Was ich schon immer mal zu METOO, Reisen und dem Verlassen der Komfortzone sagen wollte

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Kennst Du sie auch, diese #METOO Kampagne und fühlst aber etwas anderes? Schon Verständnis für alle Frauen, denen ein Übergriff passiert ist, willst Dich aber dennoch nicht einschränken lassen? Hast die Nase voll von Warnschildern und all den Dingen, die Du „lieber nicht tun sollst“ – weil sie zu gefährlich sind? Die Reise nach Afrika oder der Umzug nach London?

Wir Frauen werden dann die Welt verändern, wenn wir sie mit anderen Augen sehen. Wenn wir uns nicht mehr ducken und klein beigeben, sondern mutig in die Welt ziehen, die Chefetagen erobern und nicht nur lieb zu Hause sitzen.

 

Mein Mindflow – heute mal ungefiltert

Wäre es nicht viel zu schade, wenn Du als Frau so viel nicht erlebst, weil es angeblich zu gefährlich ist? Was ist mit all den Orten, Plätzen, Stränden, die Du gern sehen möchtest. All die Reisen, die Du machen willst. All die Erinnerungen die Du erschaffen willst. Geht das wirklich immer nur mit einem Partner, mit einem „starken“ Mann an Deiner Seite? Ich sage NEIN!

Frauen lassen sich in eine schwache Ecke drängen und prangern dann hinterher das Verhalten der Männer an. Das muss aufhören! Beides: sowohl die Übergriffe der Männer gegenüber Frauen, als auch das Nichtreagieren der Frauen aus Angst vor Konsequenzen. Ich hatte neulich ein Gespräch mit einem sehr herablassenden Consultant. Ich war etwas aufgebracht. Er nannte mich „kriegerisch“. Einem Mann würde man so etwas nicht sagen. Bei einem Mann würde man auch die Kompetenz nicht so in Frage stellen, wie er das tat. Aber das nur am Rande.

Sofortiges Handeln erwünscht

Wir Frauen müssen uns sofort in dem Moment wehren, in dem uns etwas Blödes widerfährt und nicht erst schweigen und dann nach Jahren rumheulen. Es geht um „Empowerment“. Darum, unser Leben in die Hand zu nehmen. Mit allen Konsequenzen. Und laut STOPP!!! zu rufen. Verbal, körperlich und auch mental. Schluss mit Selbstverteidigungs-Bullshit „ich klemme mir einen Schlüssel zwischen die Finger“. Macht das ordentlich und mit Verstand! Es braucht nicht viel um sich sicher in der Welt zu bewegen.

Hinterher zu jammern, was man alles im Leben gewollt hätte aber „nicht durfte“ ist dröge und belastet nur andere. Mach es, oder lass es, aber sabbel nicht nur. Ich kann das „ich würde ja so gerne aber ich bin nicht so mutig/ habe kein Geld/ keine Zeit etc.“ nicht mehr hören. Raus aus der Komfortzone! Whatever it takes. Mit allen Konsequenzen. Tu es, verdammt nochmal! Es wird nicht leichter, wenn Du nur drüber redest.

Wenn Du Unterstützung brauchst, such Dir Hilfe

Als ich nach dem Abitur für eine Stiftung in England arbeitete – wir reden von 1993 – war da der Wunsch, in die Welt zu gehen und eine Weile dort zu bleiben. Also schnappte ich mir das Buch „Jobben weltweit“ – es gab noch kein Internet – und schrieb Bewerbungen, denen mein Englischlehrer den letzten Schliff gab.

Dann kaufte ich internationale Rückscheine bei der Post – gibt’s sowas heute noch? – und schickte die Bewerbungen los. Ein paar der Adressen rief ich auch an. Zum Beispiel einen englischen Erdbeerfarmer, der es total lustig fand, dass ich anrief. Er meinte nur, dass ich einfach vorbeikommen soll.

Am Schluss fand ich dann eine superpassende Volunteerstelle in der Nähe von London, wo ich mit körperlich Behinderten arbeitete. Die Leute dort waren sehr gut drauf und ich habe mich von Anfang an sehr wohlgefühlt. Durch regelmäßiges Scrabble-Spielen konnte ich mein Englisch ziemlich schnell verbessern.

Hatte ich Angst und Respekt davor?

You bet! Aber ich habe es gemacht. Und danach immer wieder. Getreu dem Motto: Feel the fear and do it anyway.

Gab es Situationen, die schwierig waren oder in denen ich Angst hatte? Auch die gab es. Aber die gab es auch im Businessumfeld, wo sich jemand im Ton oder in der körperlichen Distanz vergriff. Es wird Zeit, dass wir Frauen die Welt erobern und uns nicht mehr kleinmachen lassen. Wir müssen ganz laut Stellung beziehen und uns vor allen Dingen gegenseitig dabei unterstützen. Zurzeit arbeiten Frauen noch nicht zusammen, sondern sind im Konkurrenzkampf zueinander. Das finde ich sehr bedauerlich.

Umgang mit männlichen Übergriffen

Keine Frau ist alleine. Auch wenn das jede denkt und sich manchmal sogar für ihre Erlebnisse schämt. Und glaube mir, es gibt vermutlich keine Frau, die nicht mal in irgendeiner ausgesprochen unangenehmen Situation war.

Stellung für Dich selbst zu beziehen ist wie tägliches Muskeltraining: Es wird mit zunehmender Übung immer leichter. Und auch Kampfsport lebt nicht von ausgefeilten Bruce-Lee Techniken, sondern vom wiederholten Üben der Basics, von schnellen Reaktionen und guten Reflexen. Damit löst Du schon 80% aller Probleme. Noch ein bisschen energetisches Feingefühl – es gibt sehr effektive Techniken – und verbale Schlagfertigkeit und die Welt steht Dir offen. Das tut sie sowieso, aber sie steht Dir noch leichter offen.

Let’s make #METOO history

Abfällige frauenfeindliche Bemerkungen, Männer die die Distanz nicht wahren können, einem in die Bluse oder in den Schritt fassen – die Geschichten wiederholen sich – müssen endlich der Geschichte angehören. Ich sage: NOT YOU – Let’s make #METOO history! Ich höre in diesem Zusammenhang oft „Du bist halt so tough“ und kann das als faule Ausrede nicht mehr hören. Denn die verschiedenen Techniken kann jeder lernen und leicht anwenden. Man muss es nur wollen. Denn auch ich bin von Natur aus eher ein zurückhaltender und sensibler Mensch.

Das Verlassen der Komfortzone

Mit „Alleine reisen“ assoziieren viele Einsamkeit. Aber das Gegenteil ist der Fall: Alleine Reisen bietet eine tolle Möglichkeit, mit sich selbst in Kontakt zu kommen und auch auf andere Menschen zuzugehen. Das ist im Grunde ganz einfach und bedarf nur ein bisschen Interesse an anderen (siehe mein letzter Instagram Post).

Wir alle haben Bereiche, die an unserer Komfortzone rütteln. Der eine kann niemanden ansprechen oder auf einem AB eine Nachricht hinterlassen, der nächste kann nicht alleine sein oder in die Welt fliegen, wieder jemand traut sich nicht aus seinem Heimatort weg, aus Angst die Freunde zu sehr zu vermissen. Mich selbst kostet es große Überwindung mit Videos rauszugehen. Aber beim ganzen Rest kann ich Dich dafür super unterstützen.

Das habe ich schon mehrfach getan. Mein Mitbewohner in Spanien, nachdem er nach Zürich gezogen war, schrieb: Du bist das Beste, was mir in meinem Leben passiert ist. Ihm hatte ich Mut für diesen großen Schritt gegeben und geholfen, das ganze vorzubereiten. Mit einer Freundin habe ich im dicksten Schneesturm ihren Umzug nach St Gallen gemeistert. Sie war nervlich nicht in der Lage den Sprinter zu fahren, ich habe das dann gemacht. Sie bekam Bachblüten eingeflößt und musste die Lieder im Radio mitsingen, damit sie nicht über ihre Angst nachdenken konnte. Und singen ist jetzt nicht ihre Stärke… Manchmal muss man hart gegen sich selbst sein.

Du kannst doch nicht …

Ein Freund in Bristol sagte, als ich ihm von meinen Umzugsplänen erzählte „Du kannst doch nicht jedes Mal das Land wechseln, wenn Du den Job wechselst“ als ich einfach so von Bristol nach Barcelona umzog. Ja, warum denn nicht? Er selbst zog dann übrigens wegen einer Frau nach Südafrika.

Einem Bekannten sagte ich mal, dass ich eines Tages CEO einer Company sein werde. Er fand die Idee total absurd. Ich brach den Kontakt zu ihm ab. Wieder jemand belächelte mich, dass ich „mit meinem Studium“ internationales Projektmanagement machen wolle. Irgendwann, als ich gerade für große Solarprojekte um die halbe Welt flog, fand ich den Zettel mit dem Wort „Internationales Projekt Management“ in einem Buch. Den hatte ich schon total vergessen gehabt.

Schluss mit kleinklein!

Es muss Schluss damit sein, uns von aburteilenden Männern – es gibt zum Glück auch viele großartige Männer – kleinhalten zu lassen. Oder von neidischen Frauen, die einem den Erfolg nicht gönnen. Auch wenn sie ganz laut „oh wie toll“ bekunden. Schluss damit!

Was ich noch mitgeben will: es gibt fast keine Herausforderung, die man nicht meistern kann. Irgendwas geht immer und man findet kreative Lösungen in misslichen Lagen. Oder jemanden, der einem die Hand reicht. Dafür muss man nur offen sein. Insofern wird alles gut. Oder, wie ein Kletterpartner zu sagen pflegte: „What’s the worst that can happen? A slow and painful death“.

Die Sache mit dem Sicherheitstraining

99% der Leute, die sagten: wozu braucht man ein Sicherheitstraining? Was soll denn im Ausland passieren? Haben mir im nächsten Satz mindestens ein Beispiel gegeben, wo ihnen oder jemand anderem etwas im Ausland passiert ist. „In Südafrika wurden wir am ersten Tag vor dem Hotel ausgeraubt. Die Reise war gelaufen und meine Frau will da nie mehr hin“/ „Es wurde in mein Hotelzimmer eingebrochen“ – Ich: Sie waren vermutlich im ersten Stock. „Woher wissen Sie das“ / „Der afrikanische Lieferant hat doch Zertifikate geschickt, das ging nicht gut aus“ Ich: die waren vermutlich selbst gedruckt. Haben Sie einen Backgroundcheck gemacht? „Äh nee. Wir wussten nicht, dass es so etwas gibt“ und viele weitere Beispiele.

Hätte Ihnen mein Training geholfen? „Ähh, jaa, jetzt wo Sie das sagen……“.

Meine Mission in diesem Leben

Ja, ich habe eine Mission.

Diese ist, begreiflich zu machen, dass gute Vorbereitung weder schwer noch panikauslösend ist. Diesen Bullshit höre ich auch manchmal. Das ist völliger Quatsch. Sondern sie führt dazu, dass Du mit Sinn und Verstand und ganz wach in die Welt gehst. Ich weiß wovon ich rede und dass der Preis, den man ohne solch ein Training zahlt, noch viel höher ist. Beispiele von Personen, bei denen ohne Vorbereitung und genug Erfahrung einiges schiefgelaufen ist, kenne ich genug. Erst heute war in der Zeitung die Meldung eines Todesfalles durch Gelbfieber. Bedauerlich.

 

Un‘ nu?

Wenn Du jetzt auf den Geschmack gekommen bist, Dein Leben endlich in die Hand zu nehmen und aus Deiner Reiselust tolle reale Erlebnisse zu generieren – die Welt ist ein spannender Ort! – dann sei dabei vom 17.09. – 21.09.2018 in Marrakesch zum Seminar „Jetzt entdecke ich die Welt“ Reisesicherheit für Frauen. Es wird eine kleine feine Gruppe mit 5 handverlesenen Frauen, viel Spaß und ganz viel Info und Praxis.

In diesem Sinne, allzeit eine gute und sichere Zeit.

Wir sehen uns in Marrakesch

Deine Ute

Fühlen Sie sich unsicher auf überfüllten Plätzen? Das können Sie tun

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Gestern nach dem Krav Maga Training saßen wir alle noch ein bisschen zusammen und unterhielten uns über Abwehrbereitschaft und wie wir uns in Menschenmengen bewegen. Die Bereitschaft, schnell zu reagieren, wird uns schon als Kinder abtrainiert, da man ja „niemanden hauen darf“.

Allen Aussagen gemein, unabhängig von Trainingsstand und Statur war, dass wir uns alle mit großem Umgebungsbewusstsein durch Menschenansammlungen bewegen. Das Gespräch brachte mich darauf, zu dem Thema einen Artikel zu schreiben.

Neulich in Marrakesch

Neulich in Marrakesch fiel mir bewusst auf, dass ich mit sehr viel Umgebungsbewußtsein unterwegs bin, das aber anscheinend nicht der Norm entspricht. Das war so: Auf dem Platz Djamaa el Fna in Marrakesch wollte ich ein Restaurant betreten, das leider völlig ausgebucht war. Ein junger Mann, der für das Restaurant arbeitete, brachte mich dann in ein anderes Restaurant am anderen Ende des Platzes. Er lief ziemlich schnell, da er von den Provisionen der Restaurants lebte. Läuft in Marokko so.

Jedenfalls ist der Platz abends ziemlich mit Touristen gefüllt und man wird von allen Seiten von Händlern, Mitarbeitern der Essstände, Handtaschen-Verkäufern, Schlangenbeschwörern und Handlesern angequatscht. Und oft auch einfach angefasst und gezerrt. Das geht gar nicht!

You need to relax

Irgendwann sagte der junge Senegalese: „You need to relax! Why are you so tense?“. Ich erinnerte mich an die Dame aus meinem Hotel, der auf besagtem Platz in Windeseile ein fürchterlich hässliches Henna Tattoo auf die Hand gekritzelt wurde, ehe sie realisierte, wie ihr geschah und dachte „Einen Dreck muss ich!“.

 

 

 

 

 

Ich finde es an solchen Orten extrem wichtig wachsam zu bleiben und mitzubekommen, was um mich herum passiert. Wer sich nähert und wie. Der Trick für die eigene Sicherheit zu sorgen ist nämlich nicht, die ausgefeiltesten Bruce-Lee-Techniken zu kennen um sich erfolgreich zu wehren. Sondern es geht darum, schon im Vorfeld eine Gefahr zu erkennen, bereit zu sein zu reagieren und ihr frühzeitig aus dem Weg zu gehen.

Die Technik der zwei Füße sozusagen. Ist man in seinem inneren Film gefangen und gar nicht mit dem Bewusstsein nach außen gekehrt, erwischen einen Geschehnisse völlig auf dem falschen Fuß. Dann wird es viel schwieriger noch etwas zu unternehmen.

Übungsfeld Platz Djamaa el Fna in Marrakesch

Der Platz Djemaa el Fna ist wirklich sehr speziell. Aber seit Marrakesch in den letzten Jahren sehr starken touristischen Zulauf bekommen hat und der Konkurrenzdruck der Händler steigt, ist deren Verhalten dort recht extrem geworden. Jeder versucht, die vorbeikommenden Touristen irgendwohin zu zerren.

Meine Taktik ist, schon wenn ich jemanden mit einer offensichtlichen Absicht auf mich zukommen sehe, zu sagen „Ne touche pas!“ Nicht anfassen! und die Hände leicht zu heben. Finden manche nicht gut, erspart mir aber sowohl, als willensloses Touristenopfer angesehen zu werden als auch hässliche Henna Tattoos oder das fünfte Abendessen verpasst zu bekommen – siehe Foto.

Mein Tipp: Betreiben Sie Feldstudien

Betreiben Sie Feldstudien, in dem Sie genau beobachten, wie Menschen sich vor Ort verhalten. Das bedeutet nicht, dass Sie nichts anderes mehr tun sollen, als die Lage zu checken. Wir wollen ja keine Paranoia erzeugen.

Aber am Anfang in einer fremden Stadt ein Gefühl für die Umgebung und nationale Körpersprache zu bekommen, finde ich persönlich sehr hilfreich. Ich setze mich dafür gerne irgendwo in ein Straßen-Café und beobachte die Menschen.

  1. Wie bewegen sich die Einheimischen?
  2. Wie bewegen sich die verschiedensten Touristen?
  3. Wer wird angequatscht, wer nicht und wie geht das vonstatten?
  4. Wer wird Verkäufer schnell wieder los und wer nicht.
  5. Wie verhalten die Leute sich jeweils dabei?
  6. Was erzählen Touristen im Hotel über ihre Erfahrungen und welche Schlüsse kann ich daraus für mein Verhalten ziehen?
  7. Welche Situationen liefen nicht so gut und was kann ich daraus fürs nächste Mal lernen?

Damit haben sie innerhalb von 10 – 15 Minuten einen tollen, ersten Überblick und können sich schon viel souveräner in einer neuen Umgebung bewegen. Mit ganz einfachen Mitteln, die Sie überall anwenden können.

Kleine Änderungen – große Wirkung

Es ist erstaunlich welch große Wirkung kleine Verhaltensänderungen haben und wie anders man sich bewegt. Plötzlich quatscht einen nämlich keiner mehr so einfach an, beziehungsweise man wird die Leute in Sekundenbruchteilen wieder los. Magic! Probieren Sie’s aus und berichten mir von Ihren Ergebnissen.

Der perfekte Ort

Urlaube und Reisen sind einfach noch schöner, wenn man sich auch sicher fühlt. Gerade als Frau. Dabei ist es ganz gleich, ob sie beruflich oder privat unterwegs sind. Marrakesch ist der perfekte Ort, um sich mit den üblichen Sicherheitsthemen auseinanderzusetzen – ohne in ernsthafte Gefahr zu geraten, wie das in Brasilien der Fall wäre. 

In meinem Seminar „Jetzt entdecke ich die Welt!  geht es genau darum. Hier erfahren Sie wie Sie sich auf eine Reise gut vorbereiten, Umgebungsbewusstsein entwickeln, worauf Sie in Taxi Hotel und der Straße achten müssen und vieles mehr.

Diese Reise ist speziell für Frauen und findet vom 17. bis 21.09.2018 in Marrakesch statt.

Allzeit eine gute und sichere Zeit,

Ihre Ute Schneider

 

 

Es geschieht am hellichten Tag – Raus aus der Liebmädchenfalle!

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Bei Kriminalität und körperlichen Übergriffen denkt man meist an den Täter, der hinter einem Busch hervorspringt und die vorbeikommende Joggerin rücklings überfällt, zu Boden reißt und vergewaltigt. Es gibt aber noch eine andere Form des Überfalls, der ganz langsam und freundlich eingefädelt wird und meist ebenfalls sehr böse endet. Beliebte Opfer sind junge Frauen, die noch ganz unbefangen durch die Welt gehen, die Warnsignale nicht kennen, die solche Übergriffe meist begleiten und sich normalerweise in intuitivem Unwohlsein äußern. Ich nenne das die Liebmädchenfalle.

Dem eigenen Gefühl Gehör zu schenken ist etwas, das man erst mit zunehmendem Alter lernt. Daher ist es umso wichtiger, die Signale zu kennen, um reagieren zu können. Leider trauen sich Betroffene oft nicht, über das Geschehene zu reden. Mit diesem Artikel möchte ich daher für das Thema sensibilisieren.

 

Es war einmal …

Vorab eine Geschichte, die sich so oder so ähnlich schon tausendmal zugetragen hat. Namen und Abläufe sind frei erfunden:
Die 14 jährige Sandra war mit ihren Eltern an der Ostsee. Die Eltern saßen mit Freunden beim Kaffee. Da ihr langweilig war, ging sie nach draußen, setzte sich auf eine Bank und starrte aufs Meer. Plötzlich setzte sich ein junger Mann Ende zwanzig neben sie.

Zuerst erschreckte sie sich ein bißchen, da sie ihn gar nicht hatte kommen hören. Aber da er freundlich lächelte und „hallo“ sagte, unterdrückte sie ihren ersten Impuls, aufzustehen und zu gehen. Was sollte er denn von ihr denken, wenn sie so unhöflich wäre? Er streckte die Hand aus „Ich heiße Thomas. Uns beiden ist wohl gleichermaßen langweilig. Sitzt Deine Familie auch beim Kaffee? Ein Glück haben wir uns getroffen. Zusammen ist schon weniger langweilig, oder?“

Intuitives Unwohlsein

Auch wenn sich Sandra instinktiv fragte, wieso ein so viel älterer Mann sich für sie interessieren sollte, war sie froh sich nicht mehr alleine langweilen zu müssen. „Ja, die sitzen mit ihren doofen Freunden beim Kaffee. Ich kann die Freunde nicht leiden“. „Das kann ich mir vorstellen. Was will ein so cooles Mädchen wie Du auch beim drögen Kaffeetrinken. Du hast bestimmt nur ganz tolle Freunde“, sagte er mit einem charmanten Lächeln.

Sandra fühlte sich geschmeichelt

Sandra fühlte sich geschmeichelt und auch ein bisschen erwachsen. Magst Du ein Eis? Ich gebe eins aus. „Nein, danke. Ich hatte Kuchen“. „Ach komm, ein Eis geht immer. Ich hol uns eins“. Er stand auf, ging zum Kiosk gegenüber und holte zwei Eis. Während sie aßen, nahm er das Gespräch wieder auf. „Ich hab ein Boot hier. Naja, eigentlich gehört es einem Freund. Den kenne ich schon seit meiner Kindheit. Er ist gerade im Ausland und ich darf es benutzen. Es ist zwar alt, aber ich mag es ganz gerne. Magst Du es mal sehen?“.

Sandra zögerte

Sandra zögerte, denn ihre Eltern hatten ihr immer eingebläut, nicht mit Fremden zu gehen. „Nein danke. Lieber nicht“. „Ach, Du bist wohl doch nicht so cool wie ich dachte. Da hab ich mich wohl getäuscht. Schade. Naja, mein Eis hast Du gerne genommen und jetzt lässt Du mich hier so stehen“, sagte er in gekränktem Ton und schaute sie traurig an.

Oh je, jetzt hatte sie ihn traurig gemacht. Und nicht cool zu sein, das wollte Sandra jetzt auch nicht auf sich sitzen lassen. Außerdem kannte sie ihn ja irgendwie schon ein bißchen. Und was sollte schon passieren? „Naja, mal kurz anschauen kann ich ja. Ist es weit?“. „Ne, hier gleich um die Ecke. Wir schauen es kurz an und kommen sofort wieder her. Versprochen“. Sie gingen zum Bootsschuppen. Er ging mit ihr hinein.

Glück im Unglück

Sandra hatte Glück im Unglück. Eine ältere Dame, die das Ganze zufällig beobachtet hatte, war ihnen gefolgt. Ihr kam das Ganze komisch vor – älterer Mann mit jungem Mädchen. Ihrem beherzten Eingreifen war es zu verdanken, dass nichts Schlimmeres passiert ist.
So oder so ähnlich spielen sich derartige Szenen ab.

 

Analysiert man die Struktur erkennt man die Signale

 

1. Rapport aufbauen

Menschen fühlen sich zu Menschen hingezogen, die so sind wie sie selbst. Das nennt man Rapport. Daher kann man jemanden fast sofort gut leiden, der die gleiche Sportart betreibt wie man selbst oder sich ebenfalls für Fotografie interessiert. Ein künstliches Wir-Gefühl erschaffen bedeutet, erzwungene Gemeinsamkeiten zu kreieren, wo es gar kein „wir“ gibt. Ein Mechanismus, der von schlechten Verkäufern angewandt wird, die mal einen Halbtags NLP-Kurs absolviert haben.

In der Story ist es das angeblich geteilte Schicksal, durch das beide im gleichen Boot sitzen. „Uns beiden ist wohl gleichermaßen langweilig. Sitzt Deine Familie auch beim Kaffee? Ein Glück haben wir uns getroffen. Zusammen ist schon weniger langweilig“. Wobei die Familie des Mannes irgendwo ist, nur nicht in einem Café um die Ecke. Und langweilig ist ihm ganz sicher auch nicht. Denn er ist auf der Jagd.

 

2. Vor Charme sprühen

Wir alle lieben charmante Menschen und sind empfänglich für Nettigkeiten. In der genannten Geschichte verfolgt der Täter mit der Nettigkeit aber nur ein Ziel: das Opfer gefügig zu machen. Denn der Kontext spielt hier eine große Rolle. Älterer Mann überschüttet ihm unbekanntes junges Mädchen mit Komplimenten. Das hat per se schon etwas Ungesundes und sollte hellhörig machen. Auch in Reiseforen lese ich immer wieder von Geschichten, in denen sich Ahnungslose haben einlullen lassen. Hierbei ging es meist um Geld.

Wichtig: Nicht jeder der Böses im Schilde führt, wirkt auf den ersten Blick böse. Und nicht jeder der charmant ist, führt etwas im Schilde. Zum Glück. Aber viele Täter sind geschickte Manipulatoren, die in der Lage sind ihre Opfer ganz charmant und geschickt einzuwickeln. Dadurch schenken die späteren Opfer ihrem ersten Impuls kein Gehör mehr, denn sie denken, „Och, der ist doch eigentlich ganz nett. Ich bilde mir das nur ein“.

Goldene Regel: wenn sich etwas komisch anfühlt ist es das meist auch! Schenken Sie sich Gehör. Sie sind es sich wert.

 

3. Detailreiche Ausschmückungen

Detailreiche Ausschmückungen sind fast immer ein Indiz für erfundene Geschichten. Der Erzählende zweifelt vermutlich selbst an seiner Glaubwürdigkeit und will mit vielen Details die Wahrhaftigkeit der Geschichte bezeugen. Gilt auch für Business-Verhandlungen und Geschichten, wenn der Partner zu spät zur Verabredung kommt.

Ausnahmen mögen die Regel bestätigen – manche Menschen erzählen einfach sehr langatmig – aber in der Regel ist Detailreichtum ein guter Indikator für Schwindel. Die Geschichte mit dem Boot des Freundes ist einfach zu sehr ausgeschmückt um wahr zu sein. Ein guter Indikator für faule Deals im Business ist übrigens die Frage „How great is your hunger?“. Achten Sie mal drauf.

 

4. Ungefragte Charakteranalysen

„Was will ein so cooles Mädchen wie Du auch beim drögen Kaffeetrinken. Du hast bestimmt nur ganz tolle Freunde“. Der Fremde charakterisiert das Mädchen ungefragt. Später nagelt er sie auf diese Charakterzüge fest. „Ach, Du bist wohl doch nicht so cool wie ich dachte. Da hab ich mich wohl getäuscht“. Das kratzt am Ego.

Die meisten von uns würden in dieser Situation beweisen wollen, dass wir eben doch cool sind. Das macht diesen Trick so perfide. Wir wollen gut dastehen, selbst wenn das Gegenüber für unser Leben völlig irrelevant ist.

 

5. Künstlich erzeugte Schuld – die klassische Liebmädchenfalle

„Naja, mein Eis hast Du gerne genommen und jetzt lässt Du mich hier so stehen“. Es wird eine künstlich erzeugte Schuld für eine vorab erbrachte Leistung erschaffen und auf angebliches Fehlverhalten hingewiesen. Diese Schuld wird jetzt eingefordert und angebliche Unhöflichkeit mehr oder weniger subtil angeprangert. Das auch noch mit traurigem Gesichtsausdruck.

Wie manipulativ kann man noch sein? Ein Mechanismus der bei Frauen generell sehr gut zieht. Als junger Mensch mit noch wenig Lebenserfahrung ist man dem erst recht hilflos ausgeliefert. Ich nenne das die Liebmädchenfalle. Frauen werden dazu erzogen zu gefallen und „lieb“ zu sein.

Ein Verhaltensmuster, dass in kritischen Situationen verhängnisvolle Auswirkungen haben kann. Don’t be a victim!! Seien Sie ein böses Mädchen. Auch im Alter noch. Denn dieser Liebmädchenfallen- Mechanismus wird auch später noch gerne betätigt. Auch im Business. Gerne ausgeübt durch ältere Herren. Damit muss jetzt mal endlich Schluss sein!

 

6. Das unerbetene Versprechen

„Wir schauen es kurz an und kommen sofort wieder her. Versprochen“. Versprechen, die so aus dem Nichts völlig unerbeten gegeben werden, beinhalten sehr oft eine Lüge. Der Täter will das Opfer in Vertrauen und falsche Sicherheit einlullen. Denn das Versprechen ist keinen Pfifferling wert und wird so schnell gebrochen, wie es gegeben wurde.

Widerfährt Ihnen eine derartige Aussage im Business-Kontext, lassen Sie sich alles schriftlich bestätigen und ziehen Sie einen Anwalt hinzu. Ich wette, in 95% der Fälle wird Ihr Gegenüber Sie als „kleinkariert“ und „überängstlich“ darstellen oder Sie sonstwie von Ihrem Vorhaben abbringen wollen. Wetten?

 

7. Das Überhören des Wortes „nein“

Nein ist ein vollständiger Satz! Ein Nein ist ein Wort, das absolut nicht verhandelbar ist. Egal in welchem Zusammenhang. Gibt man nach, gibt man auch gleichzeitig die Macht über den eigenen Willen aus der Hand. Die Grenzen verschieben sich danach immer weiter. Zu Ihren Ungunsten. Diesen Mechanismus bekommt man auch sehr schön in Pferde-Management-Trainings vor Augen geführt. Pferde sind Meister darin, einem den Spiegel vors Gesicht zu halten und die Grenzen der Macht peu a peu zu verschieben.

Zuerst steigt dabei ein Testballon. In der genannten Geschichte lief das so ab: „Ach komm, ein Eis geht immer. Ich hol uns eins“. Der Mann überhört das „Nein danke, ich hatte Kuchen“ völlig und setzt seinen Willen durch. Damit hat er Erfolg. Das ist der erste Schritt um den Widerstand des potentiellen Opfers abzuchecken und zu brechen. Da Sandra das Eis widerstandslos isst, hatte er schon den Fuß in der Tür. So einfach geht das.

Werden Sie misstrauisch

Wenn jemand Ihr „nein“ überhört, sollten Sie immer misstrauisch werden! Keine falsche Höflichkeit oder faule Kompromisse. Egal in welchem Kontext. Jemand der respektvoll mit Ihnen umgeht, respektiert Ihr nein. Fragen Sie ruhig: „Welchen Teil von „Nein“ hast Du nicht verstanden?“. Das „jetzt sei doch nicht so kratzbürstig/ unfreundlich/ unentspannt“ das Ihr Gegenüber erwidern wird, können Sie dann getrost überhören. Das sind reine Machtspielchen.

 

Wichtig: Die Muster sind im Kontext und in Ihrer Gesamtheit zu betrachten

Alle der genannten Muster kommen auch in unserem ganz normalen Alltag vor und wir nutzen sie teilweise selbst. Wir überhören dann das nein des Partners, wenn wir etwas unbedingt wollen mit den Worten „ach komm schon, jetzt sei doch nicht so“. Wer da ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein. Beobachten Sie sich mal.

Auf den Kontext kommt es an. Wie gesagt, fremder älterer Mann spricht junges Mädchen an oder der unglaublich schicke Typ eine alleinreisende Touristin (Gigolo-Falle).

Kommen die Muster gemeinsam in einer einzigen Interaktion vor, sollten bei Ihnen in jedem Fall alle Alarmglocken schrillen. Und, wie ich nicht müde werde zu sagen:

Wenn sich etwas komisch anfühlt, ist es das auch!

 

Das kann man tun

Es gibt leider nicht DIE EINE goldene Regel im Umgang mit Manipulatoren. Wie gesagt, es kommt auf den Kontext und die Konstellation der Personen an. Nicht alle der genannten Muster werden in böser Absicht eingesetzt, sondern sind auch Teil unseres ganz normalen Alltags. Nicht jeder Mensch der Ihnen ein Kompliment macht, hat böse Absichten. Was ich raten würde:

1. Mut zur Unhöflichkeit

Wenn ich einen Tipp geben dürfte ist es dieser: Mut haben „unhöflich“ zu sein. Wobei „unhöflich“ nur ein Label ist, das meist von außen aufgedrückt wird. Als „liebes Mädchen“ lebt es sich einfach gefährlich. Seien sie so böse wie es für Ihre Sicherheit angemessen ist.

2. Nein sagen wieder lernen

Nein sagen und Ihren Standpunkt laut zu vertreten fällt Ihnen schwer? Das kann ich verstehen. Schließlich wurden Frauen sehr lange in diesem Liebsein-Modus sozialisiert. Ich plädiere hier nicht dafür, als Rüpel durch die Welt zu gehen. Gute Manieren sind in meinen Augen die Basis gelungener zwischenmenschlicher Interaktion. Einfach den eigenen Standpunkt in aller Klarheit zu vertreten. Höflich und bestimmt. Laut „nein“ zu sagen will wieder gelernt werden. Siehe auch „Nein ist ein vollständiger Satz“.

Let’s make #METOO history!

In diesem Sinne, allzeit eine gute und sichere Zeit.

Ihre Ute Schneider

Die perfiden Tricks krimineller Manipulatoren

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Bekommt man eine Waffe an den Kopf gehalten, ist der Fall eindeutig. Hierbei handelt es sich offensichtlich um einen Akt von Kriminalität. Es gibt aber noch eine andere, sehr perfide Form von Kriminalität, die nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen ist: die Manipulation.

 

Wie äußert sich diese Form der Manipulation?

Leider tritt sie in unendlich vielen kreativen Formen auf und ist daher manchmal schwer zu erkennen. Hier ein paar Beispiele, die die Facetten verdeutlichen sollen. Ich habe sie selbst erlebt als ich zwischen 16 und 18 Jahre alt war.

Fingierte Notlage

Ein junger Mann sammelte am Bahnhof in Frankfurt Geld mithilfe der Kopie einer Einladung zum Vorstellungsgespräch in Berlin. Er könne sich das Ticket nicht leisten und wolle doch so gerne den Ausbildungsplatz haben. Die Kopie war schlecht und so dreckig wie er selbst. Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass die Firma ihm das Ticket vermutlich bezahlt hätte und schenkte ihm eine Mark.

Klassischer Fall: Drückerbanden

Ein ganz klassischer Fall perfider Manipulatoren sind die Drückerbanden. Sie stellen geschickte Fragen und nageln einen dann auf die Antworten fest: „Finden Sie, dass Ex-Sträflinge, die ihr Leben umkrempeln wollen, eine zweite Chance verdienen?“ – Ja klar „Und sind Sie politisch interessiert?“ Unbedingt. „Investieren Sie gerne in Ihre Bildung?“ Absolut. Am Ende wird einem dann ein Abo für ein politisches Magazin angeboten. Um nicht als jemand dazustehen, der sein Wort nicht hält, lässt man sich widerwillig zu dem Abo breitschlagen. Man bezeichnet dieses Bedürfnis in Wort und Tat konsistent zu sein daher auch als Konsistenzprinzip. Das nutzen Manipulatoren schamlos aus.

Da ich damals mitten im Abi steckte, war jegliche weitere Literatur außerhalb meiner Bücher unwillkommen. Nein, ich bin kein Held. Er tat mir leid und ich schenkte ihm 5 Mark. Ich konnte gar nicht so richtig verstehen, dass er sich über die 5 Mark nicht so richtig freute, sondern mir doch lieber ein Abo verkaufen wollte. Nachdem ich dann Jahre später einen Bericht über die Vorgehensweise von Drückerbanden gesehen hatte, war mir klar, warum das so gelaufen war. Dennoch waren die 5 Mark gut investiertes Geld. Noch heute schrillen bei mir sämtliche Alarmglocken, wenn jemand ein Gespräch mit „Darf ich Ihnen eine Frage stellen?“ beginnt.

„Streetsmarts“

Eine Form der Manipulation, die mir in verschiedenen Ländern begegnete, nenne ich die „Streetsmarts“. Die Ereignisse finden meist auf der Straße statt und die Manipulatoren haben so eine gewisse gerissene Durchtriebenheit. Eine bessere Beschreibung ist mir noch nicht eingefallen.

Ein Beispiel aus Thailand:  Ein kleiner Junge kommt und bettelt mich an mit den Worten „I don’t want your money, I want milk!!“. Der Ton hatte etwas Bockig-Trotziges, das mir ein komisches Gefühl verursachte. Zu meinem Glück war ich mit jemandem unterwegs, der schon länger an dem Ort lebte und die Tricks kannte. Das Spiel lief so: ahnungsloser Tourist kauft völlig überteuerte Milch. Straßenkind tauscht sie hinterher im Laden wieder gegen Geld ein. Beide Parteien verdienen daran.

Bettelbanden

Ich werde nie vergessen, wie ich – ich war 16 – einer Frau mit Kind mein soeben teuer bezahltes belegtes Brötchen schenkte, da sie „Geld für Essen“ – ihr Ton war sehr weinerlich, dennoch hatte sie etwas Aggressives an sich – haben wollte. Das Brötchen war noch unversehrt, ich schenkte es ihr, obwohl ich selbst echt Kohldampf hatte. Sie ging weg und warf es vor meinen Augen in den nächsten Mülleimer. Autsch.

Fingierte Mißgeschicke

Dann gibt es noch die fingierten Mißgeschicke. Jemand täuscht vor, von Ihnen soeben auf der Strasse angerempelt worden zu sein. Jetzt liegt sein Essen/ die teure Flasche Wein auf dem Boden. Dem Ganzen folgte dann in etwa „Sie haben mich um mein Abendessen/ meine Feier gebracht. Jetzt habe ich kein Geld mehr, mir etwas Neues zu kaufen“. Dazu präsentiert derjenige noch eine hochpreisige Rechnung. Auch wenn das nun auf dem Boden liegende Essen nicht dem auf der Rechnung ausgezeichneten zu entsprechen scheint und sie sich keiner Schuld bewusst sind, zahlen die meisten Opfer bereitwillig. Sie wollen ja nicht der böse Mensch sein, der einen anderen armen Menschen um sein Abendessen bringt oder seine Feier zerstört.

Am Ego kratzen

Ein weiterer Trick, der dazu dient Menschen zu etwas zu bewegen, dass sie sonst nicht tun würden, ist am Ego zu kratzen. Eingefädelt wird er durch ein Kompliment wie „Sie sind ein ziemlich cooler Typ“. Und zeigen Sie mir einen, der sich nicht geschmeichelt fühlt, wenn er etwas Nettes über sich gesagt bekommt! Wird dann im weiteren Verlauf des Gesprächs etwas verlangt, auf das man nicht eingehen will, kommt dann „Ach, Sie sind ja gar nicht so cool wie ich dachte. Schade“. Diese Aussage ärgert uns. Dennoch wollen wir das – trotz eines unangenehmen Gefühls – nicht auf uns sitzen lassen und sofort beweisen, dass wir doch „der coole Typ“ sind, für den wir gehalten wurden. Ziel erreicht.

Vorgetäuschte Liebe

Diese Technik finde ich die Perfideste von allen. Erst wird dabei eine Beziehung zum Opfer aufgebaut. Ist die Person dann Hals über Kopf verliebt, schnappt die Falle zu. Es werden blumige Geschichten erzählt, mit deren Hilfe man das Opfer zum Überweisen hoher Geldsummen bewegt. Dazu braucht das Opfer den Täter noch nicht mal live gesehen zu haben. Viele der Täter sitzen häufig in Ghana in einem heruntergekommenen Internetcafé und nutzen gestohlene Profile aus dem Internet. Meist Ärzte, Militärs, Unternehmer – mit strahlendem Lächeln und glänzender Karriere. Diese Profile haben mittlerweile sogar in Businessplattformen Einzug gehalten. Man erkennt sie mit ein bisschen Aufmerksamkeit auf den ersten Blick. Sie sind einfach too good to be true.

 

Intuition beruht auf Signalen

Intuition entsteht nie im luftleeren Raum, sondern beruht auf Signalen, die der Manipulator in irgendeiner Form aussendet. Denn das haben all meine Beispiele gemeinsam: es gab Signale, die beim Gegenüber intuitiv zu Unwohlsein geführt hatten. In der Situation kann man das Gefühl oft nicht an etwas Bestimmtem festmachen. Bei späterer Analyse wird einem meist sofort klar, was genau das Unwohlsein ausgelöst hat: Der Zettel war dreckig und abgegriffen, der Typ so ungepflegt, dass nicht anzunehmen war, dass seine Bewerbung gepflegt genug gewesen wäre, um zu einem Gespräch eingeladen zu werden. Tonfall, Körperhaltung und geäußertes Anliegen in den anderen Beispielen waren nicht übereinstimmend, oder der Situation nicht angemessen: wieso klingt jemand, der mich um einen Gefallen bitten will, bockig-trotzig? Ein sehr valides Signal, dass etwas nicht stimmt. Auch in den anderen Fällen gab es Dissonanzen: Das Essen sah recht einfach aus (z.B. einfacher Reis mit Gemüse) und der Wein roch billig, wohingegen die Rechnung edle Produkte auswies. Diese Fakten sind uns im jeweiligen Moment nicht rational bewusst, sondern äußern sich nur als ein intuitives Unwohlsein. Auf dieses sollte man hören.

Bewusstsein ist der beste Schutz. Woran Sie Manipulation erkennen können

Zuallererst: Hundertprozentigen Schutz gegen Manipulationen wird es nie geben. Dazu sind Kriminelle zu kreativ und die menschliche Psyche zu beeinflussbar. Plus: Wir sind als Menschen soziale Wesen und haben das Bedürfnis, Menschen in Not zu helfen. Das finde ich prinzipiell auch eine angenehme menschliche Eigenschaft.

Außerdem probieren es diese Manipulatoren bei derart vielen potentiellen Opfern, dass sie bei irgendeinem schon rein statistisch Glück haben werden. Weil derjenige zum Beispiel noch jung und unerfahren ist oder ganz besonders an das Gute im Menschen glaubt, einen schlechten Tag hat oder gerade nicht auf der Höhe seiner Intuition ist.

Es hilft, Zumindest ein paar der manipulativen Techniken zu kennen und sie sich immer wieder bewusst zu machen. Hier ein paar Regeln für den Umgang mit Manipulatoren:

 

1. Trust your vibes! Wenn sich etwas komisch anfühlt, ist es das auch!

Hören Sie auf Ihre Intuition, auch wenn Sie im jeweiligen Moment noch keine plausible Erklärung für Ihr Bauchgefühl haben. Diese Fähigkeit zum intuitiven Handeln hat viele Jahrtausende das Überleben der Menschheit gesichert. Intuitive Impulse sind nämlich wesentlich schneller als rationales Analysieren. Analysieren können Sie hinterher.

2. Dissonanzen in Worten und Taten sind immer ein Warnsignal für Manipulation

Lassen Sie sich daher nicht auf Diskussionen ein. Auch wenn an Ihr moralisches Gewissen appelliert wird. Machen Sie sich bewusst, dass genau dieser Mechanismus das Druckmittel des Manipulators ist. Vor allem, wenn jemand Druck ausübt, ist meist etwas faul. Lassen Sie sich niemals unter Druck setzen. Suchen Sie sich zur Not Hilfe bei einem Anwalt oder der Polizei. In Marrakesch zum Beispiel achtet die Polizei sehr darauf, dass Touristen nicht belästigt werden. Schon durch die Androhung, eine Situation gemeinsam bei der Polizei zu klären, lösen sich die meisten Diskussionen in Luft auf.

3. Informieren Sie sich. Fragen Sie jemanden, der sich vor Ort auskennt

Schildern Sie das Erlebte – zum Beispiel die Begegnung mit dem Jungen der Milch wollte. Sollte es der Fall sein, dass der Junge wirklich nur etwas zu Essen wollte, können Sie immer noch hingehen und ihm etwas spenden. Leider werden Kinder in vielen Orten von mafiösen Strukturen zum Betteln ausgenutzt. In Reiseführern und oft sogar mit Kärtchen auf den Tischen der Restaurants wird davor gewarnt, ihnen etwas zu geben. Denn die Kinder sind die letzten, die etwas von dem Geld sehen.

4. F*** the Ego

Was würden wir nicht alles tun, um das eigene Ego zu befriedigen? Vermutlich sehr viel. Sich diesen Mechanismus vor Augen zu führen, kann sehr viele Manipulation bereits im Keim ersticken. Konkret könnte man im oben genannten Beispiel sagen: „Ach schade, dann bin ich wohl doch nicht so cool wie Du dachtest. Kann man wohl nichts machen. Ich bin, wie ich bin“. Spätestens, wenn derjenige genervt oder aggressiv reagiert, wissen Sie, dass es sich um einen Manipulationsversuch gehandelt hat. Denn Ihnen wohlgesonnene Menschen können Sie so sein lassen, wie Sie sind.

5. Benennen Sie die Manipulationstechnik!

Im Falle der Drückerbande könnte man sagen „Ich sehe, Sie kennen das Konsistenzprinzip. Und auch wenn ich Ihre Fragen mit ja beantwortet habe, so möchte ich trotzdem kein Zeitungsabo. Vielen Dank“. Auch können Sie die Frage „Darf ich Ihnen eine Frage stellen“ entweder gleich mit „nein“ beantworten oder direkt fragen „Was wollen Sie?“. Das muss ja nicht unhöflich geschehen. Höfliche, bestimmte Direktheit ist ein sehr guter Schutz. Sie zeigen damit von Anfang an, dass Sie kein leichtes Opfer sind. Täter lieben leichte Opfer. Vielleicht hat sich die ganze Sache dann schon direkt zu Anfang erledigt. Das merken Sie daran, dass derjenige mit den Worten „Ach, nichts“ einfach weggeht.

6. Wenn etwas zu gut ist um wahr zu sein, ist es das meist auch nicht

Die meisten strahlend schönen erfolgreichen Menschen bedürfen nicht des Internets um jemanden kennenzulernen. Sie haben schließlich genug Interessenten in der Schlange vor sich. Trauen Sie niemandem, den Sie noch nie persönlich getroffen haben. Geben Sie niemals Kreditkartendetails an andere.

7. Vorsicht bei besonders ausgeschmückten Geschichten

Werden Sie hellhörig bei allzu blumig ausgeschmückten Geschichten. Detailreiche Ausschmückungen sind häufig ein Indiz dafür, dass etwas nicht stimmt. Generell fassen wir uns in Erklärungen eher kurz. Detailreichtum zeugt meist davon, dass die Geschichten erfunden sind. Werden Sie hellhörig!

 

Sicherheit lebt vom Austausch!

Ich hoffe, diese Beispiele helfen Ihnen dabei, in der Zukunft Manipulationsversuche noch früher zu erkennen.

Niemand muss sich dafür schämen, einem Betrüger auf den Leim gegangen zu sein. Natürlich ist es super ärgerlich, wenn das eigene Vertrauen missbraucht wurde. Wut und Ärger sind angebracht. Aber grämen Sie sich nicht zu lange, sondern verbuchen es unter Erfahrung.

Sicherheit ist kein lebloses theoretisches Konstrukt. Sie lebt von praktischen Erfahrungen und Austausch. Habe Sie eigene Beispiele? Dann freue ich mich, diese zu hören. Selbstverständlich werden alle Informationen vertraulich behandelt.

Allzeit eine gute Zeit,

Ihre Ute Schneider

Nein ist ein vollständiger Satz – raus aus der Liebmädchenfalle

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Liebmädchenfalle

 

 

 

 

 

 

 

Kleine Mädchen werden gemeinhin dazu erzogen „nett und gefällig“ zu sein. Daher fällt es vielen Frauen auch im Erwachsenen-Leben schwer, ganz deutlich „nein“ zu sagen und Grenzen zu setzen. Sie geraten dann leicht in die Liebmädchenfalle, wie ich das nenne. Im Alltag – vor allem im Business – erlebe ich es oft, dass ein „nein“ vom Gegenüber auch gar nicht so einfach akzeptiert wird. Das finde ich sehr erstaunlich. Da ich mich neulich auch zu etwas habe breitschlagen lassen, das ich gar nicht wollte, schien mir die Zeit reif für einen Artikel zum Thema.

Ein fiktives Beispiel

Man sitzt beim Geschäftsessen, der Geschäftspartner bestellt ein alkoholisches Getränk, man selbst möchte alkoholfrei. Die Frage „trinken Sie keinen Alkohol?“ kommt dann meist. Auch gerne formuliert als „trinken Sie nichts?“. Doch, aber nur eben keinen Alkohol wenn ich arbeite. Ich hätte gerne ein Wasser. Das ist legitim. Oft folgt dann „ Na, ein Glas können Sie doch trinken!“. Ich „Nein, ich trinke nichts“. Wenn jemand sehr insistiert, kommt dann noch ein „Sie wollen mich doch jetzt hier nicht so alleine trinken lassen?“. „Tue ich nicht, ich trinke ja Wasser“.

Das Gleiche können Sie wahlweise anwenden auf Kuchen, Vorspeise oder Dessert. Kommt Ihnen das bekannt vor? Und wie oft haben Sie sich breitschlagen lassen und hinterher über sich selbst geärgert? Das mögen jetzt „Kleinigkeiten“ sein, die Wahrung der eigenen Grenzen sollte aber nie als Kleinigkeit verstanden werden. Dazu ist sie zu wichtig.

Die Liebmädchenfalle

Ich bezeichne das Verhalten als „Liebmädchenfalle“. Denn es werden ganz gezielt die Knöpfe des lieben Mädchens gedrückt. In diese Falle tappen wir immer dann, wenn uns jemand zu etwas nötigt, das wir nicht wollen. Da derjenige uns suggeriert, dass Ablehnung unhöflich sei. Das kann auch von Frau zu Frau oder Mann zu Mann passieren. Jedoch erlebe ich das Phänomen meist in der Konstellation Mann/ Frau. Der Einfachheit halber exerziere ich nicht sämtliche geschlechtliche Varianten durch. Man möge mir das nachsehen.

Nichts gegen Business-Etikette. Eine ganz tolle Sache. Für mich stellt sich nur die Frage, ob nicht derjenige unhöflich ist, der die Grenzen des anderen nicht respektiert.

Denn: „nein“ ist ein vollständiger Satz!

Wie sich Grenzen verschieben

Dieses Beispiel zeigt, wie Grenzen getestet werden. Etwas anderes als ein Test ist das ja nicht. Hält mein Gegenüber stand oder gibt es nach? Falls es nachgibt, geht da vielleicht noch mehr in einer wichtigeren Angelegenheit. So verschieben sich dann ganz langsam die Machtverhältnisse. Das oben genannte Beispiel mag jetzt verhältnismäßig harmlos sein, aber gerade in wichtigen Business Verhandlungen ist uns doch allen daran gelegen, dass unser Standpunkt respektiert wird und Grenzen nicht mutwillig verschoben werden. Denn sonst findet man sich irgendwann in einer sehr ungünstigen Position wieder. Also lenken Sie von Anfang an ein! Kein Rumgehampel.

Mehr Mut zum Nein!

Viele Frauen kostet es sehr viel Mut, ein klares Nein zu verbalisieren. Denn sie müssen dann mit den beleidigten Reaktionen leben können: „Jetzt sei doch nicht so …kriegerisch, unhöflich, spröde, unfreundlich“ und vieles mehr, was man dann so an Stempeln aufgedrückt bekommt. Ich bin sicher, Ihnen fällt etwas dazu sein. Mein persönliches Lieblingsbeispiel zweier Teilnehmer eines Business Seminars:

A: Nein, ich möchte nicht zur Begrüßung gedrückt werden.
B: „Du musst“.
A: „Warum?“.
B: „Weil ich das sage!“.
A: „Ach, sagst Du das auch, wenn eine Frau keinen Sex mit Dir will?“.
B: „Na, das ist ja wohl etwas anderes!“.
A: Ach, ist es das?“

Die Frage ist: Welchen Teil von „Nein“ hatte B nicht verstanden?

Manipulative Tricks

Hartgesottene Manipulatoren setzen dann auch noch ganz besondere manipulative Tricks ein. Sie ordnen dem Gegenüber negative Attribute zu, die leicht zu widerlegen sind. Tonfall und Blick sind dabei leicht abwertend. Um bei dem Beispiel mit dem Alkohol zu bleiben könnte das folgendermaßen aussehen: „Sind Sie immer so eine Spaßbremse?“.

Was passiert – zumindest wenn Sie sich der zugrundeliegenden Mechanismen nicht bewusst sind? Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie beweisen wollen, dass Sie keine Spaßbremse sind und bestellen dann doch einen Wein. Kommt Ihnen bekannt vor?

Was können Sie tun?

„Vor allem aber, sich weigern Opfer zu sein“. Margaret Atwood.

Es gibt viele Möglichkeiten was Sie tun können. Die erste ist, sich dieser Mechanismen bewusst zu sein. Beobachten Sie Ihre Reaktionen darauf. Tappen Sie leicht in die Liebmädchenfalle? Dann können Sie Ihre gewünschten Reaktionen mit einer Ihnen wohlgesonnenen Freundin üben. Auch wenn das nur Trockenübungen sind, sind diese doch sehr kraftvoll und effektiv.
Und ganz praktisch: Sie können zum Beispiel Ihr Gegenüber fragen, warum es für ihn so wichtig ist, dass Sie selbst Alkohol trinken. Alternativ können Sie auch gar nicht erst auf die Angriffe einsteigen, sondern diese überhören. Soll derjenige doch denken was er will. Denn die Wertung eine Spaßbremse zu sein ist ja nur seine Sicht der Dinge. Jedem sein Recht auf eigene Meinung. Das bedarf etwas Übung und je nach Tagesform wird es auch mal nicht klappen. Aber egal, Übung macht auch hier den Meister.

Ich hoffe, diese Tipps haben Ihnen weitergeholfen. Falls ja, liken und teilen Sie gerne den Artikel. Fällt es Ihnen leicht oder eher schwer, nein zu sagen? 

Allzeit eine gute und sichere Zeit,

Ihre Ute Schneider

Wie Du im Ausland garantiert eine miese Zeit hast

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Ich verfolge immer mal wieder einschlägige Reiseforen und beobachte das Verhalten anderer Menschen im Ausland. Viele erzählen voller Inbrunst, welch miese Zeit sie im Ausland hatten. Das möchten Sie auch? Dann ist die Essenz daraus etwas für Sie:

Tipp eins: Bereite Dich auf keinen Fall auf die Reise vor

Die Welt ist ein globaler Ort, an dem es mittlerweile fast überall die gleichen Laden- und Restaurantketten gibt. Warum also Geld für Reiseführer ausgeben? Die kleinen lokalen Differenzen und örtlichen Besonderheiten fallen nicht ins Gewicht. Die kann man ganz leicht außer acht lassen. Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes? Ach, lass die doch reden. No risk, no fun. Erfahrungen anderer Traveler über Verhaftungen aus Unwissenheit? Alles Memmen! An deren Aussagen solltest Du Dich keinesfalls orientieren. Dir passiert sowas nicht. Zeige der örtlichen Polizei einfach, wer hier wirklich das Sagen hat. Im Staub vor Dir kriechen werden sie. So!

Tipp zwei: Ignoriere auf jeden Fall die lokalen Dos and Don’ts

Was in Deutschland gut und richtig ist, ist das sicher auch woanders. Warum also auf die andere Kultur und deren Werte vorbereiten? Wen juckts, ob sich die Menschen in dem Land aus religiösen Gründen eher bedeckt halten. Du hast hart für Deinen Body gearbeitet und es ist warm. Kleide Dich also möglichst knapp und zeige endlich allen was Du hast.

Tipp drei: Gib mit Deinem Reichtum an

Im Ausland, wo Dich keiner kennt, hast Du mal so richtig die Chance zu zeigen, wie toll Du bist. Am einfachsten geht das, wenn Du in Schwellenländern mit großen Geldbündeln rumwedelst. Alternativ kannst Du auch ein dickes Portemonnaie in die Gesäßtasche Deiner Hose stecken. Auch ein Foto, das Dich vor einem Porsche zeigt, der Dir zwar nicht gehört, aber egal, solltest Du ganz oft herumzeigen. Auch eine Kamera solltest Du Dir mit einem Gurt um den Hals hängen. Am besten eignen sich hier Spiegelreflexkameras mit dickem Objektiv. So kannst Du die vielen bewundernden Blicke der Locals auch gleich festhalten und auf Social Media damit vor deinen Freunden und der Welt angeben.

Tipp 4: Beleidige möglichst viele Menschen, dann bleibst Du in Erinnerung

Ignoriere kulturelle Besonderheiten. Wenn sich jemand im Ausland auf den Schlips getreten fühlt, ist der halt nicht cool genug. So cool wie Du. Face Saving in Asien? So ein Quatsch! Du bist schließlich ein durchsetzungsfähiger Typ. Jetzt zeigst Du mal allen so richtig „wo der Hammer hängt“. So bleibst Du im Gegensatz zu den ewig Angepassten auf jeden Fall in Erinnerung.

Tipp 5: Impfe Dich auf keinen Fall, das ist was für Weicheier

Impfungen sind etwas für Weicheier. Auch im Ausland. Dein Körper ist hart und hat bisher jede Kinderkrankheit unbeschadet überstanden. Warum sich also damit befassen oder gar unnötig Geld ausgeben? Tropeninstitut? Nie gehört. Sind doch eh alles nur verkopfte Wissenschaftler, denen man kein Gehör schenken sollte. Über ein Erstehilfe Kit solltest Du sowieso erst gar nicht nachdenken. Kleinere Verletzungen beträufelst Du einfach mit Schnaps. Oder wendest ihn gleich innerlich an. Bist halt ein harter Hund.

Ich hoffe, diese „Tipps“ – das Augenzwinkern wird Ihnen hoffentlich nicht entgangen sein – helfen Ihnen weiter. Sollten Sie noch mehr eigene Empfehlungen haben, freue ich mich diese zu lesen.

Allzeit eine gute und sichere Zeit,

Ihre Ute Schneider

„Die Engländer sind alle doof“ – warum der Start im neuen Land manchmal schief läuft

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Wiedersehensfreude UK Style

Trotz bester Voraussetzungen kann der Umzug in ein anderes Land manchmal ungeahnte Herausforderungen mit sich bringen. Wie man diese meistert, erfahren Sie im folgenden Blogbeitrag. 

Die Story

Ich persönlich habe mich bei meinen vielen Aufenthalten in England immer sehr wohlgefühlt. Das geht nicht jedem so. Den Urheber des Zitats "die Engländer sind alle doof" lernte ich in der lokalen Kletterhalle in Bristol kennen. Ein Deutscher mit ziemlich gutem Job in Bristol. Sein Unternehmen  hatte ihm den Weg in administrativer Hinsicht geebnet und alles Wichtige organisiert. Dennoch fiel ihm der Start im neuen Land schwer. Zu der Zeit arbeitete ich selbst noch im internationalen Vertrieb eines großen Unternehmens. Mehr als ein Kletterpartner konnte ich nicht sein. Heute wäre das anders. 

Richtig Fuß gefasst hat er im Land nie. Mit der Einstellung auch nicht verwunderlich. Als dann noch sein Auto aufgebrochen wurde hatte er endgültig genug und verließ Hals über Kopf das Land. 

Was war passiert? 

Ich vermute, dass er nie ein interkulturelles Training erhalten hatte. Viele Unternehmen gehen davon aus, dass ihre Mitarbeiter schon klarkommen werden. "Ist doch nur Europa".

Seine Einstellung war: "Die Engländer sind völlig unnahbar und distanziert. Die wollen gar keinen Kontakt. Hier kann man doch niemals soziale Kontakte erhalten. Ich finde die Engländer doof". Mit dieser generellen Einstellung ist es natürlich schwierig, sich den anderen anzunähern und Sozialkontakte aufzubauen. 

Europäische Stereotypen 

Stereotypen, wie "die" Engländer, Spanier, Italiener sind so und so, haben wir alle im Kopf. Wer anderes behauptet, macht sich etwas vor. Die Kulturen unterscheiden sich und das ist auch gut so. 

Ich selbst erfuhr sehr oft, wie "die Deutschen" so sind. Nun ja, der Großteil der Italiener würde keine weißen Socken zu kurzen Hosen tragen und für die Engländer ist Tee das Heilmittel für alle Lebenslagen. Den direkten Vergleich der Unterschiede hatte ich persönlich, als ich von Bristol nach Barcelona umzog. Die Begrüßungen wurden plötzlich sehr viel körperbetonter als noch in Bristol und Tee trank man dort nur, wenn man krank war. 

Wir sind alle Individuen

Jetzt kommt das Aber in der Geschichte: wir sind alle Individuen, egal wo wir herkommen. Das heißt, man nähert sich ja nicht "den Engländern" sondern individuellen Personen. Man lernt sich kennen und gibt sich Zeit. Wenn man das will.

Neue Freundschaften brauchen Zeit und entwickeln sich auch im Heimatland nur langsam. Wenn ich in meiner Wahrnehmung dem Gegenüber das Label "unzugänglich" aufdrücke, hat er nicht den Hauch einer Chance. Alles was getan oder gesagt wird, betrachte ich dann in diesem Licht und getreu der Selbsterfüllenden Prophezeiung gestalten sich die sozialen Interaktionen entsprechend. 

Das Foto entstand bei einem Spontanbesuch in der Kletterhalle, nachdem ich schon nicht mehr in Bristol lebte. Jeder Mensch zeigt Freude eben auf seine ganz individuelle Weise. 

Geduld und Zeit

Wie hätte die genannte Geschichte einen besseren Verlauf nehmen können? Ich habe mit vielen Expats darüber gesprochen, wie sie in einem anderen Land heimisch geworden sind. Jeder hat da individuelle Methoden, was die Alltagsgestaltung anbelangt. Aber eines haben alle gemeinsam: sie haben sich und "den Anderen" Zeit gegeben. Denn für die anderen ist man ja auch fremd.

Die Mitmenschen benötigen auch Zeit, um sich an einen zu gewöhnen. Das ist ein langsames einander Annähern. Es braucht Geduld, Zeit und Fingerspitzengefühl um die Anfangszeit zu meistern. Der Umgang mit Alleinsein und eventuell Einsamkeit spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle. Wobei man über gemeinsame Interessen - bei mir ist das der Sport - überall ziemlich schnell Anschluss finden kann. 

Und jetzt?

Aus dieser Geschichte und den eigenen Erfahrungen habe ich eines gelernt: der Neustart im Ausland betrifft mehr als den Umzug von A nach B. Es ist das Verlasen der Komfortzone und das Begehen von Neuland, was Menschen bewegt. Viele Herausforderungen eröffnen sich erst vor Ort. Das kann man vorab nicht abschätzen.

Wie man mit den Anfangsschwierigkeiten gut umgehen kann, zeigt einem keiner. Die Vorbereitungen beschränken sich meist auf Steuern, Rechtliches und im Besten Fall ein kurzes interkulturelles Training. Um Einsamkeit, Unsicherheit, den Stress beim Aufbau eines neuen Alltags muss man sich selbst kümmern. Hat man keine guten Mechanismen zur Verfügung, wie in genanntem Beispiel,  kann es schwierig werden. 

Mein Angebot für Sie: Das Starter Kit 

Aus den vielen Gesprächen mit anderen Expats, den eigenen Erfahrungen durch viele Auslandsaufenthalte und meiner Coaching-Ausbildung habe ich das Starter Kit Ausland entwickelt. Es ist eine Art Guideline für den gelungenen Neustart. 

Mehr Info erhalten Sie in einem gratis Erstgespräch

Allzeit eine gute Zeit,

Ihre Ute Schneider 

Sicherheitsmythos – „Mir passiert nichts, ich fliege unter dem Radar“

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Kriminelle, die es auf die High Net Worths dieser Welt oder Mitarbeiter großer Konzerne abgesehen haben, machen sich das Internet natürlich auch zunutze. Über fast jeden Menschen findet man hier irgendwelche Informationen. 

Die meisten Opfer schweigen 

Ich schreibe darüber, da die meisten Opfer die Vorfälle im Stillen regeln und nichts davon nach außen dringt. Meist aus Scham und natürlich auch, um keine Nachahmer auf den Plan zu rufen.

Gleiches gilt für Entführungen der Mitarbeiter großer Unternehmen im Ausland. Das ist mittlerweile ein eigener Wirtschaftszweig, auch wenn die Vorfälle aus verständlichen Gründen nicht an die große Glocke gehängt werden. Zu glauben, dass man unter dem Radar fliegt, ist also ein Sicherheitsmythos. 

So erscheint es in der öffentlichen Wahrnehmung, als seien das Einzelfälle. Ich möchte zur Sensibilisierung beitragen. 

Trickreiche Infobeschaffung

Auch wenn Sie selbst nichts posten, wird sich irgendwas im Netz über Sie finden lassen: Die Teilnahme an einer hochrangigen Veranstaltung, eine Spende an den lokalen Golfclub,  eine Preisverleihung Ihres Unternehmens oder der Name eigenstickt am Hemdkragen. Et voilà, die Kriminellen haben eine erste Spur.
Die weitere Infobeschaffung kann dann sogar über den engsten Familienkreis laufen. 

Wenn Sie zum Beispiel Kinder im Teenageralter haben, sollten Sie mit ihnen ein Gespräch über Sicherheit im Internet führen.
Die meisten Teenager sind ziemlich arglos im Netz. Jeder wird zum Freund erkoren und mit einem gefälschten Profil kann man sich ganz leicht selbst als Teenager ausgeben.

Wenn man dann über die „eigenen Eltern“ ein bisschen meckert, erfährt man von den Kindern vermutlich ziemlich viel. Ist dann eine Beziehung aufgebaut – wir mögen Menschen, die so sind wie wir  – ist der Schritt zum Vertrauen nicht weit. Die Tür ist weit offen. Ein paar geschickt getarnte „harmlose“ Fragen und derjenige hat alles, was er braucht. 

Alles ist Information

Alles ist Information. Wo Sie wohnen, wohin Sie reisen, wo Sie einkaufen, die neuste Anschaffung einer Kelly Bag etc. Das hat mehr Aussagekraft, als Sie ahnen.

Geschulte Täter wissen Informationen genau zu analysieren. Um bei dem Beispiel mit der Golfclub Spende zu bleiben: in dem Fall muss man nur den Jahresbeitrag googeln um zu wissen, ob Sie ein lohnenswertes Opfer darstellen oder nicht. So einfach. 

Was ist zu tun? 

Wie immer im Leben gibt es keine Standardlösung. Wie und für welche zwecke Kriminelle Informationen nutzen, wissen Sie im Vorfeld nicht. Geplante Entführung oder Erpressung – berühmtestes Beispiel wohl Susanne Klatten, die auch unter dem Radar flog – der Phantasie sind keine Grenzen  gesetzt.

Ein paar grundsätzliche Dinge sollten Sie beachten: 

1. Keine privaten Details aus Ihrem direkten Umfeld posten. Schon gar keine Fotos Ihrer Kinder.

2. Mit Ihren Kindern über mögliche Gefahren sprechen. Niemand muss wissen, in welchem Reitstall das Pferd Ihrer Tochter steht und welches die bevorzugte Ausreitstrecke ist.

3. Backgroundcheck von Mitarbeitern und Menschen im näheren Umfeld. Regelmäßig – Lebensumstände ändern sich.

4. Innerhalb der Familie stets Aufenthaltsorte und Zeiten kommunizieren. Auch wenn pubertierende Kinder das vermutlich „ziemlich ätzend“ finden werden.

5. Terminänderungen stets sofort kommunizieren und Handy Akku immer aufladen.

Keine Paranoia! 

Natürlich bringt Paranoia niemanden weiter. Nicht hinter jeder Ecke lauert ein Krimineller. Allerdings reicht schon ein einziger, um Ihnen zumindest den Tag zu versauen. Oft bleibt eine lebenslange Traumatisierung. Manchmal überleben die Opfer den Vorfall auch nicht. Das sollten Sie niemals vergessen.

Wie immer gilt: achten Sie auf Ihr Gefühl. Wenn Ihnen irgendjemand komisch vorkommt, nehmen Sie Abstand oder prüfen Sie die Angaben. Googeln Sie sich mal unter dem Sicherheitsaspekt selbst. Was finden Sie über sich heraus? Wie und wofür könnten Sie die Daten nutzen?

Wenn Sie weitere Info wünschen, tragen Sie sich hier in meinen Verteiler ein und erhalten gratis eine Checkliste zur Vorbereitung auf internationale Geschäftsreisen. 

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, freue ich mich, wenn Sie ihn teilen. Ich wünsche Ihnen allzeit eine gute und sichere Zeit,

Ihre Ute Schneider 

Be aware – mein Sicherheitstipp Nummer eins

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Be aware! Neulich wurde ich gefragt, was so mein Nummer eins Sicherheitstipp ist. Darauf gibt es eine klare Antwort: be aware!– sei aufmerksam! Achte darauf, was sich um Dich herum abspielt. 

Neulich wurde ich gefragt, was so mein Nummer eins Sicherheitstipp ist. Darauf gibt es eine klare Antwort: be aware – sei aufmerksam!

Be aware

Es gibt Studien unter Gefängnisinsassen, denen man Fotos von Passanten zeigte. Welche würden sie als mögliches Opfer auswählen? Die Antworten waren so klar wie einheitlich: die Unaufmerksamen. Denn Täter sind faul. Sie wollen keine unnötige Arbeit mit den Opfern. Das Phänomen kann man sehr gut auf den Videos zur Sicherheitslage in Brasilien beobachten.

Die Medien hatten ja zur WM ausgiebig die Sicherheitslage vor Ort porträtiert. Überfallen wurden vor allem - aber nicht nur - diejenigen, die gerade mit dem Handy telefonierten, durch ein Gespräch oder sonstiges abgelenkt waren. Bis sie wussten was passiert, war der Angreifer schon auf und davon. 

Es gibt Studien unter Gefängnisinsassen, denen man Fotos von Passanten zeigte. Welche würden sie als mögliches Opfer auswählen? Die Antworten waren so klar wie einheitlich: die Unaufmerksamen. Denn Täter sind faul. Sie wollen keine unnötige Arbeit mit den Opfern. Das Phänomen kann man sehr gut auf den Videos zur Sicherheitslage in Brasilien beobachten. Die Medien hatten ja zur WM ausgiebig die Sicherheitslage vor Ort porträtiert. Überfallen wurden vor allem diejenigen, die gerade mit dem Handy telefonierten, durch ein Gespräch oder sonstiges abgelenkt waren.

Die menschliche Aufmerksamkeitsspanne ist begrenzt


Die menschliche Aufmerksamkeitsspanne ist begrenzt

Die menschliche Aufmerksamkeitsspanne ist per se ja schon sehr begrenzt. Wir nehmen nur einen Bruchteil der Dinge wahr, die um uns herum passieren. Ein schönes Experiment dazu ist  The Monkey Business Illusion. Sie werden überrascht sein. 

Vor allen Dingen nehmen wir das wahr, auf das wir unsere Wahrnehmung lenken. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Durch Musikhören oder telefonieren wird die Aufmerksamkeit zusätzlich aus dem Außen in die innere Erlebniswelt gelenkt. Die Konzentration ist dann verstärkt auf eine Sache gerichtet. Den Rest blenden wir aus. Alles andere würde zu Input-Overflow führen. 

Die menschliche Aufmerksamkeitsspanne ist per se ja schon sehr begrenzt. Wir nehmen nur einen Bruchteil der Dinge wahr, die um uns herum passieren. Ein schönes Experiment dazu ist The Monkey Illusion. Wir nehmen nur einen Bruchteil der Dinge wahr, die um uns herum passieren.Vor allen Dingen  das, auf das wir unsere Wahrnehmung lenken. Durch Musikhören oder telefonieren wird die Aufmerksamkeit zusätzlich aus dem Außen in die innere Erlebniswelt gelenkt. Die Konzentration ist dann verstärkt auf eine Sache gerichtet. Der Rest wird ausgeblendet.

So sind schnelle Reaktionen nicht möglich

So sind schnelle Reaktionen nicht möglich

Wenn ich mit der Aufmerksamkeit irgendwo anders bin, sehe ich nicht, was um mich herum vorgeht. Hören sowieso nicht. So angenehm zum Beispiel Musik hören ist, man blendet dadurch alle warnenden Geräusche aus. Beim Radfahren finde ich es immer belustigend, wenn die Jogger zusammenzucken sobald ich im Feld an ihnen vorbeifahre.

Nachts mit Musik Joggen ist eine sehr unkluge Idee, denn ein möglicher Angreifer hat dadurch leichtes Spiel. Warum ich das erwähne? Weil es leider immer wieder zu solchen Vorfällen kommt. 

Denn ich sehe dann nicht, was um mich herum vorgeht. Hören sowieso nicht. So  angenehm zum Beispiel Musik hören ist, man blendet dadurch alle warnenden Geräusche aus. Beim Radfahren finde ich es immer belustigend, wenn die Jogger zusammenzucken sobald ich im Feld an ihnen vorbeifahre. Nachts mit Musik Joggen ist eine sehr unkluge Idee, denn ein möglicher Angreifer hat dadurch leichtes Spiel.

Die Reaktionszeit

Die Reaktionszeit

Die Reaktionszeit wird beschrieben im sogenannten „OODA Loop“ (John Boyd), der sich zusammensetzt aus Observe, Orient, Decide, Act. Ein Ereignis wird wahrgenommen, kognitiv verarbeitet, dann im Kopf eine Entscheidung zur möglichen Handlung getroffen und erst dann erfolgt die Reaktion. Das ist ein komplexer Prozess, der durch viele Faktoren beeinflusst wird.

Wird schon der erste Reiz (Angriff)  durch einen anderen Reiz überdeckt (z.B. Musikhören) ist der Loop bereits im ersten Punkt gestört und die mögliche Handlung zeitverzögert. Daher: be aware!

Die Reaktionszeit wird beschrieben im sogenannten „OODA Loop“ (John Boyd), der sich zusammensetzt aus Observe, Orient, Decide, Act. Ein Ereignis wird wahrgenommen, kognitiv verarbeitet, dann im Kopf eine Entscheidung zur möglichen Handlung getroffen und erst dann erfolgt die Reaktion. Das ist ein komplexer Prozess, der durch viele Faktoren beeinflusst wird. Wird schon der erste Reiz (Angriff)  durch einen anderen Reiz überdeckt (z.B. Musikhören) ist der Loop bereits im ersten Punkt gestört und die mögliche Handlung zeitverzögert. Daher: be aware!

Pre-Incident Indicators

Pre-Incident Indicators

Angriffe kommen nicht völlig aus dem Nichts. Sie kündigen sich in aller Regel in irgendeiner Art und Wiese durch sogenannte 'Pre Incident Indicators' an. Täter suchen ihre Opfer gezielt aus und nähern sich ihnen. Wenn Ihnen auffällt, dass jemand Sie mit erhöhtem Interesse beäugt oder gar im Gleichschritt neben ihnen läuft – das tun im Normalfall nur gute Freunde – nehmen Sie Kontakt auf. Fragen Sie zum Beispiel ganz unverfänglich nach der Uhrzeit. Das nehmen Sie dem Täter das Überraschungsmoment und Sie werden als Opfer unattraktiver.

Es gibt nicht DAS EINE Anzeichen. Genauso wenig wie bei Lügen. Achten Sie auf Dinge, die Ihnen irgendwie komisch vorkommen und die von der Norm abweichen. Selbst wenn Sie sich als nicht besonders intuitiv bezeichnen – die Warnsignale sind da. Schenken Sie ihnen Gehör. Mehr dazu in meinem Blogartikel über Intuition.

Angriffe kommen nicht völlig aus dem Nichts. Sie kündigen sich in irgendeiner Art und Wiese durch sogenannte 'Pre Incident Indicators' an. Täter suchen ihre Opfer gezielt aus und nähern sich ihnen. Wenn Ihnen auffällt, dass jemand Sie mit erhöhtem Interesse beäugt oder gar im Gleichschritt neben ihnen läuft – das tun im Normalfall nur gute Freunde – nehmen Sie Kontakt auf. Fragen Sie zum Beispiel ganz unverfänglich nach der Uhrzeit. Das nimmt das Überraschungsmoment und Sie werden als Opfer unattraktiver.
Es gibt nicht DAS EINE Anzeichen. Genauso wenig wie bei Lügen. Achten Sie auf Dinge, die Ihnen irgendwie komisch vorkommen und die von der Norm abweichen. Selbst wenn Sie sich als nicht besonders intuitiv bezeichnen – die Warnsignale sind da. Schenken Sie ihnen Gehör.

Sicherheit und Kultur – auf den Kontext kommt es an

Sicherheit und Kultur – auf den Kontext kommt es an

Sicherheit in fremden Ländern bedingt die Auseinandersetzung mit der Landeskultur. In asiatischen Ländern beispielsweise ist es nicht ungewöhnlich, dass sich jemand zu einem an den Tisch setzt und ein Gespräch beginnt. Man bekundet damit Interesse an dem Menschen und seiner Kultur. In Deutschland wäre das gleiche Verhalten schon sehr befremdlich. Oder nicht? 

Sicherheit in fremden Ländern bedingt die Auseinandersetzung mit der Landeskultur zu tun. In asiatischen Ländern beispielsweise ist es nicht ungewöhnlich, dass sich jemand zu einem an den Tisch setzt und ein Gespräch beginnt. Man bekundet damit Interesse an der anderen Kultur. In Deutschland wäre gleiches Verhalten sehr befremdlich.

Es ist ein weites Feld 

Sicherheit ist ein weites Feld. Es gibt viel zu beachten und potentielle Gefahren zu kennen, ist schon ein großer Beitrag zum persönlichen Schutz. Nichts ist selbstverständlich! Gerade "Weitgereiste" fallen in die Globetrotter-Routine-Falle, wie ich sie nenne. Wenn lange nichts passiert, wird man nachlässiger. Bis einem mal wieder jemand eine Geschichte aus der Praxis erzählt. Meist sind es keine spektakulären "Agenten Geschichten" sondern der ganz normale alltägliche Wahnsinn, der bei den meisten Hörern ein "sowas wäre mir nicht passiert" auslöst. Who knows - der Teufel steckt im Detail. 

Wenn Sie mehr zum Thema erfahren wollen, beispielsweise in einer Inhouse Sicherheits-Awareness-Schulung, ganz bequem in Ihrem unternehmen oder auch 1:1 per Skype:  Get in touch!

Allzeit eine gute und sichere Zeit!

Ihre Ute Schneider 

Was kostet Sie der vorzeitige Entsendungsabbruch Ihrer Mitarbeiter?

with Keine Kommentare

Immer wieder höre ich den Satz: „wir erwarten, dass unsere Expats im Ausland  klarkommen“. Das ist ja prinzipiell auch alles gut und richtig, Business ist kein Ponyhof. Selbst Unternehmen mit Tischkicker und Gratis-Äpfelchen wollen am Ende des Tages schwarze Zahlen sehen. Nur, wenn es nicht so läuft wie gedacht, kommt es häufig zum vorzeitigen Entsendungsabbruch. Das ist nicht nur unschön - in der Folge verlassen die Mitarbeiter auch oft das Unternehmen.


Welche Kosten bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Ich habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht und die Punkte in einer Liste zusammengefasst. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist sicher  je nach Mitarbeiter und Land, in das entsendet wird,  unterschiedlich zu bewerten.

Kosten der Entsendung

  • Auswahlprozess potentieller Assignees
  • Look and See Trip(s) für Mitarbeiter und Familie 
  • Sprachtrainings  für Mitarbeiter und Familie
  • Interkulturelle Trainings für Mitarbeiter und Familie
  • Kosten Arbeitszeit die für Vorbereitung genutzt wird
  • Relocationkosten: Umzug, Möbel einlagern, Visa, Genehmigungen, Übersetzungen der Dokumente, Anmeldungen bei Behörden im Ausland,  Immobilienmakler, etc. 
  • Arbeitszeit, die für Organisatorisches vor Ort genutzt wird
  • Diverse Heimflüge
  • Boni
  • Auslandszulage
  • Zulage für Schulkosten der Kinder
  • Ausgleich Währungsschwankungen
  • Eventuelle Zusatzversicherungen
  • Verwaltungsaufwand durch HR
  • Wohnungszuschlag
  • Eventuell Fahrer
  • Steuerberater internationale Steuer
  • Fachanwalt für Auslandsrecht
  • Zeit, bis Mitarbeiter die Abläufe in der ausländischen Niederlassung kennt und volle Leistung erbringen kann
  • Arbeitszeit, bis Business vor Ort aufgebaut ist bei Neugründung
  • Dazu: Gründungskosten, Büromiete, Makler, Consultants, Juristen, Heimflüge zur Absprache mit HQ
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