Was kostet ein vorzeitiger Entsendungsabbruch?

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Immer wieder höre ich den Satz: „wir erwarten, dass unsere Expats im Ausland  klarkommen“. Das ist ja prinzipiell auch alles gut und richtig, Business ist kein Ponyhof. Selbst Unternehmen mit Tischkicker und Gratis-Äpfelchen wollen am Ende des Tages schwarze Zahlen sehen. Da es aber überall „menschelt“ läuft auch die eine oder andere Auslandsentsendung nicht so wie geplant beziehungsweise wie erwartet. Erwarten kann man ja viel, nur sieht der Alltag halt doch meist anders aus. Wenn es nicht so läuft wie erwartet, brechen viele Assignee nicht nur den Auslandseinsatz ab, sondern verlassen in Folge auch oft das Unternehmen.


Welche Kosten bedeutet das für ein Unternehmen?

Ich habe mir ein paar Gedanken dazu gemacht und die Punkte in einer Liste zusammengefasst. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist sicher  je nach Land. In das entsendet wird,  unterschiedlich zu bewerten.

Kosten der Entsendung

  • Auswahlprozess mit potentiellen Assignees
  • Look and See Trip(s) für Mitarbeiter und Familie 
  • Sprachtrainings  für Mitarbeiter und Familie
  • Interkulturelle Trainings für Mitarbeiter und Familie
  • Kosten Arbeitszeit die für Vorbereitung genutzt wird
  • Relocationkosten: Umzug, Möbel einlagern, Visa, Genehmigungen, Übersetzungen der Dokumente, Anmeldungen bei Behörden im Ausland,  Immobilienmakler, etc. 
  • Arbeitszeit die für Organisatorisches vor Ort genutzt wird
  • Diverse Heimflüge
  • Boni
  • Auslandszulage
  • Zulage für Schulkosten der Kinder
  • Ausgleich Währungsschwankungen
  • Eventuelle Zusatzversicherungen
  • Verwaltungsaufwand durch HR
  • Wohnungszuschlag
  • Eventuell Fahrer
  • Steuerberater internationale Steuer
  • Fachanwalt für Auslandsrecht
  • Zeit, bis Mitarbeiter die Abläufe in der ausländischen Niederlassung kennt und volle Leistung erbringen kann
  • Arbeitszeit, bis Business vor Ort aufgebaut ist bei Neugründung
  • Dazu: Gründungskosten, Büromiete, Makler, Consultants, Juristen, Heimflüge zur Absprache mit HQ
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Sieben typische Herausforderungen ins Ausland entsendeter Mitarbeiter

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Wenn ich über Herausforderungen im Ausland rede, schauen mich viele mit großen Augen an. „Ich dachte bisher, das sei alles ein einziges tolles Abenteuer. Was, da gibt es auch Probleme?“. Ja, die gibt es und auch wenn ich generell dafür bin, den Fokus auf die positiven dinge zu lenken, sollten diese Herausforderungen nicht unerwähnt bleiben. Im Zweifelsfall verhindert das den vorzeitigen Abbruch einer Entsendung. Dabei spielt das Land, in das entsendet wird, übrigens nur eine untergeordnete Rolle.


Vertsehen Sie mich nicht falsch. Natürlich ist der Umzug ins Ausland ein ganz tolles Abenteuer, das den Horizont erweitert und sehr viele tolle neue Erfahrungen mit sich bringt. Keine Frage. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere sind Herausforderungen, mit denen man als Expat gar nicht gerechnet und auf die einen auch niemand vorbereitet hatte. Das rührt daher, dass steuerliche, rechtliche und vertragliche Dinge zu regeln und häufig schon so komplex sind, dass „das bisschen Komfortzone“ vergleichsweise simpel erscheint. Bis man dann vor Ort ist....



1. Überforderung


Vorab scheint der Umzug und die Organisation des neuen Lebens im Ausland ein Kinderspiel zu sein. Vor allem, wenn eine Relocation Firma die Möbel übernimmt und das eigene Unternehmen Dinge wie Steuern und Versicherungen. Wieviel dann doch noch an so einem Auslandsumzug hängt, merkt man oft erst gegen Ende, wenn alles zeitlich knapp wird. Angefangen von den letzten Arztbesuchen, Abschied von Freunden, der vollen Garage, Dingen, die man nicht mitnehmen kann und die verschenkt oder verkauft werden müssen und vieles mehr. Das kann in ziemlichen Stress ausarten, gerade wenn man noch Vollzeit arbeitet. Hinzu kommt dann noch die Organisation des Neustarts im Land.


2. Orientierung am neuen Ort


Der Neustart in einem Land ist nicht zu vergleichen mit einem Urlaub, wo man nur vom Hotel an den Strand oder zum nächsten Sightseeing Punkt muss. Bei einem Umzug ist es wichtig, sich von Anfang an einen guten Überblick der Nachbarschaft, dem Weg zur Arbeit und wichtigen Punkten wir Kliniken, Meldebüro, Supermarkt, Banken etc. zu verschaffen. Nicht alles funktioniert dabei, wie man es in Deutschland gewohnt ist und es kann dauern, bis man sich vollumfänglich orientiert und angemeldet hat und in seiner Umgebung zurechtfindet. In England hat man zum Beispiel keine freie Arztwahl sondern muss zu dem vom NHS dem Wohnort zugeordneten Center gehen. Bankkonten eröffnet man mit einer Telefonrechnung. Schlecht nur, wenn man noch kein Telefon hat (kein Scherz) Solche Dinge muss man oft erst mühsam herausfinden, wenn man vom Unternehmen nicht super vorab gebrieft wurde.


3. Start im neuen Team


Der Start im neuen Team wird oft unterschätzt. Man geht intuitiv davon aus, dass das alles schon klappen wird, da man sich ja zu Hause auch wohlfühlt und es schließlich ein Unternehmen mit einem Unternehmens-Sprit ist. Im besten Fall ist das auch so. Allerdings herrschen in anderen Ländern andere Umgangsregeln, Hierarchie hat eine andere Bedeutung und auch Führungsstile und das generelle Verständnis von Führung ist anders als in Deutschland. Selbst wenn der Expat in der Theorie – beispielsweise in einem interkulturellen Training – darauf vorbereitet wurde, ist es immer nochmal etwas anderes, das dann auch in der Praxis zu erleben.


4. Einsamkeit


Selbst wenn der Mitarbeiter vom ausländischen Team gut aufgenommen und zu sozialen Aktivitäten eingeladen wird, wird es am Anfang im Privaten sicher einige Leerlaufzeiten geben. Selbst wenn man mit Familie eingereist ist. Denn das soziale Umfeld wird man erst schmerzlich vermissen, wenn man seine Freunde nicht mal mehr eben so auf einen Kaffee treffen kann. Ja nachdem in welcher Kultur man sich befindet und wie kommunikativ veranlagt man ist, kann es eine ganze Weile dauern bis ein neues soziales Umfeld aufgebaut ist. Man rechnet im Schnitt mit zwei Jahren bis man so etwas wie Freunde hat und sozial etabliert ist.


5. Falsche Vorstellungen treffen auf Realität


Vorab hat man sich alles in den schönsten Farben ausgemalt und plötzlich klopft die Realität an die Tür. Man stellt fest, dass es auch woanders Bürokratie gibt, Menschen nicht immer nur freundlich sind oder das Wetter zwar warm, aber die Luftfeuchtigkeit unerträglich ist. Wäschen waschen und Einkaufen ist genauso lästig wie zu Hause und der Verkehrsstau zur Arbeit sogar noch länger als in der Heimat.Oft wird vom Kulturschock geredet, wenn die ersten Wolken am Horizont auftreten. Ich denke jedoch, es ist oft das Phänomen „Realität meets Traumvorstellung“. Wenn man dem Ganzen Zeit gibt, kann sich das nach einer Weile einpendeln. Gelassenheit ist hier gefragt.


6. Unerwartete Herausforderungen


Unter unerwartete Herausforderungen verbuche ich alles, was auftaucht, wenn etwas nicht so läuft wie geplant. Das kann sein: in der Heimat ist etwas Dringendes zu erledigen, das man vergessen hatte (Ämter) oder das nicht läuft wie erwartet (Probleme mit Zwischen- oder Nachmieter, Haus- oder Autoverkauf), Gesundheitliche Probleme im Gastland – man findet nicht die medizinische Versorgung, die man sich wünscht oder erhält Medikamente nicht, die man in der Heimat ohne Probleme bekommt.


7. Familiäre Probleme


Oft höre ich „wenn die Familie mitgeht, hat man diese Probleme doch nicht“. Ja und nein. Man ist vielleicht nicht ganz so einsam, aber was ist, wenn sich eines der Familienmitglieder nicht einleben kann? Weil die neue Schule so ganz anders ist, oder das Kind die Freunde vermisst? Wenn der Partner vor Ort nicht mehr arbeiten kann und Depressionen entwickelt? Hier hilft ein Duales Programm der Unternehmen, die es aber noch nicht überall gibt und die auch nicht immer möglich sind. Oder aber, der Partner ist nicht mit ausgereist und kommt es zu Eifersuchtsdramen.

Die Scheidungsrate unter Expats ist höher als die des Durchschnitts und für eine Scheidung im Ausland gelten ganz besondere Regeln. Es wird Expats sogar verschiedentlich geraten für den Fall einer Scheidung vorab schon alles vertraglich Notwendige zu regeln. Macht man natürlich in der Regel nicht, da man sich das gar nicht vorstellen will. Sollte der Ernstfall eintreten unbedingt mit einem Fachanwalt sprechen.

Gute Vorbereitung ist alles! 


Ich denke immer noch, dass die Zeit im Ausland mit das Tollste ist, was man im Leben machen kann. Nur sollte man sich auf alle Eventualitäten gut vorbereiten. Dann wird der Umgang mit möglichen Herausforderungen einfach leichter.


Sämtliche erwähnte Beispiele stammen aus der Praxis und wurden mir entweder vielfach erzählt oder ich habe sie selbst erlebt. Das sind alles keine unlösbaren Probleme, wenn man weiß, wie man sich darauf vorbereiten und bei Eintreten damit umgehen kann. getreu dem Motto: be prepared! 


Dafür gibt es jetzt das Starter Kit Ausland. Es bereitet Sie auf die häufigsten Herausforderungen einer Auslandsentsendung vor und unterstützt Sie noch in der Heimat und der ersten Zeit im neuen Land. Für mehr Info einfach auf den Button klicken: 

Der Auslandsumzug – warum interkulturelles Training überschätzt wird

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interkulturelles Training

Dieser Tage hörte ich das Lied „Aurélie“ von Wir sind Helden, in dem es darum geht, warum Aurélie das Flirtverhalten deutscher Männer nicht versteht und daher alleine bleibt. Das bewog mich, mir mal etwas mehr Gedanken über Kultur im Allgemeinen und interkulturelles Training im Speziellen zu machen. Viele Unternehmen legen das Hauptaugenmerk bei der Auslandsvorbereitung ihrer Mitarbeiter neben steuerlichen Aspekten auf das interkulturelle Training.

Verstehen Sie mich nicht falsch, dieses Training ist sehr wichtig, um die Kultur ein bisschen zu verstehen und sich schnellstmöglich in der neuen Heimat zuhause zu fühlen. Problematisch wird es nur, wenn man sich darauf verlässt, das mit ein paar Stunden interkulturellem Training alles gut wird und man „die Anderen“ vollumfänglich versteht. Das funktioniert nicht. Aus folgenden Gründen:


Kultur ist vielschichtig

Kultur ist mehr als Sprache, Küche und Traditionen. Kultur ist eine vielschichtige Angelegenheit, weswegen zu ihrer Erklärung meist das berühmte Eisbergmodell herangezogen wird. Dieses besagt, dass nur ein Bruchteil der Aspekte einer Kultur sichtbar an der Oberfläche sind und der Rest unter der Wasseroberfläche liegt. Der Rest das sind Werte, Glaubenssätze, Prägungen. Ein bisschen davon lässt sich erahnen, wenn man sich im Detail mit einer Sprache befasst: welche Bilder werden in den Sprichworten gemalt, welche Metaphern gibt es und für welche Worte gibt es keine entsprechende Übersetzung ins Deutsche und umgekehrt. Ein Beispiel, das mir gerade einfällt, ist das deutsche Wort für Gemütlichkeit. Zumindest kenne ich keine Entsprechung dafür im Spanischen und auch das englische cosyness gibt es nur annähernd wieder.


Die Geschichte verstehen


Die Kultur, wie sie heute ist, muss auch immer im geschichtlichen Kontext betrachtet werden. Manches kann man erst in Zusammenhang und in der Rückschau verstehen, das auf den ersten Blick keinen Sinn macht. Ein gutes Interkulturelles Training gibt normalerweise Einblick in die Geschichte eines Landes. Danach macht es Sinn, sich mit Einheimischen zu unterhalten. Natürlich unter dem Vorbehalt, dass Geschichte abhängig davon ist, wer sie einem erzählt. In Spanien wurde mir das sehr bewusst.

Gespräch mit zwei Großvätern, die auf zwei verschiedenen Seiten des Guerra Civíl gekämpft hatten – und schon hat man zwei Geschichten. Das zu verstehen half mir „Ghosts of Spain“. In Vietnam unterhielt ich mich mit einem Hotelbesitzer über den Vietnamkrieg. Was mir am ausdrücklichsten in Erinnerung geblieben war, war seine Trauer, dass viele seiner Jugendfreunde im Krieg gestorben waren. Und so geht es vielen, sagte er mit Tränen in den Augen.


Sozialisierung ist ein langandauernder Prozess

Wie lange hat es gedauert, bis wir in unserer Kultur sozialisiert wurden? Also zu „vollwertigen Mitgliedern dieser Gesellschaft“ wurden? Als uns unsere Eltern, Großeltern und beflissene Lehrer etc. mit den Dos and Dont's der Gesellschaft vertraut machten. Im Beruf kam dann das Wissen um Business Etikette dazu. Es ist ein andauernder Prozess, der sich über Jahre und Jahrzehnte hinzieht. Zu erwarten, dass man das in einer anderen Kultur in ein paar Stunden erledigt haben würde, ist somit illusorisch.


In meiner Zeit in England staunte ich immer wieder über die unglaublich diplomatische Wortwahl mancher Engländer. Diese zarte Verpackung grober Inhalte wie in feinstes Seidenpapier. Großartig!! Wen das Thema interessiert, dem empfehle ich das Buch „Watching the English“.


Menschen sind vielschichtig

Dann hat man ja nicht nur mit der Kultur zu tun, sondern deren menschlichen Vertretern. Das heißt, mit Individuen, die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie ganz individuell sind. Manche versteht man, manche nicht. Das liegt an Werten, Normen, Einstellungen, Erziehung, Glaubenssätzen, Erfahrungen, familiären Prägungen usw. Somit betrachtet jeder von uns die Welt durch seine Brille oder , wie eine befreundete Schauspielerin neulich sagte: „Hast Du 100 Zuschauer im Publikum dann hast Du 100 mal ein anderes Stück“.


Auch in Deutschland versteht man nicht alle Mitmenschen. Weil sie einfach anders sind und ein anderes „Modell der Welt haben“ wie man es im NLP nennt. Neulich fragte mich jemand: wie sind die Deutschen eigentlich so? Es fiel mir schwer, dazu etwas zu sagen. Klar, es gibt das Stereotype Bild: Wir sind fleißig, höflich, hart arbeitend, tolle Ingenieure, ehrlich und direkt - sagen die einen - unhöflich, Sandalen- und Goretexjackenträger, Barbaren (Deutsche auf Mallorca) - sagen die anderen. Wer hat nun recht? Wie immer gilt: it all depends.


Deutsch ist ja auch nicht gleich Deutsch. Jeder Mensch ist ja irgendwie eine Insel. Ich denke, es wird mehr interkulturelle Verständigungsprobleme geben, wenn man einen Bayer nach Hamburg sendet, als den entsprechenden Bayern nach Singapur, beispielsweise. Ein Film, der sich des Themas deutsche Kultur (und ein bisschen Hippie Kultur) sehr humorvoll annimmt ist „Sommer in Orange“.

Das war mein kleiner Exkurs zum Thema interkulturelles Training. Das Blogbild oben ist eine kleine Impression aus Rüsselsheim. Da hatte wohl jemand ein riesiges Problem mit Kultur so im Allgemeinen. Vielleicht hatte ihn seine Familie mit zu viel mit Opern gequält? Wir wissen es nicht. 

Möchten Sie mehr erfahren?


Wie man sich sonst noch auf einen Auslandsaufenthalt vorbereiten kann um eine gute Zeit im neuen Land zu haben, können Sie meinem gratis E-book Life abroad entnehmen.


Allzeit eine gute Zeit


Ihre Ute Schneider

Erwartungen an das Leben als Expat

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Komfortzone

Neulich sah ich im Fernsehen eine Werbung für „Good Bye Deutschland“. Ein Satz ist mir besonders in Erinnerung geblieben: „Nie wieder Alltag“. Ähnliches findet man auch in einschlägigen Jobanzeigen „Leben da, wo andere Urlaub machen“. Welche Erwartungen löst das aus? In meinen Augen die völlig falschen. Es wird eine Vorstellung vom Leben im Ausland kreiert, die der Realität nicht standhält. Ja, gar nicht standhalten kann und auch nicht soll. Selbst wenn es wie ein Urlaub wäre: man kann nur eine begrenzte Zeit am Strand liegen und nichts tun und auch des Cocktail Trinkens wird man irgendwann überdrüssig.

Menschen brauchen „Alltag“

Natürlich hat man bei einem Umzug in ein neues Land erst mal ganz viel Tolles, Neues und Aufregendes. Das ist ganz normal und diese Phase sollte man auch in vollen Zügen genießen. Nach der ersten „Honeymoon-Phase“ tritt zwangsläufig Alltag ein. Auch das ist normal. Denn was ist Alltag denn? Es ist ein fester Ablauf des Lebens, bestehend aus Arbeit, Freizeit, Notwendigkeiten wie Einkaufen, Wäschewaschen (ausgenommen Länder, in denen man das extern erledigen lässt) und dem ganz normalen Rhythmus, der sich irgendwann automatisch einstellt. Das ist auch gar nicht schlimm, denn Routine ist für uns Menschen wichtig.

Wir wollen unseren Stamm-Frisör, wissen wo es die besten Pommes der Stadt gibt, wo man seinen Kaffee trinken und abends weggehen kann. Das zu wissen spart sehr viel Zeit und Kraft. Man ist nicht mehr auf „Alarmstufe rot“, sondern kann die Dinge entspannter angehen. Abwechslung gerne, aber nicht zu viel. Sonst wird es für unsere Psyche schnell unbequem. Bei jedem meiner Auslandsaufenthalte hat die Suche nach einem netten Frisör mehrere Anläufe und damit auch Kraft in Anspruch genommen.

Die berühmte Honeymoon-Phase

Warum erwähne ich das? Ich denke, bei vielen kommt gerade deshalb nach der sogenannten Honeymoon-Phase so ein böses Erwachen im Fachjargon als Kulturschock bezeichnet, da sie mit falschen Erwartungen in ein neues Land gezogen sind. Mit diesem „Jetzt wird alles anders und vor allem besser! Jetzt stelle ich mein Leben um, mache regelmäßig Sport, schaue weniger Fernsehen und gehe mehr auf Feten...“. Und was es da sonst noch an Vorstellungen gibt. Ja, es kann gut sein, dass man wirklich vieles ändert, weil man den neuen Schwung nutzt und auf dieser positiven Welle bleibt. Auch, weil man alte Strukturen und kräftezehrende Peers (mehr dazu bei „Schluss mit Energieräubern“ hinter sich gelassen hat. Ich wünsche wirklich jedem Expat, dass er genau das erreicht und durchhält.

Man nimmt sich selbst immer mit

Fakt ist aber auch: man nimmt sich selbst mit! Wenn ich eher eine „Couch-Potatoe bin, wird aus mir höchstwahrscheinlich auch im Ausland kein Triathlet. Und wenn ich regelmäßig Sport brauche, kann es ziemlich frustrierend sein, wenn man sich plötzlich in einem Umfeld wiederfindet, in dem die Kollegen lieber trinken gehen als zum Sport. Ist mir einmal passiert. Die fanden es sehr strange, wenn ich nicht mit in den Pub kam, weil ich an dem Abend dringend eine bestimmte Route in der Kletterhalle klettern wollte. Ich sage das, weil man dann ziemlich schnell zum strangen Vogel wird, was partiell ausgrenzend sein kann. Damit muss man umgehen können. Oder man passt sich an, nur um dazuzugehören, was die schlechtere Variante wäre.

Feste Strukturen und gewohnte Pfade fehlen erst mal

Zuhause hatte man ja seine festen Strukturen und die gewohnten Pfade. Den Freundeskreis, die Kollegen, die Orientierung in der eigenen Stadt und man wusste überall woran man war. Das ändert sich dann plötzlich. Und entweder es sind gleich die richtigen, oder, wie in meinem Fall, wird man plötzlich zum strangen Vogel. Das ist nicht weiter schlimm. Muss man sich halt woanders sein Umfeld aufbauen. Auch wenn die neuen Arbeitskollegen zwangsläufig der erste Sozialkontakt sind. Egal. Das dauert und diese Übergangsphase muss man aushalten, ohne allzu frustriert zu werden. Im Fachjargon „Resilienz“ genannt. 

Bürokratie

Das nächste ist, dass es auch in anderen Ländern Bürokratie gibt. Viele denken, dass sei ein deutsches Phänomen. Mitnichten. Woanders ist es auch nicht anders, oft sogar noch schlimmer. Wenn man dann noch in irgendeinem Office steht und der Beamte mit einem redet als sei man behindert, nur weil man einen Akzent hat, wird es spaßig. Hier kann ich eigene Erfahrung aufweisen. Ich war bei der spanischen Stadtverwaltung um mich anzumelden. Irgendwann sagte meine spanische Begleitung zu dem Beamten: „Sie ist deutsch und nicht behindert“, als er das Theater des Beamten nicht länger ertrug. So kann's gehen.

Spielen auch Sie mit dem Gedanken ins Ausland zu ziehen oder sind schon dort und stoßen gerade an die Grenzen Ihrer Komfortzone? Dann empfehle ich Ihnen im ersten Schritt mein gratis E-Book „Life abroad“. Darin finden Sie vielmals erprobte Tipps, wie Ihr Leben im Ausland toll wird.

Wenn Sie mehr wissen wollen oder ganz spezifische Unterstützung möchten, dann melden Sie sich gerne zu einem persönlichen Gespräch an.

Starter Kit Ausland

Für Unternehmen habe ich jetzt das Programm „Starter Kit Ausland“ entwickelt. Es bereitet Ihre Assignees von der Phase der Entscheidung „Ausland ja oder nein“*, auf die Phase des Umzugs (nicht die Relocation, sondern das verlassen der Komfortzone) und den Start im neuen Land vor. Ich berate sie während des ersten halben Jahres und auf Wunsch auch bei Rückkehr. Details auf Anfrage.

*ja, hin und wieder werden die Mitarbeiter gar nicht gefragt, ob sie ins Ausland wollen sondern aufgrund ihrer Fachkompetenz entsendet. „Wir erwarten, dass sie dort einwandfrei funktionieren“. Prinzipiell verständlich, nur erhöht dieses vorgehen die Fluktuation der Mitarbeiter beziehungsweise trägt nicht zur Leistungssteigerung bei. Ein Mitarbeiter der sich außerhalb seiner persönlichen Komfortzone befindet, wird nicht durch hohe Leistungsbereitschaft hervorstechen. Zum Glück werden sich immer mehr Unternehmen dessen bewusst und passen ihre internationale Personalstrategie entsprechend an.

Mein Beitrag für die Manageretagen

Ich will hier nicht für eine „Verweichlichung“ der Wirtschaft eintreten. Ist ja schließlich kein Kuschelkurs. Es ist vielmehr mein Beitrag zur Gesundung in den Manager-Etagen. Wir sind alle keine Maschinen und chemische Hilfsmittel (Alkohol, Drogen, auch Essen) zur Leistungssteigerung sind nur begrenzt sinnvoll um gut funktionieren zu können. Wenn Sie jetzt sagen “wovon redet Frau Schneider?“, verweise ich gerne auf das Werk von Matthias Schranner „Verhandeln im Grenzbereich“.

Er spricht darin über Alkoholismus im Business und gibt den Tipp, dass man Verhandlungen mit manchen Menschen ganz diplomatisch an die Bar verlegen sollte, um ihnen eine goldene Brücke zu bauen. Man selbst kann sich ja einen Tomatensaft bestellen. Glauben Sie nicht? Beobachten Sie bei der nächsten Messe oder Konferenz mal Ihr Umfeld.

In diesem Sinne,

Allzeit eine gute Zeit!

Ute Schneider 

Was Abgrenzung mit guter zwischenmenschlicher Verbindung zu tun hat

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Ich bin ich und Du bist Du

Das erfahren Sie im folgenden Artikel. 

Als ich mein Seminar „Mut zur Abgrenzung“ das erste mal anbot, kam die Frage, wieso ich ein Seminar zum Thema Abgrenzung und nicht zum Thema Kontaktaufnahme machen würde. Das sei doch viel wichtiger. Ja, in der Lage zu sein guten Kontakt zu anderen Menschen herzustellen ist wirklich sehr wichtig und fällt vielen in Zeiten von Social Media, die die direkte Ansprache etwas verdrängen, immer schwerer.

Grenzen sind aber mindestens genauso wichtig. Wir sind nicht „alle eins“. Selbst wenn einem das in jedem zweiten Yogastudio entgegengesurrt wird. Ich möchte auch gar nicht mit allen "eins" sein. Ich bin ich - und Du bist Du. Jeder mit seinem persönlichen Territorium. Wir können uns ab und zu gerne in der Mitte treffen. Keine Frage. Das ist aber auch alles.

Warum Grenzen so wichtig sind

Grenzen sind wichtig, damit andere Menschen sich daran orientieren können. Schauen Sie sich das Verhalten kleiner Kinder an. Die testen Grenzen ganz vehement aus. Pferde tun das auch. Bietet man ihnen keine klaren Grenzen, dann verschiebt sich das Machtgefälle immer weiter – zu Gunsten des Pferdes. Wer das nicht glaubt, dem empfehle ich ein Manager-Pferde-Training. Im Zwischenmenschlichen sieht das genauso aus. Mein Gegenüber möchte wissen, woran er oder sie bei mir ist. Unklarheit und Wischiwaschitum verunsichert und diese Unsicherheit macht Menschen aggressiv. Oder, wie eine Zigarettenmarke es einst darstellte: Don't be a maybe!

Grenzen und Macht

Grenzen haben sehr viel mit Macht zu tun. Wer hat das größere Büro? Wer hat den Parkplatz am nähesten an der Firma? Niemand würde auf die Idee kommen, auf dem Parkplatz seines Chefs zu parken oder ungefragt die eigene Tasse auf dessen Schreibstich abzustellen. Es gibt da ganz klare Regeln. Werden die nicht eingehalten, gibt es empfindliche Repressalien. Wer auch das nicht glaubt, sollte beim nächsten Einkauf einem anderen Parkplatzsuchenden die anvisierte Parklücke vor der Nase wegschnappen. Bitte berichten, wie es gelaufen ist.

Das gekonnte nein sagen (no Rumgeeiere)

Ich stelle immer wieder fest, dass es viel zu viele Maybes gibt. Die sich mit einem „ich denk mal drüber nach“, „ich melde mich“, „Das muss ich mir erst noch überlegen“ aus der Affäre ziehen. Sozusagen ein Hintertürchen offen halten und sich dann sowieso nie mehr melden.

Oder, ein Klassiker, durch einfaches Nichtbeantworten und Ignorieren von Mails jegliche Verantwortung abgeben. Warum nicht gleich Butter bei die Fische? Denn man spürt es ja, wenn jemand nur rumeiert. Dann weiß doch jeder woran er ist – und man selbst hat auch seinen Seelenfrieden, da nichts Ungeklärtes in der Luft hängt.

Mehr Mut zur klaren Kante!

Rumgeeiere scheint so eine Art Volkskrankheit geworden zu sein. Wir treffen doch Entscheidungen innerhalb von Sekunden. Oder etwa nicht? Ob das der Blick auf den CV des Bewerbers oder die Frage „Date - ja oder nein?“ ist. In den allermeisten Fällen müssen wir nicht lange überlegen. Und das Beste: wir haben ein Recht nein zu sagen!

Ich muss nicht alles annehmen oder gut finden, was mir jemand unter die Nase hält. So einfach. Ob der andere das dann gut oder schlecht aufnimmt, ist dann sein Problem. Im Internet kriegen wir das alle ziemlich toll hin. Freundschaftsanfrage unerwünscht? Einfach weggeklickt. Foto auf Tinder hässlich? Weggewischt. Zack und weg. No Rumgeeiere. Also, geht doch!

Über das vorschnelle und ungefragte Du

Verhaltensregeln geben Orientierung, innerhalb welcher Grenzen ich mich bewegen kann. Dazu gehören Umgangsformen. Hat ja nicht jeder gleich viel mitbekommen. Ich dachte immer, es gäbe ein paar feste Regeln wer wem wann wie das Du anbietet. Die scheinen neuerdings außer Kraft gesetzt worden zu sein. Ein höfliches, respektvolles Sie kann doch viel mehr Nähe schaffen, als ein plump aufgedrücktes Du es je vermag.

Das plumpe Du fühlt sich für mich so an wie ein kleiner distanzloser Welpe, der auf einen zurennt, einen von oben bis unten abschleckt und einem hinterher noch auf die Schuhe pinkelt. Ein bisschen respektvoller Abstand ist da manchmal gar nicht verkehrt. Ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, aber ich möchte nicht einfach von jedem Hinz und Kunz sofort geduzt werden. Das kann man Arroganz nennen. Das kann man aber auch klare Grenzziehung nennen. Um zu verhindern, dass einem besagter Welpe später in plumper Vertraulichkeit auf die Schuhe pinkelt.

Wo ist der gute alte Handshake?

Gleiches gilt für das Begrüßungsdrücken. Der amerikanische Ethnologe und Anthropologe Edward T. Hall hat mal unter dem Begriff der Proxemik die Distanzzonen im zwischenmenschlichen Miteinander definiert. Dies sehen folgendermaßen aus:

  • Intimdistanz: bis 45 cm
  • Persönliche Distanz: 45 bis 120 cm
  • Soziale Distanz: 120 bis 360 cm
  • Öffentliche Distanz: ab 360 cm

Jeder, der versucht einen anderen ungefragt zu umarmen, dringt eindeutig in dessen Intim-Distanzzone ein. Ein Bereich, der eigentlich nur ganz wenigen Menschen vorbehalten ist. Überhaupt: was ist so schlecht am guten alten Handschlag? Damit kann man eine sehr gute Verbindung schaffen. Vor allem schaut man sich dabei in die Augen, was beim schnell hingehuddelten pseudo-kumpelhaften-Gedrücke nicht der Fall ist.

Beim Handschlag begrüßt man sich also in gebührendem Abstand, auf Augenhöhe. Ohne, dass der Welpe einem übers Gesicht leckt (um bei der Metapher zu bleiben).

Warum ist Grenzen setzen so schwer?

Das kann ich nur erahnen. Vielleicht ist es diese Kultur des: wir müssen uns alle lieb haben und dürfen bloß niemanden vor den Kopf stoßen. Jüngstes Beispiel an sehr deutlicher Grenzziehung ist die Aktion Melania Trumps, die die Hand ihres Gatten unwirsch wegschnickte. Vermutlich hatte sie ihre Gründe. Gut, das in diesem sehr öffentlichen Fall, vor den Augen der Weltpresse zu tun, da wäre etwas mehr Diplomatie angezeigt gewesen.

Vielleicht ist es auch die Tendenz, sich ein Hintertürchen offenhalten zu wollen, um bloß nicht angreifbar zu sein. Dabei gibt es doch so viele angebliche „Querdenker“. Oder ist es die Unlust, mit den negativen Gefühlen des Abgewiesenen umzugehen? Für die eigenen Gefühle ist man doch immer noch selbst verantwortlich.

Mentale Abgrenzung

Mentale Abgrenzung ist mittlerweile die Wichtigste für mich geworden. Warum? Weil ich die Energien anderer Menschen wahrnehme und das nicht immer angenehm ist. Am Liebsten ist mir natürlich die „Zwei-Füße-Technik“: Füße bewegen und Situation verlassen. Geht nicht immer. Dann heißt es aushalten und das beste draus machen. Das gelingt mir mit ein paar mentalen Techniken, die ich mir im Laufe der Zeit angeeignet und für mich passend gemacht habe. So dringt die Energie gar nicht zu mir durch und ich bleibe in meiner Mitte. Denn darum geht es: ein gutes inneres Gleichgewicht zu behalten. Hilft in überfüllten Zügen, auf Messen und im Kontakt mit weniger angenehmen Zeitgenossen.

All diese geschilderten Gründe bewogen mich dazu meinen Workshop anzubieten. Er ist für all diejenigen, die

  • mehr Mut zum Nein-Sagen entwickeln wollen
  • mehr klare Kante zeigen wollen
  • sich vor den Energien ihrer Mitmenschen besser schützen und ihr Territorium besser abgrenzen wollen
  • das Gedrücke und Geduze vielleicht genauso leid sind wie ich
  • mehr Mut zum ganz klaren Grenzen-ziehen aufbringen wollen

Aktuelle Termine finden Sie unter: Mut zur Abgrenzung.

Ein Nachsatz: In der Distanz des Internets ist es so chic geworden Hate-Mails zu schicken. Sie müssen nicht meiner Meinung sein. Sie dürfen sogar ganz entschieden anderer Meinung sein. Das macht die Welt bunt. Aber bitte sehen Sie davon ab, anonym im Netz rumzuhetzen. Das ist keine klare Kante. Das ist dumme Feigheit.

In diesem Sinne. Allzeit eine gute Zeit,

Ihre Ute Schneider ​

 

 

 

Als Expat in China – Herausforderungen und Empfehlungen

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Chinesische Flagge

China spielt als Markt eine große Rolle für die deutsche Wirtschaft und damit einhergehend die Entsendung von Expats. Im Laufe der letzten zwei Jahre habe ich mit einigen von ihnen über ihre besonderen Herausforderungen im Land gesprochen und die Erfahrungen ähneln sich. Die Essenz daraus erhalten Sie im folgenden Artikel.


1. Mangelhafte Vorbereitung


Die meisten nach China entsandten Exptas fühlten sich von ihren Unternehmen ungenügend vorbereitet. Das gilt nicht nur für China-Entsendungen. „Ich dachte, das wird schon“, meinte einer. „So schwierig wie es dann wurde, hatte ich es mir nicht vorgestellt“, ein anderer. Die Anpassung an das fremde Land gelang oftmals nur unter großen Anstrengungen, weiteren Trainings und Coachings und längerem Aufenthalt. Von Unternehmensseite waren Umzug und Sozialversicherung zumeist geregelt, Dinge wie Anzahl der Heimflüge, Wohnungssuche, Gegebenheiten vor Ort und – ganz wichtig für China!! spezielle Zusatzversicherungen für den Fall eines Klinikaufenthaltes oder Arztbesuchs, wurden oftmals vergessen. Diese Dinge im Krankheitsfall klären zu müssen, ist mit ziemlich viel Mühe und administrativem Aufwand verbunden. Lieber vorab mit heimischer Versicherung reden, das spart in jedem Fall Nerven.

2. Hierarchische Stellung im Ausland ungeklärt


Die Rangordnung in der Hierarchie der chinesischen Niederlassung muss unbedingt geklärt sein. Diese muss ganz klar kommuniziert werden, um einen reibungslosen Ablauf im beruflichen Miteinander zu gewährleisten. Eine gewisse Rolle in der Heimat innezuhaben reicht nicht aus. Führung funktioniert in China anders als in Deutschland. Setzen Sie sich frühzeitig mit dem Thema auseinander und holen sich Rückendeckung im Unternehmen, um Ihren Status ganz klar vertreten zu können. Das vereinfacht die Kommunikation in China und verhindert Mißverständnisse.

3. Fehlende Ortskenntnis


Viele Expats erzählten, dass sie sich vorab zu wenig mit der zukünftigen Wohnsituation auseinandergesetzt hatten. Manch einer fand sich dann zum einen relativ weit weg von der Arbeitsstelle oder möglichem Sozialleben wieder. Wenn die nächste Expat-Kneipe weit weg ist, kann es sehr schnell zu privater Isolation kommen. Das ist nicht zu unterschätzen. Also unbedingt vorab klären, wo man am Besten wohnt und nach Ankunft im Land gleich herausfinden, wo sich die wichtigsten Punkte wie Kliniken, Supermärkte, Sportmöglichkeiten und Expat-Treffs befinden. Viele Expats haben gute Erfahrungen mit sogenannten Serviced Appartments gemacht. Sie können sich somit auf ihren Job konzentrieren und von der Annahme der Post bis zur Reinigung der Kleidung und Organisation des Alltags wird alles von der Service Firma übernommen. Die Mitarbeiter sprechen meist gut Englisch und können einem mit Rat und Tat bei Fragen der Organisation des neuen Alltags, zum Beispiel Mobiltelefonvertrag etc. zur Seite stehen. Das hilft auch mit der Sprachbarriere. Sollte ein Arztbesuch erforderlich sein, einfach dem Taxifahrer einen übersetzten Zettel oder einen Stadtplan (Chinesisch/ Deutsch) reichen. Dieser Tipp bewährt sich nicht nur in China. Vorsicht walten lassen bei zwielichtigen Taxis. Am besten über die Service Agentur oder das Unternehmen buchen. Selbst zu fahren ist in China, wie den meisten asiatischen Ländern, nicht empfehlenswert. Der Verkehr ist chaotisch und im Falle eines Unfalls hat man mehr Ärger als einem lieb ist. Also einfach lassen. 

4. Lebenshaltungskosten und Gehalt

Erst vor Ort festzustellen, dass die Lebenshaltungskosten höher sind als erwartet, das Gehalt aber nicht angepasst wurde, führt zu Frustration. Also unbedingt vorab klären wie hoch die Kosten sind – beispielsweise sind westliche Lebensmittel sehr teuer - und wie man das Finanzielle regelt. Mietkosten sollten nicht Teil des Gehalts sein, sondern eine separate Regelung zwischen Unternehmen und Expat getroffen werden. Der Umgang mit Wechselkursrisiken bedarf ebenfalls genauer Betrachtung. Möglichkeiten sind, das Gehalt in der Landeswährung zu zahlen und als Unternehmen zum Beispiel von vornherein die Wohnkosten zu übernehmen. Bei Fragen zum Entsendungsvertrag am besten mit einem Fachanwalt reden.

5. Luftverschmutzung

China ist nicht die Rhön, das darf man nicht vergessen. Der Smog erreicht teils unerträgliche Werte. Auswirkungen der Verschmutzung auf den menschlichen Organismus sind Atemnot und Hautveränderungen. Normale Einwegmasken oder Stoff-Mundschutz, wie man ihn in Asien vielerorts kaufen kann, hilft nicht gegen die ganz feinen Partikel in der Luft. Es gibt Spezial-Einwegmasken die auch feinste Partikel filtern. Kostenübernahme sollte vorab geklärt werden. Für die meisten Expats waren diese Masken auch keine Dauerlösung. Eher Heimflüge, nicht nur um die Familie zu sehen, sondern auch, um mal wieder saubere Luft zu atmen.

6. Kulturelle Unterschiede

Vor einem Umzug nach China sollte man sich unbedingt mit Kultur und Geschichte des Landes auseinandersetzen. Auch wenn bei Ausländern oft ein Auge zugedrückt wird, kann man so manchen Konflikt umschiffen, wenn man sich mit Dingen wie Face Saving und lokalen Gepflogenheiten auseinandersetzt. Hier empfiehlt sich die Zuhilfenahme eines auf China spezialisierten Interkulturellen Trainers, der einem auch während des Aufenthalts mit Rat und Tat zur Seite steht. Vieles Fragen ergeben sich schließlich erst im Laufe der Zeit.

7. Sprachbarriere/ Umgang mit Einsamkeit

Die meisten Befragten erwähnten, dass sie die Einsamkeit in der ersten Zeit völlig unterschätzt hätten. Sie gaben an, dass sie sich nur auf den Job konzentrierten und ganz vergessen hatten, dass man ja auch noch ein Privatleben hat und auch braucht, egal, wie viel man arbeitet. Mit Einsamkeit hat man bei fast jedem Umzug zu tun, nur in China ist das Ganze durch die Sprachbarriere noch etwas verschärft. Mal eben mit jemandem ins Gespräch kommen, geht nicht so einfach, da viele Menschen kein Englisch sprechen. Da hilft es, sich erst mal auf seine Hobbies zu besinnen und zu versuchen, die Zeit alleine zu genießen.

8. Coaching buchen

Sich einsam und isoliert zu fühlen ist ganz normal. Viele Menschen trauen sich nicht das zuzugeben, da die Umwelt meist nur das „tolle Abenteuer“ sieht,

beziehungsweise Unternehmens-intern erwartet wird dass man „funktioniert“. Na klar, will und soll man ja auch. Nur sind wir alle nur Menschen. Nicht jeder kann gleich gut alleine sein oder mit dem Verlassen der Komfortzone und dem vielen Neuen umgehen. Das kostet Kraft! Wenn Sie sich also mit Herausforderungen konfrontiert sehen, die Sie nicht so ohne weiteres verarbeiten und managen können, buchen Sie ein Coaching.

Das waren ein paar der für China typischen Herausforderungen. Es gibt auch noch ein paar generelle Herausforderungen, mit denen sich fast jeder Expat auseinandersetzen sollte, ungeachtet des Landes. Einen kleinen Vorgeschmack erhalten Sie in meinem Gratis E-Book „Life abroad“. Einfach eintragen und downloaden. Sie haben Fragen zu weiteren Themen wie Sicherheit und Gesundheit im Ausland oder möchten ein Coaching buchen? Get in touch! Ich freue mich auf Sie.

Allzeit eine gute Zeit, Ihre Ute Schneider








Interview mit Daniel Preuss von Streetkids International zur Sicherheitslage in Tansania

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Afrika wird als Kontinent für die deutsche Wirtschaft immer interessanter. Dennoch ist es für viele deutsche Unternehmen noch sehr unbekanntes Terrain. Es ist ja auch, wider landläufiger Meinung, nicht EIN LAND, sondern ein riesiger Kontinent mit vielen Facetten, Ländern, Kulturen und noch mehr Sprachen.

Ich bin der Meinung, man kann so viel über Länder lesen, wie man will, es geht nichts über Erfahrung aus erster Hand vor Ort. Daher traf ich mich mit Daniel Preuss zum Gespräch zur aktuellen Sicherheitslage in Tansania.

Daniel Preuss ist Gründer von „Streetkids international“ in Tansania und Geschäftsführer der Consultingfirma BCCM in Frankfurt. „Brand eins“ bezeichnete ihn einst als „der Missionar“. Das Gespräch ist sehr entspannt und beginnt mit den Worten: Wenn wir jetzt in Tansania wären, könnten wir hier nicht so sitzen.

Und wie dann?

Naja, es müsste immer noch eine Art Anstandsdame dabei sein. In Tansania kann ich noch nicht mal meine Mitarbeiterin im Auto mitnehmen, ohne dass geredet wird.

Wie auf Stichwort setzt sich der freundliche Golden Retriever Lilly an meine Seite. Ich vermute jedoch, dass sie einfach nur gekrault werden möchte.

Das ist schwer vorzustellen

Daher ist es auch super schwierig, wenn Menschen mit ihrer europäischen Sichtweise nach Tansania kommen. Klar, wir sind alle durch unsere Kultur geprägt und haben Präferenzen, aber dort muss man sich anpassen. Das ist nicht so einfach und muss trainiert werden. Damit Du weißt, wie Du Dich in Alltagssituationen verhalten musst. Die Freiheit, die wir hier haben kann dort als Aufforderung verstanden werden. Ein Blick in das Gesicht eines Fremden kann Dir als Frau ziemliche Probleme einhandeln, da es signalisiert: „Ich will wissen, was für ein Mann ist das“. Und der Mann denkt: „ach guck mal, die schaut mich an, die ist interessiert. Da geht was“. Natürlich abhängig vom Kontext – im Business und in den großen Städten sind die Dinge entspannter. Gehst Du raus aufs Land ist alles noch konservativer.

Das ist ein nicht ganz unwesentlicher Punkt, besonders für bekennende People Watcher und Networker wie mich, die gerne „einfach so“ mit Menschen sprechen

Ja, in Deutschland ist das, zumindest was Sicherheitsfragen anbelangt, relativ unverfänglich. Wir können als Männer und Frauen alle getrost miteinander im Auto fahren, an einem Tisch sitzen ohne dass sich irgendjemand etwas dabei denkt. In Tansania hat das gleiche Verhalten weitreichende Auswirkungen auf Themen wie Ehre, Freizügigkeit, Ruf usw. Eine Schamkultur, versus Schuldkultur die hier herrscht. „Einfach nur“ ein Blick ist die eigene kulturelle Brille.

Das kann man intellektuell erfassen, in der Praxis ist das sicher eine Herausforderung

Auf jeden Fall. Die Missionare zum Beispiel bereiten ihre Leute sehr genau vor, damit die bloße Theorie in Fleisch und Blut übergeht. Es gibt so ein paar Regeln, die musst Du einhalten, sonst kosten sie Dich das Leben. Traurig aber wahr. Da verstehe ich auch bei meinen Praktikanten keinen Spaß. Ich habe mittlerweile eine Checkliste mit Dingen, auf die meine Praktikanten achten müssen. Von Impfungen über Visumsfragen und interkulturelle Feinheiten. Verstoßen sie dagegen, schicke ich sie heim. So ist das nun mal. Die Konsequenzen kann ich nicht tragen. Interessanterweise klappt das am besten mit denjenigen, die noch nicht so viel internationale Erfahrung haben, da die nicht glauben, schon alles zu wissen.

Die Wahl der Kleidung spielt vermutlich auch eine große Rolle

                  Maasai Frauen in Tansani. Quelle: Canva

Ja klar. Warmes Wetter verführt zum Tragen knapper Kleidung. Sonne = Urlaubsfeeling = kurze Hosen und mehr oder weniger knappe Shirts. Knappe Bikinis am Strand sind nicht gerne gesehen. Die meisten Menschen gehen bekleidet ins Wasser. Es ist eben ein muslimisch geprägtes Land, da ist es nicht weit her mit Freizügigkeit. Das sollte man akzeptieren, um nicht als promisk zu gelten und Respekt zu zeigen. Keine Schultern, kein Bauch, kein Knie. Bauchfreie T-Shirts geht gar nicht. In den Städten ist alles etwas moderner. Dennoch.

Und gegen Mückenstiche hilft Bedeckung ja auch

Lange helle Kleidung schützt vor Insekten und Ansteckung mit Malaria und anderen Krankheiten. Einsprühen sollte man sich dennoch. Ach ja, bei Männern gelten kurze Hosen als unerwachsen, da die nur die kleinen Jungs tragen. Etwas, das man aus Statusgründen beachten sollte, wenn man ernst genommen werden möchte. Will man im Business erfolgreich sein, sollte man auch stets sehr gepflegt auftreten. Mit Jeans und Flip Flops zu einem offiziellen Termin zu erscheinen geht gar nicht.

Und wie steht es mit dem Transport? Wie bewegt man sich am besten von A nach B?

Die Nutzung öffentlichen Transports und Taxis ist nicht ganz ungefährlich. Taxis am besten übers Hotel buchen oder einen Fahrer über eine bekannte Agency. Es kann vorkommen, dass Taxifahrer die Fahrgäste zwingen, mit ihrer Kreditkarte an Bankautomaten Geld abzuheben oder von Familienangehörigen Überweisungen über Western Union in die Wege zu leiten. Ich lasse mich daher am Flughafen von meinem Fahrer abholen.

Mit dem Bus durch Tansania

Busfahrt in Tansania. Quelle: Canva

Gibt es auch Straßensperren, aufgeschlitzte Reifen oder Nagelbretter auf dem Weg? Der Kreativität sind da ja keine Grenzen gesetzt

Überlandfahrten können sehr gefährlich werden. Kriminelle, bewaffnete Banden lauern Wagen auf, zum Beispiel an Straßensperren durch querliegende Bäume, drohen mit Waffen und rauben die Insassen des Wagens aus. Wenn es spät wird, übernachte ich in Dar es Salaam. Nachts nach Hause zu fahren ist einfach zu gefährlich.

Auch tagsüber unbedingt auf die Qualität des Autos achten. Zum einen kann man mit einem SUV zur Not einen Baumstamm umfahren, der als Straßensperre hingelegt wurde, und zum anderen sollte man es tunlichst vermeiden, irgendwo liegen zu bleiben. Gut, in einer Großstadt wie Dar es Salaam ist das alles nicht so streng. Das muss man differenzieren. Bei mir im Süden sieht das anders aus.

Und das Straßennetz ist oft sehr schlecht, da kommt es zu Unfällen. Das Tragische ist, man muss dann eher damit rechnen ausgeraubt zu werden, als dass man Hilfe bekommt. Verletzt man einen anderen Verkehrsteilnehmer kann es sogar zu Lynchjustiz kommen. Im Straßenverkehr ist daher äußerste Vorsicht geboten. Möglichst nicht selbst fahren und, wie gesagt, schon gar nicht nach Anbruch der Dunkelheit.

Und die Polizei, kommt die dann nicht?

Naja, oft hast Du kein Netz um sie anzurufen. Immer die Nummer einspeichern. Und oft hat sie kein Auto, um zu kommen oder hat selbst Angst. Wenn aber etwas passiert unbedingt zur Polizei oder ins Krankenhaus gehen. Am besten nie alleine.

Was tut man, wenn man doch mal in eine Straßensperre kommt?

Wenn doch was passiert ist mein persönlicher Tipp: Bargeld in Form vieler kleiner Scheine (500er Noten) mitführen und diese aus dem Fenster werfen. Während die Bandenmitglieder das Geld aufsammeln, versuchen, so schnell wie möglich wegzufahren.

             Fahrt in Tansani. Quelle: Canva

Was sollte man beim Umgang mit Bargeld beachten?

Geld ist ein wichtiges Stichwort. Du musst dort Bargeld dabeihaben. Mein Tipp an meine Praktikanten: Näh dir in irgendeine alte Jeans Bargeld ein - am besten Euros, dafür bekommst Du vor Ort den besten Gegenwert - damit Du Reserve hast, falls irgendwas passiert. Kein Geldgürtel.

Nimm kleine Scheine mit und verteile das Geld auf mehrere Taschen. Falls Du ausgeraubt wirst, ist dann nicht alles weg. Kleine Scheine brauchst Du sowieso, sonst ist es mit Wechseln schlecht. 2000er Scheine kannst Du überall wechseln, 5000erist schon schwieriger und 10000er ist unmöglich. (Anm. 1 Euro entspricht zurzeit 2,361.57 TZS/ Tansania Schilling). Das macht dich zum Target, wenn Du mit großen Geldbündeln rumwedelst.

Gleiches gilt für Wertgegenstände: Handys, Laptops, Sneaker etc. das ist alles eine Einladung. Mit Laptoptaschen rumlaufen oder mit Laptop im Café sitzen, das geht gar nicht. Meinen Praktikanten habe ich mittlerweile untersagt mit Laptops das Zimmer zu verlassen. Tageseinkommen vor Ort sind ca. 2 Dollar. Das darf man nicht vergessen.

A propos mit Geld wedeln: wie sieht es mit Korruption aus?

Die Korruption wird zurzeit massiv bekämpft. Aber es ist halt so: dadurch fehlt das sonstige „kleine Geld“, was wiederum einen Anstieg der Kriminalität zur Folge hat. Man muss schauen, wie sich das entwickelt.

Die Kultur an sich ist eine sehr freundliche und die Menschen sind auch sehr freundlich. Es gibt aber halt die Not, die wir uns hier gar nicht vorstellen können. Die jungen Leute haben oft wenig Perspektive und keine Jobchancen. Das senkt die kriminelle Hemmschwelle, logisch.

Was muss man sonst noch zum Thema Sicherheit vor Ort beachten?

Wenn Du im Business Kontext mit Geschäftspartnern unterwegs bist, bewegst Du Dich dort relativ sicher. Gerade in den großen Städten. Da passiert Dir vermutlich nichts. Anders wird es, wenn du als Resident in Tansania lebst und Dich jeder kennt. Die großen Firmen haben daher alle Risk Manager vor Ort, sogenannte Evacuation paths und Funk Codes für Funkgeräte für den Notfall festgelegt und so weiter. Daher finde ich es auch gut, dass Du das Thema Sicherheit so auf dem Schirm hast.

Wie sieht es aus mit kulturellen Feinheiten, die darüber entscheiden, ob sich eine Tür öffnet oder eben nicht. Machst Du was falsch sagt dir das keiner. Die Tür ist trotzdem zu.

Ja, das sagt Dir keiner. Das gebietet die Höflichkeit und die Gastfreundschaft – und das face saving. Wenn ich zu Behörden gehe tue ich das auch immer ordentlich gekleidet und fordere nicht. Entgegen dem deutschen „Effizienz System“. Höflich warten bis man nach dem Anliegen gefragt wird. Beziehung aufbauen. Nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Ist halt schwierig, wenn man nicht viel Zeit hat. Die zwischenmenschliche Ebene ist wichtiger als Geld, Rang und akademischer Grad. Es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen. Das Zeitkonzept spiegelt sich übrigens auch in der swahelischen Sprache wieder. Das muss man wissen. Unbedingt mit dem Zeitsystem im Swahelischen beschäftigen, sonst kriegst Du Frust. Ein Beispiel: neun Uhr ist „die dritte Stunde morgens“.

Und wie wohnst Du in Tansania? Gibt es Gitter vor den Fenstern oder Guards?

Als Europäer ist man natürlich immer Ziel. Wir haben unsere Fenster mit Gittern und Schlössern gesichert. Guards gibt es auch.

Aber was machst Du, wenn da jemand mit einer Waffe steht?

Die Guards haben Angst um ihr eigenes Leben, wenn da drei Mann bewaffnet vor ihnen stehen. Ist ja klar. Man wird nicht zwangsläufig gleich erschossen, aber zumindest verletzt. Nicht weniger schlimm. Denn selbst wenn man „nur“ einen Messerschnitt abbekommt, kann der ohne schnelle medizinische Versorgung sehr schnell tödlich enden.

Wir wurden schon mehrfach überfallen. Da spielst Du nicht den Helden. Da gibst Du alles her was Du hast. Keine Diskussionen. Selbst die Turnschuhe. Entführungen spielen in Tansania keine Rolle. Das hast Du eher in Mozambique und anderen ostafrikanischen Ländern.

Was ist im Hinblick auf medizinische Versorgung zu beachten? Ich würde mit einer riesigen Notfallapotheke dorthin reisen.

Die brauchst Du auch, besonders wenn Du über Land fährst. In der Regenzeit ist es aufgrund der Straßenverhältnisse manchmal schwierig weiter zu kommen. Ich habe dann immer Medikamente dabei. Unbedingt. Eine Malaria kann dich ohne medizinische Versorgung innerhalb von drei Tagen umbringen. Sonstige Verletzungen infizieren sich ohne entsprechende Versorgung schnell. Zum Arzt kommst Du nicht. Also lieber mehr dabeihaben als zu wenig.

Und vermutlich auch immer ein Moskitonetz?

Moskitonetz ist Pflicht. Ich habe auch chemische Sprays gehen Moskitos dabei für Hotelzimmer. Das Netz muss bis zum Boden des Bettes reichen und sollte nicht Deine Haut berühren. Sonst stechen sie durch. Es muss fein genug sein und darf keine Löcher haben.

Wir könnten noch ewig sprechen. Ein sehr interessantes Gespräch. Vielen Dank für die umfangreiche Auskunft.

Weitere Info zu Daniel Preuss gibt es unter: Streetkids International www.helfensie.de , www.bccm-frankfurt.com und in brand eins: https://www.brandeins.de/archiv/2001/chancen/der-missionar/

Sie reisen geschäftlich viel ins außereuropäische Ausland und möchten sich gut vorbereiten um eine sichere und erfolgreiche Reise zu haben? Sie möchten sich bestmöglich vor Gefahren schützen und diese frühzeitig erkennen können? Dann empfehle ich Ihnen ein Sicherheitstraining zu buchen.Details auf Anfrage. Ich freue mich auf Sie, Ihre Ute schneider

7 effektive Tipps zum entspannten Erlernen einer Fremdsprache

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Sprache lernen

Schuhe ausziehen? Bitte Ruhe?

Das Verständnis der Landessprache ist ein riesengroßer Faktor für das Verständnis einer Kultur. Sich im Alltag gut verständigen und bewegen zu können erleichtert das Ankommen wie nichts Anderes. Eine Fremdsprache wird Sie hin und wieder jedoch vor Herausforderungen stellen. Selbst wenn Sie sie sehr gut beherrschen. Denn auch in der Muttersprache ergeben sich hin und wieder Missverständnisse und Situationen, in denen man sich nicht gut verständlich machen kann oder einfach nicht verstanden wird. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Das Erlernen einer Sprache ist ein Prozess, haben Sie Geduld

Eine Sprache zu lernen ist ein Prozess, der eigentlich nie wirklich abgeschlossen ist. Was unter anderem daran liegt, dass vor allem die Umgangssprache nicht statisch ist, sondern stetem Wandel unterliegt. Die Fähigkeit sich gut auszudrücken ist oft weniger an eine Sprachaffinität geknüpft (ja ich weiß, viele Lehrer haben das vielen Schülergenerationen eingeredet) sondern an ein Repertoire an Vokabeln. Und die kann man lernen. Ja, Vokabellernen hat den Touch des Nerdigen, ich weiß. Es ist aber möglich, Freude daran zu entwickeln und dann geht es fast von alleine.

Hilfreiche Techniken, die Sie ohne Lehrer anwenden können: 

1. Magazine und Bücher lesen

Am meisten Spaß bereitet das Vokabellernen mit Themen die Sie lieben. Zu fast allem gibt es mittlerweile Fachzeitschriften. Besorgen Sie eine und lesen Sie sie regelmäßig. Es gibt einige Sprachzeitungen, die unter den Artikeln Vokabellisten anbieten und die Artikel nach Schwierigkeitsgraden ordnen. Dazu gibt es auch CDs mit den Texten, so lernen Sie gleich die richtige Aussprache.

2. Nachrichten schauen

Nachrichten haben im Gegensatz zu vielen Filmen den Vorteil, dass Nachrichtensprecher keine Umgangssprache verwenden und dass das Themengebiet meist schon anhand der Bilder nachvollziehbar ist. So haben Sie zumindest eine Orientierung, worüber geredet wird und können den Rest nachschlagen. Ansonsten helfen auch seichte Seifenopern im Fernsehen. Ist die Frage, ob man deren Inhalt Folgen WILL, selbst wenn man es kann.

3. Das Word oft the day aufschreiben

Notieren Sie jeden Tag ein neues Wort. Das macht 365 Worte im Jahr. Einfach so. Das gute alte Vokabelheft leistet dafür gute Dienste. Sie können auch Kärtchen nehmen oder einen großen Block an die Wand nageln, sie auf deine Badezimmerkacheln schreiben oder oder oder. Denn über das handschriftliche Festhalten merken Sie die Worte nochmal besser, als nur durch Lesen. 

Wiederholung ist der Schlüssel! Lesen Sie die Worte jeden Morgen und jeden Abend. Wenn Sie gerne mit Kärtchen arbeiten,  tun Sie das. Morgens und abends 5 Minuten reichen völlig.

Wie finden Sie das Word oft the day?

Nehmen Sie entweder ein Wort, das Sie irgendwo hören oder lesen aber noch nicht kennen (Fernseher/ Radio/ Zeitung) oder nutzen Sie einen thematischen Grund- und Aufbau-Wortschatz. Diesen dann Stück für Stück durcharbeiten. Vielleicht fällt Ihnen auch ein deutsches Wort ein, dessen Übersetzung Sie noch nicht kennen. Seien Sie kreativ! Auf www.leo.org bekommen Sie neben der Übersetzung gleich noch die richtige Aussprache mitgeliefert.

4. Themen bilden

Suchen Sie sich ein spezielles Thema, beispielsweise Auto, und schreiben alle Vokabeln auf, die Sie dazu kennen: Auto, Lenkrad, Autoradio, Tür, Windschutzscheibe, Scheibenwischer …

Dann schreiben Sie weitere auf Deutsch auf und schlagen deren fremdsprachliche Bedeutung nach. Wenn Sie gerne zeichnen, können Sie sich dazu auch ein Bild  malen. Es gibt auch sehr nette teils mehrsprachige Bildwörterbücher. Auch ein schönes Spiel, dass man mit Kindern spielen kann. Die freuen sich dabei so unglaublich, wenn sie einem ein neues Wort beibringen können oder mehr wissen als der Erwachsene.

Wieviele Themen haben Sie so im Leben?

Die meisten Leute unterhalten sich am liebsten über bestimmte Themen - Familie, Job, Auto, Haustier, Hobby, Politik etc. Das heißt,Sie werden das zugehörige Vokabular nach einer Weile beherrschen und der Konversation leicht folgen können. Ist am Anfang ein bisschen Arbeit, die aber sehr schnell sehr dicke Früchte trägt.

5. Machen Sie das Wörterbuch zu Ihrem Freund!

Haben Sie das Wörterbuch in gebundener oder elektronischer Form immer dabei. Schlagen Sie am Anfang im Alltag so viele unbekannte Wörter wie möglich nach. So vergrößern Sie Ihr  aktives Vokabular in Windeseile und fast wie von selbst. www.leo.org ist eine gute Adresse für viele Sprachen. Oder eine Sprach-App, die Ihnen liegt. Auswahl gibt's genug. Bei meinem ersten Praktikum in Barcelona hatte ich Ponds Deutsch-Spanisch und Spanisch-Deutsch überall dabei und stellte sie als "los amigos" vor. Das fand meine Umgebung lustig und hat mich total beim Erlernen neuer Worte unterstützt und manchmal hat mein Gegenüber auch ein bisschen Deutsch gelernt. 

6. Sprechen Sie mit vielen Menschen und fragen Sie nach

"Verstehe ich richtig, dass Du …… meinst? Lass mich das nochmal zusammenfassen, damit ich Dich auch wirklich verstehe". Geben Sie das Gesagte dann in Ihren eigenen Worten wieder. Die meisten Menschen sind sehr geduldig, also keine Scheu. Viel sprechen ist die beste Möglichkeit, den passiven Wortschatz zu aktivieren. Der Lernerfolg ist immens. Trauen Sie sich! Ja, gerade am Anfang leichter gesagt als getan, wenn man sich noch nicht so richtig ausdrücken kann. Das macht aber nix. Denn es gibt Leute, die sprechen eine Fremdsprache makellos und trauen sich immer noch nicht, zu sprechen. Das ist sehr schade.

7. Scrabble spielen

Echt jetzt? Ja, echt jetzt! Scrabble ist das Spiel mit den kleinen Holzklötzchen, bei dem man Worte auf einem Brett legt. Ich liebe es! Das gibt es in vielen Sprachen. So kann man das Praktische mit einer Menge Spaß verbinden und lernt die Worte wirklich. Denn wo sich im Alltag vielleicht niemand traut Sie zu korrigieren, seien Sie  gewiss, hier wird das anders laufen. Leute zum Scrabble-Spielen einzuladen ist auch ne nette Möglichkeit, das Sozialleben auf Vordermann zu bringen.

Repetition is key!

Vokabeln wollen wiederholt werden. Mit Karten, Vokabelheft oder einer langen Liste an Ihrem Kühlschrank. Egal. Hauptsache Sie wiederholen täglich. Ich selbst hab die Vokabeln irgendwann mit Edding auf die Kacheln meines Bades geschrieben. Super Methode um den Wortschatz immer und immer wieder zu wiederholen. Alles ganz entspannt. Jeden Tag 5 Minuten sind genug!!

Was sind Deine Lieblingstechniken zum Spracherwerb und womit haben Sie am meisten Erfolg gehabt?

Zu welchen Themen hätten Sie gerne noch Info? 

Get in touch! Über FB, XING, Email.

Allzeit eine gute Zeit und stets tolle Konversationen,

Ute Schneider ​

Umzug ins Ausland – nimm die Seele mit

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Die Seele baumeln lassen

Nimm die Seele mit


Dies ist ein kleines Plädoyer für die Seele, denn ich gebe zu, sie ist sicher nicht das erste an das man bei einem Umzug denkt. Sondern an Steuern, Versicherungen, Kisten, Umzugswagen, Flüge und vieles mehr. Woran scheitern Entsendungen beziehungsweise werden vorzeitig abgebrochen? Am Umzugswagen? Am Flug? An der falsch gepackten Kiste? Mit Sicherheit nicht.

Umzug ins Ausland - zwischen Honeymoon und Horror

Der berufliche Umzug in ein anderes Land ist eine meist freudige Angelegenheit. So viel Neues zu entdecken und tolle Herausforderungen zu meistern. Die meisten Expats begeben sich mit einem Leuchten in den Augen in ein neues Land. Wenn man sich das berühmte Kulturschock-Modell ansieht, ist diese erste Phase die sogenannte Honeymoon-Phase. Alles ist rosig und schön. Die neuen Herausforderungen werden noch als solche angesehen und angenommen. "So, was soll das jetzt mit der Seele?", werden Sie jetzt vielleicht sagen. Dazu möchte ich eine Geschichte erzählen, sie stammt aus Denk doch was Du willst von Thorsten Havener:


"Bei einer Himalaja-Expedition weigerten sich nach drei Tagen die Sherpas wie aus heiterem Himmel weiterzulaufen. Die britischen Auftraggeber waren sehr aufgebracht darüber. Denn die Gruppe war schneller vorangekommen als ursprünglich geplant, und die Briten wollten diesen Vorsprung weiter ausbauen. Dennoch beharrten die Sherpas darauf und bewegten sich keinen Zentimeter mehr. Sie saßen da und lehnten es ab. Ohne Angabe von Gründen.Die Auftraggeber versuchten es mit gutem Zureden und zahllosen Argumenten. "Seid ihr zu müde zum Weiterlaufen? " - "Nein." - "Habt ihr körperliche Probleme? Ist das Gepäck zu schwer?" - "Nein." - "Wollt ihr mehr Geld? Wir zahlen euch eine Belohnung, wenn ihr nur weiterlauft!" "Nein danke." Die Sherpas blieben sitzen und tranken ihren Tee. Dann endlich ihre Erklärung: "Wir sind eine Strecke, die wir normalerweise in fünf Tagen zurücklegen, in nur drei Tagen gelaufen - unsere Körper sind jetzt zwar hier, wir müssen aber eine Pause machen, damit unsere Seelen nachkommen können".



Ein Auslandsumzug kostet Energie

Am Beginn in einem neuen Land - egal ob weit weg oder innerhalb Europas - ist so viel zu organisieren und erledigen, dass wenig Zeit zum Nachdenken bleibt. Der Stress der Vorbereitung steckt noch zusätzlich in den Knochen. Sich eine wirkliche Pause zu gönnen ist meist schwer umzusetzen, da man ja im Job funktionieren und auf "Flughöhe" kommen muss. Das ist ja auch alles richtig, nur wenn es dem Geist zu viel wird, meldet sich irgendwann die Seele zu Wort.

Körper und Geist wieder in Einklang bringen Sie klopft natürlich nicht einfach an die Tür und bittet um Einlass. Sie äußert sich in Kopf- und Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit und im schlimmsten Fall im drohenden Burnout. Den die meisten Leistungsträger ignorieren. Das bringt im Schnitt 30,4 Fehltage mit sich und siebenstellige Folgekosten infolge mangelnder Produktivität. Siehe auch Spiegelartikel "Massenleiden Burnout, wie Firmen ihre Spitzenkräfte verbrennen".

Ein paar Tipps für Deinen erfolgreichen Umzug und guten Start, der Dich dabei unterstützt, dass es Dir gutgeht, findest Du in meinem gratis E-Book.


Die menschliche Aufnahmefähigkeit ist begrenzt


Der menschliche Geist kann nur eine begrenzte Zahl an Informationseinheiten im Kurzzeitgedächtnis bewusst verarbeiten. Genau genommen +/- 7. Man nennt das die Millersche Zahl, nach George A. Miller. Wir sind halt keine Maschinen sondern Humans. An einem neuen Ort angekommen, muss man sich erst mal orientieren, Nichts ist mehr wie gewohnt, sich zurechtzufinden braucht Zeit. Das ist der eine Aspekt. Der andere ist die mentale, um nicht zu sagen seelische Orientierung. Wie funktioniert das Zwischenmenschliche? Wie geht man in der Kultur miteinander um? Wie funktionieren Dinge des Alltags: Parktickets kaufen (siehe auch mein neustes), zum Arzt gehen usw. Der Teufel steckt im Detail.

Auf die bisherigen Erfahrungen kann man sich nur bedingt verlassen und beim Eingewöhnen wird die Komfortzone schon sehr gedehnt. Das ist nicht weiter schlimm, kostet aber Kraft. Die Seele muss Zeit haben, anzukommen. Wer ein anderes Wording möchte; sich wieder zentrieren, auf den gewohnten Leistungslevel kommen, auf "Flughöhe", kommenden eigenen Fokus wiederfinden und Körper und Geist in Einklang bringen. Was heißt das jetzt konkret? Körper Geist und Seele Ruhe einräumen. Für den Körper Bewegung und für den Geist eine Pause - am besten in Form von Multimedia-Diät und für die Seele ein bisschen Träumen.

Wir brauchen Zeit zum Träumen



Der Neurologe und Psychiater David Servan-Schreiber beschreibt in seinem Buch "Die neue Medizin der Emotionen" den Zusammenhang zwischen Stress, Angst und Depression und dem "emotionalen Gehirn". Zu viele Außenreize auf einmal bedeuten massiven Stress für Körper und Geist und führen bei einem Übermaß direkt in den Burnout. Wir brauchen Zeit zum Träumen und Nichtstun. Austricksen geht nicht. Noch nicht mal beim Jet Lag in Form von Schlaftabletten.

Trotz künstlich erzeugten Schlafs ist man gerädert und unausgeschlafen. Bis sich wieder ein normaler Schlafrhythmus eingestellt hat. Menschen, die sehr oft zwischen Zeitzonen hin und her pendeln bekommen die Auswirkungen des Jet Lags irgendwann ganz massiv zu spüren. Grund dafür sind die verschobenen REM-Phasen, in denen man träumt. Bewusst oder unbewusst spielt dabei keine Rolle. Der Geist braucht Zeit zum Träumen, um die Eindrücke des Tages zu verarbeiten. Manchmal sogar während des Tages.


Vom effizienten Tagträumen

Hand aufs Herz, Tagträumen ist super, um die Batterien wieder aufzuladen. Du träumst nicht? Frage: warst Du schon mal auf einem Kongress? Gab's da saulangweilige Redner? Sind Deine Gedanken irgendwann vom Vortrag zu etwas ganz anderem gewandert? Dem Abendessen? Dem Traumauto? Dem nächsten Urlaub? Ich bin ein People Watcher und finde es immer wieder interessant auf Flughäfen den internationalen Business-Leuten über die Schulter zu schauen, wenn sie geschäftig mit Laptop und Handy agieren. Davon sind geschätzt 30% wirklich geschäftliche Themen.

Der Rest ist Gadgets-Schauen bei Männern und Schuhe und Handtaschen bei Frauen. Um jetzt noch ein paar Klischees zu bedienen. Also die IT-unterstützte Lizenz zum Tagträumen.

Auch Globetrotter bekommen einen Kulturschock

Kulturschock bezeichnet zum einen die verschiedenen Phasen des Einlebens in einer neuen Kultur und zum anderen den schockartigen Gemütszustand, in den man verfallen kann, wenn einen die fremde Kultur völlig überwältigt. Geprägt wurde der Begriff von der Soziologin Cora DuBois Ausgelöst wird der Schock übrigens nicht von riesigen Kulturunterschieden, sondern einer Akkumulation von Kleinigkeiten, die an unserer Komfortzone rütteln.


Egal wie weitgereist und weltoffen, man kann sich nie auf alle Eventualitäten vorbereiten und es wird Tage geben, an denen nichts funktioniert, wie man das gewohnt ist, man nichts versteht, aus Unwissenheit aneckt und dann irgendwann den totalen Heimweh-Blues bekommt. Das geht an die Substanz und, wenn es keinen positiven Ausgleich gibt, endet in einem Schnauzevoll-Gefühl und im schlimmsten Fall dem Entsendungsabbruch. Braucht kein Mensch.

Ergo, zurück zum Titel:

Vergiss die Seele nicht

Dieses Schnauze-Voll Gefühl hat nichts mit äußeren Dingen zu tun, sondern der persönlichen Überforderung die an der Komfortzone und damit an den Nerven und der Seele rüttelt. Bevor Du das negative Gefühl jetzt biochemisch bearbeitest, mit Alkohol, Tabletten oder andern Substanzen, gib Deiner Seele Gehör und schaue, was Dich jetzt erdet und Energie gibt. Sport, Sauna, nette Gespräche, ein Theaterbesuch. 

Du hast jetzt viele Fragen? Get in touch! Ich unterstütze Dich gerne. Im Video erhältst Du einen persönlichen Eindruck von mir. Viel Spaß beim Ansehen. If you like it, then like it!

Allzeit eine gute Zeit

Deine Ute Schneider

Expertin für das Begehen von internationalem Neuland

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Auch kleine Verletzungen in tropischen Ländern ernst nehmen

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In tropischen Ländern können sich auch kleinste Verletzungen zu ärztlich behandlungsbedürftigen Entzündungen entwickeln. Daher ist es wichtig, ihnen früh genug Beachtung zu schenken und sie nicht auf die leichte Schulter nehmen.

 

Achtung! Dies ist keine medizinische Beratung. Mir liegt das Thema Gesundheit nur sehr am Herzen und ich schreibe diesen Artikel, da ich auf meinem letzten Aufenthalt in Kambodscha gleich zwei Personen getroffen habe, die sich durch unsachgemäße Behandlung von Verletzungen schwere Entzündungen zugezogen hatten und ärztlicher Behandlung bedurften.

 

Vom Hörensagen weiß ich, dass man die Erfahrung einer kambodschanischen Klinik jetzt nicht unbedingt braucht. Zur Not einen Flieger nehmen und in ein Nachbarland fliegen, in dem die medizinische Versorgung besser ist.

Kleine Verletzungen mit großer Wirkung

Normalerweise ist ein kleiner Schnitt vom Rasieren oder ein aufgekratzter Pickel oder Mückenstich nichts, dem wir größere Beachtung schenken. Zumindest nicht in mitteleuropäischen Klimaverhältnissen. Die Verletzung ist nach ein paar Tagen wieder verheilt. Wenn man sehr eitel ist, schmiert man vielleicht sogar ein bisschen Abdeckstift drauf.

In tropischen Gefilden sollte man das nicht tun. Denn in feuchtwarmen Ländern herrschen andere Umweltbedingungen, die ein ideales Klima für die Vermehrung von Bakterien schaffen. Dadurch verläuft die Heilung manchmal nicht wie gewohnt und es kann zu Entzündungen kommen.

Woran erkenne ich eine entzündete Wunde?

Nach dem griechischen Arzt Galenus von Pergamon (ca. 200 nChr.) gibt es 5 Entzündungszeichen:

• Rötung („rubor“)

• Schwellung („tumor“)

• Schmerz („dolor“)

• Wärme („calor“)

• Eingeschränkte Funktion („functio laesa“)

Je nach Fortschritt wird man auch ohne diese zu kennen wissen, was Sache ist.

Wunden frühzeitig behandeln

Kleinere Entzündungen sind auch noch kein Beinbruch, nur sollte man sie sofort gut versorgen. Bei der Frau, die ich kürzlich traf, hatte sich eine kleine Rasier-Verletzung in der Achselhöhle stark entzündet und war zum Zeitpunkt unserer Begegnung für sie unerträglich schmerzhaft, dick geschwollen, gerötet und heiß. Jede Bewegung des Arms tat weh.

Auf keinen Fall selbst an so etwas herumdoktern und unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch kleinste Wunden sollten ausreichend desinfiziert und am Besten mit Pflaster oder einer sterilen Wundauflage abgedeckt werden. Regelmäßig erneuern. Das ist nicht übertrieben, denn better safe than sorry!

Eine geeignete Reiseapotheke ist unverzichtbar

Die zweite Person die ich traf hatte nach einem Rollerunfall nur ein bisschen Händedesinfektion auf die Abschürfung am Bein gekippt und es damit auf sich beruhen lassen. Nicht ganz die korrekte Methode, auch wenn man nichts anderes dabei hat. Ende vom Lied war eine schwere Entzündung am Bein, die mit Antibiotika behandelt werden musste und der Reiselust zumindest für ein paar Tage einen ziemlichen Abbruch tat.

Wunden müssen mit einem geeigneten Desinfektionsmittel gut gereinigt und abgedeckt werden. Bleiben sie offen, kommen neue Bakterien hinein.

Die Reiseapotheke

Die Reiseapotheke sollte im Besten Fall auf alles Mögliche vorbereiten. Das kann mehr oder weniger umfangreich werden. Wenn man keine Lust hat selbst etwas zusammenzustellen, gibt es fertige Reiseapotheken zu kaufen. In einfacher Ausführung oder umfangreicher mit Standardmedikamenten gegen Fieber, Durchfall, Elektrolyterlust, Halsschmerzen etc.

Hinweis für Minimalisten!

Wenn Sie ein minimalistisch Reisender sind, der sagt „ach brauch ich alles nicht“, trotzdem bitte  zumindest ein kleines Erste Hilfe Set mit sterilen Kompressen, Pflastern, Wund-Desinfektionsspray und –creme mitnehmen. Das braucht nicht viel Platz. Nicht überall gibt es Apotheken bzw. sind diese gut ausgerüstet.

Allzeit gute Reise

Ute Schneider

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