schon“, meinte einer. „So schwierig wie es dann wurde, hatte ich es mir nicht vorgestellt“, ein anderer. Die Anpassung an das fremde Land gelang oftmals nur unter großen Anstrengungen, weiteren Trainings und Coachings und längerem Aufenthalt. Von Unternehmensseite waren Umzug und Sozialversicherung zumeist geregelt, Dinge wie Anzahl der Heimflüge, Wohnungssuche, Gegebenheiten vor Ort und – ganz wichtig für China!! spezielle Zusatzversicherungen für den Fall eines Klinikaufenthaltes oder Arztbesuchs, wurden oftmals vergessen. Diese Dinge im Krankheitsfall klären zu müssen, ist mit ziemlich viel Mühe und administrativem Aufwand verbunden. Lieber vorab mit heimischer Versicherung reden, das spart in jedem Fall Nerven.

2. Hierarchische Stellung im Ausland ungeklärt


Die Rangordnung in der Hierarchie der chinesischen Niederlassung muss unbedingt geklärt sein. Diese muss ganz klar kommuniziert werden, um einen reibungslosen Ablauf im beruflichen Miteinander zu gewährleisten. Eine gewisse Rolle in der Heimat innezuhaben reicht nicht aus. Führung funktioniert in China anders als in Deutschland. Setzen Sie sich frühzeitig mit dem Thema auseinander und holen sich Rückendeckung im Unternehmen, um Ihren Status ganz klar vertreten zu können. Das vereinfacht die Kommunikation in China und verhindert Mißverständnisse.

3. Fehlende Ortskenntnis


Viele Expats erzählten, dass sie sich vorab zu wenig mit der zukünftigen Wohnsituation auseinandergesetzt hatten. Manch einer fand sich dann zum einen relativ weit weg von der Arbeitsstelle oder möglichem Sozialleben wieder. Wenn die nächste Expat-Kneipe weit weg ist, kann es sehr schnell zu privater Isolation kommen. Das ist nicht zu unterschätzen. Also unbedingt vorab klären, wo man am Besten wohnt und nach Ankunft im Land gleich herausfinden, wo sich die wichtigsten Punkte wie Kliniken, Supermärkte, Sportmöglichkeiten und Expat-Treffs befinden. Viele Expats haben gute Erfahrungen mit sogenannten Serviced Appartments gemacht. Sie können sich somit auf ihren Job konzentrieren und von der Annahme der Post bis zur Reinigung der Kleidung und Organisation des Alltags wird alles von der Service Firma übernommen. Die Mitarbeiter sprechen meist gut Englisch und können einem mit Rat und Tat bei Fragen der Organisation des neuen Alltags, zum Beispiel Mobiltelefonvertrag etc. zur Seite stehen. Das hilft auch mit der Sprachbarriere. Sollte ein Arztbesuch erforderlich sein, einfach dem Taxifahrer einen übersetzten Zettel oder einen Stadtplan (Chinesisch/ Deutsch) reichen. Dieser Tipp bewährt sich nicht nur in China. Vorsicht walten lassen bei zwielichtigen Taxis. Am besten über die Service Agentur oder das Unternehmen buchen. Selbst zu fahren ist in China, wie den meisten asiatischen Ländern, nicht empfehlenswert. Der Verkehr ist chaotisch und im Falle eines Unfalls hat man mehr Ärger als einem lieb ist. Also einfach lassen. 

4. Lebenshaltungskosten und Gehalt

Erst vor Ort festzustellen, dass die Lebenshaltungskosten höher sind als erwartet, das Gehalt aber nicht angepasst wurde, führt zu Frustration. Also unbedingt vorab klären wie hoch die Kosten sind – beispielsweise sind westliche Lebensmittel sehr teuer - und wie man das Finanzielle regelt. Mietkosten sollten nicht Teil des Gehalts sein, sondern eine separate Regelung zwischen Unternehmen und Expat getroffen werden. Der Umgang mit Wechselkursrisiken bedarf ebenfalls genauer Betrachtung. Möglichkeiten sind, das Gehalt in der Landeswährung zu zahlen und als Unternehmen zum Beispiel von vornherein die Wohnkosten zu übernehmen. Bei Fragen zum Entsendungsvertrag am besten mit einem Fachanwalt reden.

5. Luftverschmutzung

China ist nicht die Rhön, das darf man nicht vergessen. Der Smog erreicht teils unerträgliche Werte. Auswirkungen der Verschmutzung auf den menschlichen Organismus sind Atemnot und Hautveränderungen. Normale Einwegmasken oder Stoff-Mundschutz, wie man ihn in Asien vielerorts kaufen kann, hilft nicht gegen die ganz feinen Partikel in der Luft. Es gibt Spezial-Einwegmasken die auch feinste Partikel filtern. Kostenübernahme sollte vorab geklärt werden. Für die meisten Expats waren diese Masken auch keine Dauerlösung. Eher Heimflüge, nicht nur um die Familie zu sehen, sondern auch, um mal wieder saubere Luft zu atmen.

6. Kulturelle Unterschiede

Vor einem Umzug nach China sollte man sich unbedingt mit Kultur und Geschichte des Landes auseinandersetzen. Auch wenn bei Ausländern oft ein Auge zugedrückt wird, kann man so manchen Konflikt umschiffen, wenn man sich mit Dingen wie Face Saving und lokalen Gepflogenheiten auseinandersetzt. Hier empfiehlt sich die Zuhilfenahme eines auf China spezialisierten Interkulturellen Trainers, der einem auch während des Aufenthalts mit Rat und Tat zur Seite steht. Vieles Fragen ergeben sich schließlich erst im Laufe der Zeit.

7. Sprachbarriere/ Umgang mit Einsamkeit

Die meisten Befragten erwähnten, dass sie die Einsamkeit in der ersten Zeit völlig unterschätzt hätten. Sie gaben an, dass sie sich nur auf den Job konzentrierten und ganz vergessen hatten, dass man ja auch noch ein Privatleben hat und auch braucht, egal, wie viel man arbeitet. Mit Einsamkeit hat man bei fast jedem Umzug zu tun, nur in China ist das Ganze durch die Sprachbarriere noch etwas verschärft. Mal eben mit jemandem ins Gespräch kommen, geht nicht so einfach, da viele Menschen kein Englisch sprechen. Da hilft es, sich erst mal auf seine Hobbies zu besinnen und zu versuchen, die Zeit alleine zu genießen.

8. Coaching buchen

Sich einsam und isoliert zu fühlen ist ganz normal. Viele Menschen trauen sich nicht das zuzugeben, da die Umwelt meist nur das „tolle Abenteuer“ sieht,

beziehungsweise Unternehmens-intern erwartet wird dass man „funktioniert“. Na klar, will und soll man ja auch. Nur sind wir alle nur Menschen. Nicht jeder kann gleich gut alleine sein oder mit dem Verlassen der Komfortzone und dem vielen Neuen umgehen. Das kostet Kraft! Wenn Sie sich also mit Herausforderungen konfrontiert sehen, die Sie nicht so ohne weiteres verarbeiten und managen können, buchen Sie ein Coaching.

Das waren ein paar der für China typischen Herausforderungen. Es gibt auch noch ein paar generelle Herausforderungen, mit denen sich fast jeder Expat auseinandersetzen sollte, ungeachtet des Landes. Einen kleinen Vorgeschmack erhalten Sie in meinem Gratis E-Book „Life abroad“. Einfach eintragen und downloaden. Sie haben Fragen zu weiteren Themen wie Sicherheit und Gesundheit im Ausland oder möchten ein Coaching buchen? Get in touch! Ich freue mich auf Sie.

Allzeit eine gute Zeit, Ihre Ute Schneider








Hochsensibel in Kambodscha: von Karaoke, Hochzeiten und Plastik

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Karaoke in asiatischen Bussen
Filme in asiatischen Ueberlandbussen

Aus aktuellem Anlass schreibe ich zu diesem Thema. Aus einem Kilometer Entfernung werde ich hier mit lauter Karaoke-Musik, performt durch offensichtlich bereits betrunkene Männer beschallt. Es ist erstaunlich, wie weit man das hört. Und das seit Tagen, ab ca. 18 Uhr. Je höher der Alkohol-Pegel, desto mutiger die Sänger.

"Hier" bezieht sich gerade auf Kampot, in Kambodscha. Karaoke ist jedoch generell in Asien sehr beliebt.

Bevor sich jetzt irgendjemand echauffiert, mich als Rassisten bezeichnet oder mir sagt ich solle doch zu Hause bleiben. Ein ganz klares: nein, das werde ich nicht. Die kleinen Checker, die in deutschen Zügen ihre Handys voll aufdrehen sind schließlich genauso unerträglich für sensible Ohren.

Bei langen Fahrten gibt's dann auch anscheinend lustige Filme (anscheinend Verballhornungen von irgendjemandem) - auch schlimm. Wie immer in diesem Fall empfehle ich Ohropax, der ständige Begleiter für Hochsensible. Ich trage meine in einem Röhrchen am Schlüsselbund. Priceless!!!

Überlandbusse in Asien

Zu den Bussen lässt sich noch sagen, dass die zumindest in Vietnam die ganze Strecke hupen. Vor jeder Kurve und auch zwischendurch. In Kambodscha als auch in Thailand empfand ich das als nicht ganz so schlimm. Wirklich ständig. Ich erinnere mich an eine Fahrt, auf der ein immer betrunkener werdender europäischer Mitfahrer irgendwann zum Fahrer lief und schrie "Enough!!!  Enough is enough!". Das war sehr lustig und ich konnte ihn so gut verstehen. Der Fahrer blieb davon absolut unbeeindruckt. Fazit again: Ohropax.

Hochzeiten in der  Dry Season

Wenn die Regenzeit vorbei ist wird geheiratet. In Kampot werden dann Zelte in den Strassen aufgestellt und teilweise Lautsrpecher auf kleinen Vans angekarrt. Der Bräutigam muss zum Haus der Braut laufen. Dort wird dann geheiratet und gefeiert. Das heisst Dry Season ist auch Lärm-Season. Und die Zeit verstopfter Strassen, wie man mir sagte. Ich war mal in Vietnam auf eine Hochzeit eingeladen (Europäer einzuladen bringt anscheinend Glück), da gings auch recht laut zu. Viel Musik und viel Light-Shhow. Sehr amerikanisch angehaucht übrigens. Aber das ist eine andere Geschichte.

Die sogenannte Dry Season ist ab dem Ende der Regenzeit, also von Novemer bis ca. Mai. Dann geht der Regen wieder los. Leider auch Hauptsaison für Asientourismus.

Es gibt aber durchaus stille Orte, ohne Karaoke und Beschallung. In den Bergen oder Klöstern. Mehr dazu im nächsten Blogbeitrag: Thailand ohne Meer.

Verbrennen von Plastikmüll

Es ist gängige Praxis im Land, das Müll, betsehend aus sehr viel Plastik, in Kambodscha verbrannt wird. Der Geruch ist schlimm  und verklebt selbst die unsensibelsten Aveolen. Es gibt Mülltonnen, aber komplett bin ich durch das System noch nicht durchgestiegen. Verbrannt wird überall: auf Wiesen, vor Häusern, manchmal in Gräben neben der Strasse. Gesund ist das jedenfalls nicht.

Eine Million Roller

Mir ist jetzt klar, warum Asiaten so oft mit Mundschutz rumlaufen. Vermutlich wegen möglicher Bakterien, aber siche rauch wegen des Smogs. Saigon war am Schlimmsten. Da habe sogar ich mir einen gekauft - rosa mit Blümchen. Sehr chic!! Der Smog war so dicht, man konnte die Luft förmlich schneiden.

Märkte

Märkte sind wahre Schätze für sensible Nasen. Wenn das frische Blut der Fische und geschlachteten Hühner, gemischt mit Wasser die Strasse entlangläuft, bei 35 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit. Das ist schon was ganz Besonderes. Prinzipiell sind die Märkte super interessant. Den Geruch muss man allerdings abkönnen.  Fleischessen kann einem absolut vergehen.  Beim Besuch der Märkte entweder nicht atmen oder ganz schnell raus, wenn's gar nicht mehr geht. Nichts für empfindliche Nasen. In Thailand gibt es so kleine Silberdöschen in der Pharmacy zu kaufen, die einen mintigen Duft verströmen, die kann man sich gut unter die Nase halten. Das hilft. Vielleicht gibt's die auch hier. Werde das mal eruieren.


8 Dinge auf die Sie in Hotels achten sollten, um Ihre Sicherheit zu gewährleisten

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Hotel in Madagaskar

Hier ein paar Tipps für Aufenthalte in Hotels, die mir auf meinen vielen privaten und geschäftlichen Reisen bisher gute Dienste geleistet haben.

Denn sowohl der Hotelname, die Anzahl der Sterne als auch der Internetauftritt des Hotels sind nur ungefähre Indikatoren für die Qualität des Zimmers und die Sicherheit des Aufenthalts.

Warum? Weil gute Bewertungen im Internet manchmal gekauft sind und für die Fotos im Internet das einzig frisch renovierte Hotelzimmer fotografiert wurde.  

1. Zimmer ansehen oder nur erste Nacht buchen

Das Zimmer vorab anzusehen hat sich wirklich bewährt. Für das Hotelpersonal ist es kein Problem, ein Zimmer zu zeigen. Riecht dann ein als Nichtraucherzimmer deklarierter Raum nach Rauch oder etwas anderes ist nicht nach Ihren Vorstellungen, einfach ein anderes zeigen lassen. Das kostet vielleicht etwas Überwindung, lohnt sich aber in jedem Fall. 

Eine Anekdote: Manche englische Hotels, wie auch Privathaushalte, haben noch Teppich in den Bädern. Der ist nicht immer in einem guten Zustand. Ich war mal in einem Hotel, das sich damit rühmte, dass Queen Victoria dort schon residiert habe. Der Teppich im Bad war ungefähr auch aus dieser Zeit. Leider war es das einzige Hotel im Ort. 

2. Zimmer oberhalb des Parterre buchen

Im Parterre herrscht aufgrund der Höhe der Fenster die höchste Einbruchgefahr. Fenster sind schnell aufgehebelt oder Scheiben eingeschlagen. Zudem bekommt man alles mit, was sich vor dem Hotel abspielt. Viele Gründe das Parterre zu meiden. 

3. Zur Straßen-abgewandten Seite wohnen

Dies ist ein Tipp für Gegenden, in denen es öfter Autobomben gibt.  Die Autos werden üblicherweise auf der Straße vor dem Hotel und nicht auf dem Parkplatz im Hinterhof abgestellt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen das passiert ist vermutlich sehr gering. Dennoch sollte es nicht unerwähnt bleiben.

Nein, die Welt ist nicht voller Terroristen. Die meisten Menschen sind nett, friedlich und gastfreundlich. Sollte sich doch mal ein Terrorist in Ihre Nähe verirren, sind Sie hiermit auf der sicheren Seite.

4. Zimmer unterhalb der 6. Etage buchen

Der Grund dafür ist die Reichweite von Feuerleitern. Diese reichen in Deutschland 23 Meter hoch, also bis maximal zum 7. Stock. Feuerleitern sind nicht überall gleich lang und aufgrund der Verkehrslage ist die Feuerwehr auch nicht überall schnell vor Ort.

Ich denke gerade an die Straßen von Antananarivo in Madagaskar. Dort geht nichts schnell. Daher lieber etwas tiefer wohnen und im Brandfall, wie üblich, auf keinen Fall den Aufzug benutzen. Informiere Sie sich auch, wo der Fluchtweg verläuft und ob es Feuerleitern und Feuerlöscher auf Ihrem Stockwerk gibt.

5. Folgt Ihnen jemand?

Wenn Ihnen irgendetwas an der Person hinter Ihnen im Gang komisch vorkommt, drehen Sie lieber noch eine Extrarunde. Zimmer-Schlüssel oder Key Card Karte am besten schon in der Hand halten, damit Sie schnell im Zimmer verschwinden können.

Gerade als allein reisende Frau ist diese Vorsichtsmaßnahme nicht zu vernachlässigen.  Von innen Kette vorlegen falls vorhanden und zur Extrasicherung einen Türstopper mit Alarmsicherung anbringen. Der ist ganz leicht und man kann ihn somit auch bei kurzen Trips im Handgepäck mitführen. 

6. Vorsicht beim Verlassen des Hotels

In manchen Gegenden ist der Bereich vor dem Hotel eine beliebte Area um wohlhabende Gäste zu entführen. Dies ist ein Tipp, den ich von lateinamerikanischen Geschäftspartnern erhalten habe.

Entführungen sind ein wachsender Wirtschaftszweig

Entführungen sind ein stetig wachsender Wirtschaftszweig, in dem es um große Summen geht. Gerade wenn man mit dem Firmenlogo eines bekannten Unternehmens am Revers herumläuft und somit der finanzielle Spielraum des Unternehmens einzuordnen ist, macht man sich zur beliebten Zielscheibe.

7. Nutzung des Hotelsafes

Holz-Safe

How safe is this safe????

Es ist immer gut seine Wertgegenstände im Safe aufzubewahren. Bloß nicht offen im Zimmer liegen lassen.  Jedoch: Nicht alle Hotelsafes sind sicher. Wie das schöne Exemplar auf dem Foto. Gefunden in Vietnam. Ein Holztürchen und ein Schlüssel.

Seit ich eine Reportage darüber gesehen habe, wie leicht man auch in 5 Star Hotels mit einem Trick in Zimmer und Safe kommt, lasse ich möglichst nichts mehr im Safe. Es sei denn es ist unumgänglich.   

8. Hotelrechnung am Abend vor Abreise bezahlen

Das ist mein ganz persönlicher Tipp. Warum? Weil die Reisekostenstellen der Firmen üblicherweise sehr pingelig sind, was die Details auf der Rechnung angeht. Adressen werden in verschiedenen Ländern unterschiedlich geschrieben und wenn der Rezeptionist Ihren Namen mit dem der Firma verwechselt oder andere Dinge nicht korrekt ausgeführt sind, ist die ganze Rechnung hinfällig. Das kostet Zeit und Nerven. 

Wenn es dann auch noch technische Probleme mit der Kreditkarte gibt – ein Klassiker! kann sich der Bezahlvorgang hinziehen. Es kann durchaus mehr als einen Anlauf benötigen bis die Rechnung richtig ausgestellt ist. Wenn dann schon das Taxi zum Flughafen wartet, gibt das nur unnötigen Stress. Also lieber am Abend vor Abreise alles in Ruhe regeln.

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Ihre Ute Schneider

Ach ja, wenn Sie interessante, skurrile oder besonders nette Geschichten aus den Hotels dieser Welt haben, freue ich mich diese zu hören. 

Inhalt einer Notfalltasche und eines Notfallrucksacks

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Inhalt Notfalltasche

Angesichts der politischen Situation mancher Länder, zunehmender Kriminalität und Anschlagwahrscheinlichkeit kann sich eine friedliche Stimmung schnell in ein brenzliges Szenario verwandeln. Das soll keine Panik erzeugen, aber wenn wir an die jüngsten Ereignisse in Belgien, Türkei und Ägypten denken, verstehst Du, was ich meine.

Für den Ernstfall ist es gut, einen Notfallrucksack vorzubereiten. So hat man alles Wichtige griffbereit und verschwendet keine wertvolle Zeit mit dem Suchen von Unterlagen und Notfall-Utensilien, die über das Überleben entscheiden können.

Was gehört in eine Notfalltasche?

Reisezahnbürste, Zahnpasta & Creme (psychologische Wirkung. Die merke ich schon auf Langzeitflügen!)

Foto der Lieben (psychologische Wirkung)

Wasseraufbereitungstabletten (Tablette+ 1l Wasser = 1h warten)

Kopfschmerzmittel - am Besten kein Aspirin wegen blutverdünnender Wirkung.

Pflaster

Desinfektionsmittel

Geld (US Dollar oder Devisen)

Navigationsmittel (Kompass, GPS)

Taschenlampe, besser Stirnlampe, Knicklicht mit Pfeife

Trinkwasserkonserve (im Outdoor Handel erhältlich)

Rettungsdecke zum Wärmeerhalt, dünne Mütze,  Ersatztelefon,  Notfall Regenponcho ( z.B.: Müllbeutel)

Vokalbelliste,  Victorinox Multi Tool oder Leatherman Multi Tool,  F-Löffel (Löffel mit Feuerzeug)


Es gibt auch sogenannte Grab and Go Überlebens Kits zu kaufen. Besser ist jedoch, den Inhalt der Tasche selbst zusammenzustellen.


Wie sollte der Notfall-Rucksack beschaffen sein?

Beim Kauf von Rucksäcken ist darauf zu achten, dass seitliche Reißverschlüsse angebracht sind. Dann muss man nicht immer den ganzen Rucksack ausräumen, wenn man etwas Bestimmtes sucht. Des Weiteren empfiehlt es sich, den Inhalt in kleineren Beuteln wasserdicht zu verpacken und thematisch zu ordnen und zu kennzeichnen,  z. B.: ein Beutel mit Lebensmitteln, einen mit Ersatzkleidung usw.).

Inhalt Notfallrucksack

Inhalt des Notfall-Rucksacks

  • Unterwäsche zum Wechseln, Mückenspray, Pfefferspray (Einfuhrbedingungen klären!)
  • Navigationsmittel (Restriktionen der Länder beachten) Landkarten, Feuerzeuge, Ersatztelefon
  • Min. 3 Liter Wasser (auf mehrere Flaschen verteilen)


Halte den Rucksack griffbereit! Deponiere ihn dort, wo Du ihn schnell greifen können. Krisensituationen fordern schnelles Handeln!  Man hat wenig Zeit nachzudenken und schon gar nicht, Dinge zu suchen. Stelle ihn am besten in die Nähe der Haus- oder Wohnungstür.

Hin und wieder sollte der Inhalt auf Vollständigkeit geprüft werden. Legen Sie am Besten Ihre Liste bei zum Gegencheck. Auch die Verfallsdaten der Gegenstände müssen ab und zu kontrolliert werden. Der Aufwand und die Kosten dafür halten sich in Grenzen und sind sowieso gering im Vergleich zu Schaden an Leib und Leben.


Warum mir das Thema so am Herzen liegt?

Die jüngste Geschichte zeigt, dass Attentate mitten in Europa stattfinden können, während man sich in Brüssel auf Geschäftsreise befindet oder in Thailand einen entspannten Urlaub verbringen möchte.

Auch das generelle politische Klima kann schnell umschlagen. Zum Beispiel durch Streiks. Siehe aktuelle Situation in der Türkei. Als ich in Barcelona lebte gab es einen Streik der Logistiker. Die Geschäfte wurden nach und nach immer leerer, da kein Transporteur in die Stadt gelassen wurde. Die Stimmung war entsprechend und fühlte sich zwischendurch ziemlich bedrohlich an. Besonders als ein Mann bei dem Streik zu Tode kam. Daher: be prepared!

Desweiteren habe ich mit Menschen gesprochen die sich plötzlich in Krisengebieten wiederfanden, als das politsiche Klima umschlug (Libyen) oder in Columbien entführt wurden. Nimm Sicherheit nicht auf die Leichte Schulter!

Und mein ultimativer Buchtipp:How to avoid being killed in a war Zone, Rosie Garthwaite (2011)


Zusammen mit einem spezialisierten Kooperationspartner biete ich Sicherheitstrainings zur Gefahrensimulation, Vorbereitung auf extreme Sicherheitslagen und Wahrnehmungsschulungen an. Termine auf Anfrage.


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Die 5 unentbehrlichen Dinge für jede Reise

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Neulich fiel mir auf, dass es Dinge gibt, ohne die ich nie reisen würde und auch fast noch nie gereist bin. Bis auf den Hut, der mich aus nostalgischen Gründen seit fast 25 Jahren begleitet, variieren die anderen Dinge in Art und Beschaffenheit:

Das Hütchen muss mit

Sonnenbrille

Ob im Auto, Flugzeug oder im Café – wenn die Sonne plötzlich stark scheint ist es angenehm, eine Sonnenbrille zur Hand zu haben.
Da ich sie meist einfach nur in meine Tasche stecke und hin und wieder mal eine irgendwo liegen lasse, habe ich mir abgewöhnt die teuersten Modelle zu tragen.

Hütchen

Mein Sonnenhut ist mein Begleiter seit 1990. Irgendwie habe ich nie einen besseren gefunden und so ist er fast schon eine Art Talisman.
Ok, auf Business Trips sollte ich es nicht mehr tragen. Ergibt sich aber immer wieder… Es hält die Sonne ab und bei Wanderungen, die mich vom warmen Tiefland in die Berge führen z.B. in Madeira, hält es sogar noch warm.
Wird es irgendwann mal ersetzt werden? Wir wissen es nicht.

Schlafmaske

Die Schlafmaske hält im Flieger unliebsame Gesprächspartner ab und grelles Licht. Klappe auf, am besten noch Oropax und Ruhe is.
Um dennoch nicht das Essen zu verpassen bieten manche Fluggesellschaften mittlerweile Aufkleber an: „wake me for dinner“, „don’t wake me for dinner“ etc. Den geschlossenen Sicherheitsgurt sollte man gut kenntlich machen und nicht mit einer Decke zudecken, sonst wird man vom Flugbegleiter zum Sicherheitscheck geweckt.

Täschchen

Alle wichtigen Papiere, Handy und Kamera habe ich gerne bei mir. Die Sicherheitstasche hat genau das richtige Format dafür. Sie ist schön leicht und kann nah am Körper getragen werden. Sie hat mehrere Fächer innen und außen, die einzeln mit Reißverschluss geschlossen werden.

Das macht sie so praktisch, denn ich muss somit nie alles durchwühlen, bis ich die einzelnen Sachen gefunden habe und weiß wo alles verstaut ist. Daher reise ich auch nur mit Kompaktkamera, denn auch noch eine Tasche für all die Objektive mitzuschleppen wäre dann echt too much. Aber auch das - wie immer im Leben - ist Geschmacksache.

Bauchgurte sind auch hervorragend, um Unterlagen und Geld sicher mit sich zu führen. Da ich diese aus ästhetischen Gründen unerträglich finde, stehen sie nicht auf meiner Empfehlungsliste. Auch das ist Geschmacksache.

Daunenweste

Die Daunenweste ist der Top-Star unter meinen Reisebegleitern!! Auch in sehr heißen Ländern kann es, bedingt durch Klimaanlagen in Hotels, Museen und Shops unglaublich kalt werden. Der Temperaturunterschied von draußen nach drinnen ist meist sehr groß ist.

Eine Erkältung oder ein steifer Nacken sind oft die Folge. Braucht kein Mensch. Auch im Flieger sind die Temperaturen oft nahe Gefrierpunkt. Eine leichte Daunenweste passt in jede Laptoptasche. So hat man sie immer griffbereit und ist der nahenden Eiszeit nicht hilflos ausgeliefert.

Ich freue mich über Erfahrungen, Kommentare und Fragen zu den einzelnen Themen. Get in touch!

Hier auch als Video:

If you like it, then like it!!


Allzeit gute Reise

Ute Schneider